Online-Vertrieb Frankreich verbietet Ratenparität

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Am 10. Juli hat die französische Nationalversammlung ein gesetzliches Verbot der Preisgleichheit beschlossen. Das so genannte „Loi Macron“ verbietet unter anderem Ratenparitätsklauseln in den Verträgen zwischen Hoteliers und Online-Buchungsportalen (OTAs) und klassifiziert solche Vertragsbeziehungen rechtlich als Vertretungsmandat („mandate contrat“).

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Bei dem Beschluss handelt es sich um die erste ausdrückliche Entscheidung eines Gesetzgebers in Europa, die Ratenparität in Verträgen generell zu verbieten. In Frankreich können Hotels zukünftig sowohl auf ihren eigenen Offline- als auch online niedrigere Preise anbieten als über ihre Vertriebsvermittler.

„Dies bedeutet sowohl für die französische Hotellerie als auch für unsere Kunden eine echte Revolution. Nach der Entscheidung der Wettbewerbsbehörde wird dieser Beschluss der Nationalversammlung nun zu einer Erneuerung der gesamten vertraglichen Beziehungen zwischen Hotels und Buchungsportalen führen, die auf Vertrauen basiert und im Interesse der Verbraucher liegt“, erklärte Roland Heguy, Präsident von Hotrecs französischem Mitgliedsverband UMIH.

„Etappensieg für ganz Europa“

„Die europäische Hotellerie sieht die heutige Entscheidung in Frankreich als einen wichtigen Etappensieg, um die vollständige unternehmerische Freiheit für Hoteliers in ganz Europa wieder herzustellen. Nach Deutschland, wo Paritätsklauseln vom Bundeskartellamt verboten und die Entscheidung gerichtlich bestätigt wurde, öffnet Frankreich durch die Gesetzgebung einen weiteren Weg, um wettbewerbsbeschränkende Paritätsklauseln zu verbannen“, begrüßt Susanne Kraus-Winkler, Präsidentin von Hotrec, die französische Entscheidung.

Die heutige Entscheidung in Frankreich stellt zusammen mit den Beschlüssen des deutschen Bundeskartellamtes und des Oberlandesgerichts Düsseldorf die Relevanz der von Booking.com und Expedia einseitig durchgeführten bzw. angekündigten Änderungen ihrer Geschäftsbedingungen ernsthaft in Frage. „Die europäische Hotellerie hofft sehr, dass die Wiederherstellung der unternehmerischen Freiheit nicht an der deutschen und der französischen Grenze halt machen wird“, ergänzt Susanne Kraus-Winkler.

Quelle: Hottelling, Biztravel

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