Inhouse vs. Cloud-LösungNeue Technologie oder vertrautes Terrain?

Top hotel: Hotel-Apps sind ein weiterer Trend. Welche Vorteile ergeben sich daraus für die Gäste und wie erfolgt die Kommunikation bzw. Verarbeitung mit der vor Ort eingesetzten Hotelsoftware?
Osthues: Mobile Anwendungen ermöglichen die Interaktion zwischen Hotelier und Gast und machen sie unabhängig von festen Arbeitsplätzen, Plattformen und Geräten. Wir entwickeln ständig neue Apps, die Hoteliers nicht nur flexible Kommunikationswege eröffnen, sondern auch zusätzliche Vertriebskanäle und Kundenbindungsinstrumente verschaffen. Unsere Hotel-App »Protel Voyager« beispielsweise ermöglicht es dem Gast, Reservierungen selbst zu managen, ein- oder auszuchecken, seine persönlichen Daten zu bearbeiten – oder auf einen Blick zu sehen, was zum Zeitpunkt seines Auf­enthalts in der Umgebung los sein wird. »Protel Voyager« wird auf dem Hotel-Webserver betrieben und regelt den Datenaustausch mit dem Protel-Hotelmanagementsystem.

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Top hotel: Die Macht der sozialen Netzwerke ist hinlänglich bekannt. Welche Lösungen offeriert Protel hierfür? Ist Facebook als Vertriebsweg zukunftstauglich?
Osthues: Facebook & Co. bergen ein enormes Potenzial für den Vertrieb. Daher bieten wir für all unsere Hotelmanagementlösungen eine Anbindung an Facebook und Twitter an. Hoteliers können soziale Plattformen so als Vertriebskanäle nutzen und sich die große Gemeinschaft der sozialen Netzwerker als Kundensegment erschließen. Das Twittern von freien Zimmern und die direkte Online-Buchbarkeit bei Facebook ermöglichen es Gästen zudem, ihre Reservierungen direkt zu tätigen, ohne dass sie ihr Profil verlassen müssen. Ein weiterer Vorteil von sozialen Netzwerken ist, dass Hoteliers – anders als bei Bewertungsplattformen wie Holidaycheck oder Trivago – direkt auf Feedback reagieren und den direkten Austausch mit Gästen pflegen können. Und nicht zuletzt kann der Gast seinen Freunden und Followern sofort berichten, wie gut ihm der Aufenthalt gefallen hat.

Top hotel: In welchen Bereichen entwickelt Protel derzeit noch? Worauf muss sich der Hotelier softwaretechnisch in Zukunft einstellen?
Osthues: Wir konzentrieren uns softwareseitig unter anderem auf die Distribution, die Gastserviceverbesserung und die Kundenbindung – also auf vertriebsorientierte Themen, die den geschäftlichen Erfolg unserer Kunden unterstützen und sicherstellen. Insbesondere das Thema »online« hat es uns angetan. Wir glauben, dass die Bedeutung der hoteleigenen Website in Zukunft deutlich zunehmen wird, da der Hotelier damit einen Vertriebskanal zur Hand hat, über den ausschließlich er die vollständige Kontrolle hat – es sind ja immerhin seine Produkte, die da vermarktet werden – provisionsfrei. Aber natürlich wird kein Hotelier ganz auf die Vertriebsmacht der Online-Reisebüros und Buchungsportale verzichten wollen. Genau da setzen wir mit unserer Schnittstellenverwaltungssoftware »Protel IDS connect« an und entwickeln für diese ständig neue Erweiterungen – unter anderem zu externen Channel Managern, mit denen die Hoteliers ihr gesamtes Online-Marketing an nur einer Stelle komfortabel und zentral verwalten können.

Top hotel: Ganz generell: Welche Kriterien entscheiden Ihrer Meinung nach darüber, für welche Software sich ein Hotelier entscheidet?
Osthues: Jeder Hotelier hat seinen individuellen Anforderungskatalog an eine Hotelsoftware. Die Gewichtung von Funktionalität, Skalierbarkeit, Anpassungsfähigkeit und Finanzierung ist je nach Hotel ganz unterschiedlich. Das System soll möglichst leistungsfähig sein und intuitiv bedienbar, es soll zuverlässig arbeiten und zukunftsorientierte Optionen bieten. Da dass entsprechende Angebot jedoch umfassend ist, wird sicher jeder die passende Lösung finden. Eines ist klar: Das billigste Angebot ist auf lange Sicht gesehen in den wenigsten Fällen das kostengünstigste. Bei den harten Faktoren – Funktionsumfang, Preis etc. – darf eines nicht vergessen werden: Der Hotelier geht mit seinem Lieferanten eine jahrelange Bindung ein. Es ist also aus meiner Sicht enorm wichtig, dass sich der Kunde gut aufgehoben fühlt. Unsere Mitarbeiter in Support, Vertrieb und Administration pflegen daher eine intensive Kommunikation mit unseren Kunden, ganz individuell, jeden Tag. Dass wir mit dieser Strategie richtig liegen, hat erst im Juni eine Umfrage der Business Target Group bestätigt, in der 10.689 deutsche Hotelbetriebe befragt wurden. Wir sind dieser Umfrage zufolge die Nummer eins in Deutschland hinsichtlich Kundenzufriedenheit und Funktionsumfang, da wir diesbezüglich die besten Werte aller namhaften Hersteller erzielt haben.

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