Nicht ohne mein Smartphone

Jederzeit, an jedem Ort der Welt erreichbar und bereit, sich zu vernetzen: So verhalten sich laut einer Studie immer mehr Reisende und das birgt Chancen für die Hotelbranche. (Bild: GfK)

Fünf von zehn Reisen werden via Smartphone vorbereitet. Und auch am Ziel ist das Handy ständiger Begleiter. Hotels können diese Entwicklung für innovative Serviceangebote und zur besseren Kundenbindung nutzen. – von Julius Ewig

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Laut der repräsentativen Studie „The Mobile Traveller“ von Google, TNS, GfK und TUI Deutschland erfolgen  Reisebuchungen zu 50 Prozent über das Internet. Bei Pauschalreisen liegt dieser Wert bei 32 Prozent (2012: 22 Prozent). Sogenannte ROPO-Buchungen – Research Online, Purchase Offline – machen einen Anteil von 42 Prozent aus.

Dass zunächst im Web recherchiert und dann vor Ort im Reisebüro gebucht wird, gilt vor allem für Pauschalreisen. Hier liegt der ROPO-Effekt bei inzwischen weit über der Hälfte (58 Prozent). Dabei gewinnen speziell Smartphones an Bedeutung und spielen in der Recherchephase und später am Urlaubsort die größte Rolle. Nicht nur, dass jeder zweite Urlaubsbuchende sein Handy für die Recherche nutzt. Auffällig ist auch, dass dieses mobile Gerät vor allem spontan zum Einsatz kommt: 69 Prozent der Smartphone-Recherchen geschehen ungeplant und zeichnen sich vor allem durch kurze Suchmomente aus. Damit erlangen mobile Geräte bei der Urlaubsplanung der Nutzer und vor Ort am Reiseziel einen zunehmend größeren Stellenwert. Immer mehr Menschen verbringen ihre Freizeit mit „Snapchatting“ ihrer Erfahrungen, also dem Inszenieren und Filtern perfekter Instagram-Fotos, anhaltendem Facebook-Status-Check, Twittern der letzten Neuigkeiten und dem Verschicken von Fotos über WhatsApp.

Freies WLAN als Voraussetzung für neue Services

Touristen – ganz gleich ob geschäftlich oder im Urlaub – wollen sich beim Reisen jederzeit vernetzen können. Laut einer internationalen Studie von hotels.com hat sich kostenloses WLAN mittlerweile zum wichtigsten Aspekt bei der Buchung einer Unterkunft entwickelt. Freies WLAN dient hierbei nicht nur den neuesten Updates des eigenen Accounts in den sozialen Netzwerken. Vielmehr gilt es zunehmend als Voraussetzung, um mehr über den Aufenthaltsort zu erfahren. Selbstverständlich sind die permanent vernetzten Reisenden von heute während ihres Urlaubs zunehmend mobil unterwegs und nutzen ihre Smartphones, um sich lokale Informationen zu holen: Die Marketingverantwortlichen von Tourismusunternehmen und Hotels stehen durch diese Entwicklung vor neuen Herausforderungen, aber auch vor zusätzlichen Chancen zur Verbesserung des Kundenerlebnisses. Die Frage dabei: Wie kann den Kunden eine möglichst positive Erfahrung während der Reise geboten werden, über die diese bestenfalls auch den eigenen Freunden und Bekannten per E-Mail, Messenger oder Statusmeldung in den sozialen Netzwerken erzählen und so kostenlos Werbung betreiben? Wie lässt sich die Zielgruppe der Reisenden – auch über WLAN – effektiv erreichen?

Reichweite, Engagement und am Ende auch Einnahmen zu generieren, gelingt mit der Kontaktaufnahme der drahtlosen Internetsurfer über das WLAN-Netz von Hotels, Gastronomiebetrieben oder Tourismusbüros. Mit dem Wegfall der Störerhaftung für Hotspots ist nun auch in Deutschland die gefahrlose Öffnung der Netze möglich. Werbedienstleister und geeignete Softwarelösungen erlauben dort die direkte Zielgruppenansprache, das Sponsoring von Markierungen auf digitalen Stadtplänen oder das Schalten von Werbung mit lokalem Bezug. Auch bei ­Facebook können Marketingverantwort­liche bei der Auswahl ihrer Zielgruppe dank IP-Adressen konkrete Orte oder Länder auswählen. Oder wenn man das Beispiel eines Restaurants nimmt: Wenn laut Umfragen mehr als 70 Prozent der vernetzten Reisenden online nach Essens- und Ausgehmöglichkeiten suchen, warum nicht auf entsprechend frequentierten Bewertungsportalen Werbeflächen buchen? Mit der intelligenten und personalisierten Zielgruppenansprache zur richtigen Zeit am richtigen Ort kann die Hotel-, Gastronomie- und Tourismusbranche ihr Werbe- und Marketingpotenzial maximieren – und hinterlässt zugleich zufriedene ­Kunden. |

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