Österreichische HoteliervereinigungFlüchtlinge sollen weiterhin Ausbildungen machen

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Seit 2012 ist es in Österreich jungen Flüchtlingen erlaubt, eine Ausbildung zu machen – allerdings nur in sogenannten Mangel-Berufen, auch im Gastgewerbe. Nun will die derzeitige Regierung den Beschluss aufheben. Das sorgt bei der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) insbesondere hinsichtlich des Fachkräftemangels für Kritik.

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Derzeit werden laut ÖHV rund 500 Lehrlinge aus Krisengebieten in der österreichischen Hotellerie und Gastronomie ausgebildet. ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer sieht darin eine große Chance und hoffe auf eine pragmatische Lösung seitens der Politik. Denn: Laut Branchenbefragung von ÖHV und Deloitte musste ein Drittel der Hotels wegen fehlender Fachkräfte das Angebot reduzieren. Die WKÖ berichtet von Umsatzeinbußen bei 60 Prozent der Betriebe über die Branchengrenzen hinweg.

„Alle brauchen Mitarbeiter. Weil die Wirtschaft schneller wächst als die Bevölkerung“, so Michaela Reitterer. In 37 Prozent der Betriebe stehen durch den Fachkräftemangel weitere Arbeitsplätze auf dem Spiel. „Dafür, dass wir immer noch Hochkonjunktur haben, ist der Wert viel zu hoch“, warnt sie.

Zwar beinhalte das aktuelle Regierungsprogramm auch das Kapitel „Bekämpfung des Fachkräftemangels im Tourismus“. Vorgesehen sei ein Dreischritt für den touristischen Arbeitsmarkt: Attraktivierung der Ausbildung im Inland, Reduktion der Arbeitslosigkeit und qualifizierte Zuwanderung. Dazu die ÖHV-Präsidentin: „Bisher bemerken wir nur etwas von der Abschiebung junger Mitarbeiter und die Kürzung der Saisonnier-Kontingente.“

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