Online first Internetbuchungen überholen das Reisebüro

Reiseanalyse 2019
Michael Buller, Chef des Verband Internet Reisevertrieb e.V. stellte auf der ITB in Berlin die Studie "Reiseanalyse 2019" vor. (Bild: Verband Internet Reisevertrieb e.V. )

Online buchen oder lieber ins Reisebüro? Laut einer neuen Studie verdrängt das Internet die Reisebüros. Aber Onlinebuchungen sind kein Trend, sondern Zeichen eines Strukturwandels. Alle Ergebnisse der Studie im Überblick.

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Kurztrips werden lieber über das Internet statt im Reisebüro gebucht. Bei Fernreisen suchten die Deutschen aber noch das persönliche Gespräch – bis 2018. Seit letzem Jahr dominiert die Onlinebuchung auch diesen Bereich. Laut der Studie “Reiseanalyse 2019” der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen wurden 2018 zum ersten mal mehr lange Urlaubsreisen online gebucht (42 Prozent) als im persönlichen Gespräch (40 Prozent). Dies entspricht einer Steigerung von vier Prozent. Auf der ITB in Berlin stellte Michael Buller, Vorstand des Verbands Internet Reisevertrieb e.V. (VIR), auch die weiteren Ergebnisse auf dem “VIR Online Summit 2019” vor.

In 2018 wurden …

  • 50 Prozent aller langen Urlaubsreisen (Dauer: ab fünf Tagen) über digitale Kanäle (online und E-Mail) gebucht. 2017 waren es 45 Prozent.
  • 80 Prozent aller Kurzurlaubsreisen (Dauer: zwei bis vier Tage) über digitale Kanäle gebucht. 2017 waren es 77 Prozent.
  • 65 Prozent aller Reisen (Dauer: ab einer Übernachtung) über digitale Kanäle gebucht. 2017 waren es 61 Prozent.
  • … vor allem die Reiseziele Frankreich, die Niederlande und Großbritannien über digitale Kanäle gebucht. Den stärksten Anstieg verzeichneten aber Kroatien und Polen
  • … vorwiegend Städtereisen sowie Familien- und Aktivurlaube über digitale Kanäle nachgefragt. Stark aufgeholt haben aber Kreuzfahrten sowie Erlebnis- und Erholungsreisen.
  • … bei den langen Urlaubsreisen zwar mehr Pauschalreisen (40 Prozent) als Einzelbuchungen (36 Prozent) gebucht. Aber bei den digital gebuchten Reisen dominierten die Einzelbuchungen der Unterkünfte deutlich vor der Pauschalreise.
Reiseanalyse 2019 Buchungswege
2018 wurden erstmals mehr Urlaubsreisen online als im Reisebüro gebucht.

Diese Entwicklungen beim Buchungsverhalten bestärken VIR-Vorstand Michael Buller darin, dass sich Unternehmen in Deutschland noch mehr mit den radikalen Veränderungen ihrer Geschäftsmodelle auseinandersetzen müssen. “Gerade Künstliche Intelligenz wird auf lange Sicht viele Geschäftsmodelle auf den Kopf stellen”, betonte Buller auf der ITB, “Die Geschwindigkeit der Umwälzungen nimmt massiv zu, jede technische Veränderung kann die Karten neu mischen und ist damit Chance und Herausforderung zugleich.”

Die Regierung mit in der Verantwortung

Buller bekräftigte, dass die Europäer nicht noch einmal den Fehler machen dürften, einfach zu kopieren. “Wir müssen uns vielmehr selbst neu erfinden, wenn wir im globalen Wettbewerb vorne mitspielen möchten”, lautete seine Forderung vor den Branchenvertretern. Ebenso notwendig sei laut Buller die Förderung von Unternehmen in puncto Digitalisierung durch die Bundesregierung, wenn Deutschland im globalen Wettbewerb bestehen möchte.

 

 

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