Österreich Fehlende Relation zwischen laufenden Kosten und zu erzielenden Umsatz

Österreich (Bild: Pixbay)

“Offen, aber keine Normalität”. Mit diesen Worten fasst das Hotelberatungsunternehmen MRP Hotels die ersten Wochen nach dem Re-Start im Gastgewerbe zusammen. In Wien werden viele Betriebe erst Mitte Juli den Betrieb wieder aufnehmen.

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“Nach einem ersten Rundruf in der Branche konnten wir vor allem eines feststellen: Wir sind weit von einer normalen Situation entfernt. Zwar war die Buchungslage in Teilen der Ferienhotellerie am ersten Wochenende recht gut, in den Städten ist die Lage nach wie vor eher trist. Soweit wir wissen, werden viele Betriebe in Wien erst Mitte Juli eröffnen”, erklärt Martin Schaffer, Geschäftsführer und Partner von MRP hotels.

Nach wie vor haben viele Betriebe in westlichen Ferienregionen geschlossen, die letztendlich raschere Grenzöffnung zu Deutschland wird einen schnelleren Aufschwung bringen als geplant. Die zu erwartende schnellere Lockerung der Maßnahmen wird MRP-Angaben zufolge zu einer rascheren Erholung der Buchungslage führen.

Im Städtetourismus sieht MRP hotels noch mehr Probleme: Zwar haben in den Großstädten die meisten Hotels wieder geöffnet, durch die große Gesamtanzahl an Betten verteilen sich aber die Gäste auf viele Häuser, was wiederum in den einzelnen Betrieben zu einer niedrigen Buchungslage führt. Martin Schaffer: “Für viele Hoteliers stellt sich das Problem, dass sie ihren Betrieb wieder hochgefahren haben – und damit wieder die laufenden Kosten voll schlagend werden. Es fehlt aber mit den aktuell nur schwachen Buchungen die wirtschaftliche Relation zwischen den laufenden Kosten und dem zu erzielenden Umsatz.”

Eine große Hoffnung setzen die Hoteliers in ganz Österreich auf die nun erfolgten Grenzöffnungen zu den Nachbarstaaten – mit Ausnahme Italiens – und die Wiederaufnahme des internationalen Flugverkehrs. Martin Schaffer warnt aber vor überbordendem Optimismus: “Österreich gilt zwar in Bezug auf die Bewältigung der Krise und die Fallzahlen als Musterschüler. Das Reiseverhalten kann man aus jetziger Sicht dennoch noch nicht wirklich einschätzen – da spielen sehr viele emotionale Themen eine große Rolle, wie zum Beispiel das Tragen von Masken in Flugzeugen.”

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