Ebola im Hotel Notfallplan für den Fall der Fälle

Angst vor Ebola: Nachdem ein mit der tödlichen Krankheit infizierter britischer Hotelgast im Super 8 Hotel in Skopje/Mazedonien entdeckt wurde, bereiten sich auch internationale Messegesellschaften wie beispielsweise in Frankfurt/Main (gerade läuft dort die Buchmesse) auf Notfälle vor. Beim Auftreten von Ebola kommt betroffenen Hotels eine Schlüsselrolle zu.

Diese betrifft in erster Linie den Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter sowie die Schadensbegrenzung für Wirtschaft und Gesellschaft. Wichtig sei mit einem umfassenden Notfallplan vorzusorgen, rät der auf Reise- und Hotelsicherheit spezialisierte TV-Experte Ulrich Jander (www.hotelchecker.tv).

In dem aktuellen Fall in Skopje verstarb ein britischer Hotelgast, bei dem eine Ebola-Infizierung vermutet wird. Das Super 8 Hotel wurde unter Quarantäne gestellt. Mitarbeiter müssen im Haus bleiben. Bei einem anderen Hotelgast, Landsmann des Verstorbenen, wurden ähnlich Symptome festgestellt. Der mittlerweile verstorbene Hotelgast sei am 2. Oktober aus Großbritannien kommend in dem Haus eingetroffen und sei wenig später mit Fieber, Erbrechen und inneren Blutungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden; kurz darauf verstarb der Mann.

Eine professionelle Notfallplanung für ein Hotel in Deutschland kann auf Basis der Vorbereitungen zur Schweinegrippe-Pandemie vor fünf Jahren getroffen werden, so Sicherheitsexperte Jander. 2009 ging die sog. H1N1-Infektion um, auch ein Hotel in Deutschland war damals betroffen. “Man sollte die hygienischen Grundbegriffe beherrschen, normale Reinigung und Desinfektion der Hände”, rät Jander. “Es gibt einige Hotels, die sogenannte Desinfektionsspender in den öffentlichen Bereichen haben, das kann dann auch schon sehr hilfreich sein.”

Was passiert, wenn eine unter Ebola-Verdacht stehende Person in einem Hotel entdeckt wurde?
• Mitarbeiter, die mit Infizierten Kontakt hatten, werden isoliert – kommen in wochenlange Quarantäne
• Behörden organisieren professionelle Desinfektion des Hotels aller Bereiche, wo der Infizierte Zugang hatte
• Das Haus wird für rund zwei, drei Tage geschlossen, bis das Desinfektionsmittel einwirkt

Wie kann man sein Hotel absichern?
• Die Continentale Versicherung – Partner von Hotelsicherheitsexperte Ulrich Jander – leistet Entschädigung, wenn die zuständige Behörde aufgrund des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IFSG) beim Auftreten meldepflichtiger Krankheiten oder Krankheitserregen den Betrieb schließt.
• Grundsätzlich sollte eine sog. Betriebsschließungsversicherung bestehen, damit man als Unternehmer nicht auf den Ausfallkosten des Betriebes infolge von Krankheiten oder Krankheitserregern sitzen bleibt.
• Die Kalkulation des individuellen Versicherungsbeitrages ist abhängig von der Größe des Betriebes.

Deutsche halten Ebola-Fälle in Deutschland für wahrscheinlich / Mehrheit vermutet gute Vorbereitung
• Wird das Virus auch in Deutschland ausbrechen? Ja, glaubt die Mehrheit der Deutschen. In einer repräsentativen N24-Emnid-Umfrage vermuten 69 Prozent der Befragten, dass früher oder später auch in Deutschland Ebola-Fälle auftreten werden. Nur 30 Prozent der Deutschen halten das für eher unwahrscheinlich. Allerdings sei Deutschland gut auf mögliche Ebola-Fälle vorbereitet, glauben die meisten Befragten. So vermuten 53 Prozent der Deutschen, dass Deutschland “eher gut” auf Ebola vorbereitet ist, 19 Prozent glauben sogar an eine sehr gute Vorbereitung. Eine “eher schlechte” Vorbereitung befürchten dagegen 21 Prozent der Befragten, weitere 3 Prozent sogar eine “sehr schlechte” Vorbereitung.

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