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Start Coronakrise Beantragung der Novemberhilfen: Adhoga-Experte erklärt, was es zu beachten gilt

Beantragung der NovemberhilfenAdhoga-Experte erklärt, was es zu beachten gilt

Die Bundesregierung hat Unterstützung angekündigt und stellt Novemberhilfen von bis zu zehn Milliarden Euro bereit. Was das genau heißt und wie man diese finanzielle Hilfe beantragen kann, erklärt Adhoga-Branchenexperte Erich Nagl von der Steuerberatungs-Gruppe ETL.

(Zur Audio-Datei geht’s hier)

75 Prozent des Umsatzes, den zum Beispiel ein Gastronom im November 2019 gemacht hat, gibt es in diesem November als Förderung. Grundlage für die Förderung ist aber nur der Umsatz, den man mit Verkäufen In-House gemacht hat. Denn diese haben dem vollen Steuersatz von 19 Prozent unterlegen. Dazu erklärt Adhoga-Branchenexperte Erich Nagl von der Steuerberatungs-Gruppe ETL: “Das ist das Besondere an dieser Regelung für die Gastronomie: Sie ist aufgefordert, Außerhaus-Verkauf zu forcieren, denn dieser wird nicht in Abzug gebracht. Das heißt, die Umsätze, die ich im November 2020 außer Haus tätige, bleiben zur Gänze dem Unternehmen erhalten und werden nicht in Abzug gebracht.“

Wie berechnen sich die Hilfen in der Gastronomie?

Der Experte nennt ein Rechenbeispiel: “100.000 Euro hat ein Gastronom im Restaurant gemacht, 20.000 hat er Außerhaus-Umsatz gemacht im November 2019. 75 Prozent der 100.000, die er im Haus gemacht hat, wäre seine Förderung für 2020.” Denn die Umsätze, die Restaurants aktuell mit Außerhaus-Verkauf machen, bleiben zu hundert Prozent im Unternehmen.

Wie kommen Unternehmer an die Novemberhilfen?

Um die Förderung aber überhaupt zu bekommen, muss man seinen Steuerberater beauftragen. Erich Nagl: “Denn nur er hat den Zugang zu dem Portal für die Überbrückungshilfen und kann dort meinen Antrag einreichen, welchen der Unternehmer aber persönlich und im Original unterschreiben muss. Eine digitale Lösung haben wir dafür noch nicht.”

Hat man noch keinen Steuerberater, sollte man sich auf jeden Fall jemanden suchen, der die Sprache der Branche spricht, so der Experte weiter. “Dann sollte er die individuelle Situation des Unternehmens kennen und darauf auch eingehen können. Und Drittens, jemand der dokumentiert, was dieses Jahr alles besonders gewesen ist, denn in vier Jahren, bei der Betriebsprüfung, erinnert man sich nicht mehr”, so Erich Nagl.

Und: Auch Gründer, die im November 2019 noch nicht existierten und keinen Umsatz hatten, werden unterstützt. “Von denen wird der durchschnittliche Monatsumsatz, den sie bisher erzielt haben, herangezogen.” Weitere  Infos dazu und Experten zu den Themen Steuern, Wirtschaft und Recht finden Sie bei ETL Adhoga unter etl.de.

Eine Übersicht über die Hilfen und weitere Details finden Sie auch auf der Homepage des Bundesfinanzministeriums.


(Update aus Bayern, 10.11.2020, 16 Uhr) Der Ministerrat in Bayern hat am heutigen Dienstag, 10. November 2020, zwar den Weg für die Umsetzung der vom Bund finanzierten Novemberhilfe in Bayern freigemacht, wie der Dehoga Bayern mitteilt. Die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern soll – wie schon bei der Überbrückungshilfe – für die Antragsbearbeitung verantwortlich sein. Bund und Länder arbeiteten mit Hochdruck an der Umsetzung der Novemberhilfe, heißt es von Seiten des Dehoga. Allerdings: Ab wann Anträge gestellt und Hilfen ausbezahlt werden können, steht noch nicht fest.


 

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