PolitikDehoga kritisiert neue "Brückenteilzeit" und "Arbeit auf Abruf"

Kürzlich hatte der Bundestag der sogenannten „Brückenteilzeit“ zugestimmt. Das neue Gesetz enthält auch – für die mittelständischen Betriebe der Hotellerie und Gastronomie besonders wichtig – schärfere Regelungen zur sogenannten „Arbeit auf Abruf“. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) erklärt diese Entwicklungen, kritisiert das Gesetz allerdings auch teilweise.

Anzeige

Bei der „Arbeit auf Abruf“ darf der Arbeitgeber nur 25 Prozent mehr beziehungsweise 20 Prozent weniger abrufen als die vereinbarte Höchst- beziehungsweise Mindestarbeitszeit, erklärt der Dehoga in einer Mitteilung. Wenn eine schriftliche Vereinbarung zur wöchentlichen Arbeitszeit fehl, gelte eine Arbeitszeit von 20 Stunden als vereinbart. Für die Berechnung der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall sowie an Feiertagen werde die durchschnittliche Arbeitszeit der letzten drei Monate als Referenzzeitraum festgelegt.

Besondere Vorsicht sei künftig bei Abrufverträgen mit Minijobbern geboten, denn wenn diese regelmäßig 20 Wochenstunden arbeiten, überschreiten sie die 450-Euro-Monatsgrenze und werden sozialversicherungspflichtig. Seit Bekanntwerden des Koalitionsvertrags hat der Dehoga in zahlreichen Gesprächen und Stellungnahmen immer wieder dringenden Korrekturbedarf angemahnt und für die Beibehaltung der bestehenden Regelung plädiert.

Die neu eingeführte Brückenteilzeit gelte für nach dem 1. Januar 2019 vereinbarte Teilzeit. Die SPD sei davon überzeugt, dass man so die Teilzeitfalle insbesondere für viele Frauen beendet. Aus Sicht des Dehoga wird jedoch lediglich mit höchst bürokratischen Mitteln ein Problem gelöst, dass in der Branche in Wahrheit überhaupt nicht existiert. Ein erhöhter Dokumentationsaufwand, größere Probleme und Kosten bei der Mitarbeitersuche und der Arbeitszeitgestaltung sowie mehr Konflikte in den Teams seien die logischen Konsequenzen.

Ebenfalls beschlossen hat der Bundestag in dieser Woche, dass ab 2019 die Arbeitgeber wieder die Hälfte des Zusatzbeitrags zur gesetzlichen Krankenkasse übernehmen müssen. Auch dieses Vorhaben war im Koalitionsvertrag vereinbart worden. Der Zusatzbeitrag liegt derzeit bei durchschnittlich 1,0 Prozent. Zurzeit wird dieser von den Versicherten vollständig gezahlt. Auch diesen Beschluss sieht der Dehoga kritisch, da er die Lohnzusatzkosten für die Arbeitgeber erneut verteuert.

Anzeige