Partnertreffen der Fair Job Hotels Horst Schulze, die Trophy und der „Unfair-Rap“

Mit neuem Schuhwerk: Der Vorstand des Fair Job Hotels e.V. in Köln (Bild: Blackwood Media)

Mit einem Rap-Song will sich der Fair Job Hotels e.V. im kommenden Jahr mehr Gehör verschaffen. Die Kampagne soll “ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Dienstleistung in Deutschland viel zu wenig Wertschätzung erfährt”, erklärt Alexander Aisenbrey im Tophotel-Interview.

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Das Excelsior Hotel Ernst in Köln war am Montag Austragungsort des jährlichen Partnertreffens, an dem rund 100 Partner (Hotels und Zulieferindustrie) teilnahmen. Im Fokus stand die Vorstellung der Kampagne für das kommende Jahr, die mit Unterstützung der Werbeagentur Saatchi & Saatchi entwickelt wurde. Idee ist, mit einem bekannten Deutsch-Rapper den „Unfair-Rap“ zu produzieren, der nicht nur auf unfaire Zustände in der Gesellschaft hinweist, sondern auch dezente Hinweise auf Alternativen gibt, wie zum Beispiel fair geführte Hotelbetriebe.

„Wir benutzen den Rap als Vehicle, um mit unserer Message die junge Generation zu erreichen. Dabei ist es aber enorm wichtig, dass dies kein Werbesong wird, sondern eine Kooperation mit einem Künstler, der das gleiche Anliegen hat und dies in seiner Sprache seiner Zielgruppe vermittelt“, so der Fair Job Hotel Vorstand.

„Die Idee, sich durch klassische Werbung in einer breiten Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen, funktioniert heute nicht mehr“, so der Einstieg von Kreativchef Alexander Reiss. „Um die junge Generation zu erreichen und somit einen relevanten gesellschaftlichen Diskurs in Gang zu setzen, bedienen wir uns mit unserem Konzept der Popkultur, genauer gesagt, der Rapmusik. Dieses Genre eignet sich am besten, um Missstände zu thematisieren und eine starke Message zu senden“, so Reiss zu diesem ungewöhnlichen Konzept.

Im Interview: Alexander Aisenbrey zu den Zielen der FJH-Kampagne

Tophotel: Was hat Sie zu der neuen Kampagne der Fair Job Hotels inspiriert?

Alexander Aisenbrey: Die Tatsache, dass sich der Fachkräftemangel eher zuspitzt als verbessert. Die Tatsache, dass uns immer noch ganz viele Kollegen nicht verstehen/nicht verstehen wollen. Die Tatsache, dass die Philosophie der FJH immer sich immer noch nicht so weit verbreitet hat, als dass sich das Branchenimage geändert hätte. Die Tatsache, dass Dienstleistung in unserem Land immer weniger wertgeschätzt wird.

Welche neuen Ziele verfolgen Sie mit der neuen Kampagne?

Die Ziele der Kampagne sind nicht neu: Nach wie vor wollen wir zeigen, dass Hotellerie und Gastronomie spannende und abwechslungsreiche Berufsfelder bieten und die Branche insgesamt viel besser ist als ihr Ruf. Darüber hinaus wollen wir ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Dienstleistung in Deutschland viel zu wenig Wertschätzung erfährt. Gerade eine gute Dienstleistung ist ein extrem wichtiges „Produkt“, welches über die Zufriedenheit eines Gastes/Kunden im Wesentlichen entscheidet.

Inwiefern nimmt die neue Kampagne auch die Partnerhotels in die Pflicht?

Schon bei der FJH Trophy wurden die Partnerhotels dazu animiert, sich rege zu beteiligen, was bei der neuen Kampagne sicherlich noch entscheidender wird, denn im Gegensatz zur Trophy, bei der jemand ja wahrhaftig zu Hotels und Messen gefahren ist, sind wir jetzt zum großen Teil auf die virtuelle Unterstützung, also die virale Verbreitung der Idee angewiesen. Allerdings sind wir zuversichtlich, dass die Kampagne so gut wird, dass es uns gelingen wird, diese auch außerhalb der Branche zu transportieren.

Spulen wir ein Jahr vor: Was konnte die neue Kampagne in der Branche bewegen, was wünschen Sie sich?

Eigentlich würden wir uns wünschen, dass es den Verein Fair Job Hotels nicht mehr geben müsste, da die Mehrheit der Betriebe faire und zeitgemäße Arbeitgeber sind, die auf Grund angemessener Preise ausreichend Umsatz machen um gut geschulte, motivierte Mitarbeiter zu beschäftigen, die angemessen entlohnt werden und von denen es wieder ausreichend gibt, da die Branche spannende, flexible und zeitgemäße Arbeitsplätze mit Karrierechancen bietet.

Wie lautet die vorläufige Bilanz zur aktuell laufenden Fair Job Trophy?

Aus unserer Sicht war die Fair Job Trophy ein voller Erfolg – Fair Job Hotels ist in der gesamten Branche bekannt und Maria hat auf ihrer Tour vielen jungen Menschen zeigen können, wie spannend und vielseitig die Hotellerie wirklich ist. Gerne hätten wir uns noch mehr Unterstützung aus den eigenen Reihen gewünscht, um aus der Trophy eine richtige Bewegung zu machen, aber daran arbeiten wir nun mit der Kampagne 2020.

Horst Schulze über Leadership

Zuvor stand die Keynote von Ritz-Carlton-Gründer Horst Schulze auf dem Tagesprogramm des Partnertreffens. Zu den Überzeugungen des Welthoteliers gehört, dass derjenige die beste Arbeit leistet, der Wertschätzung erfährt und sich zugehörig fühlt. Schulze: “Um das beste Hotel zu werden, sollten Mitarbeiter dazu eingeladen werden, an diesem Traum teilzuhaben!”

 

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