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StartBusiness & ManagementManagementMöglicher Brexit:: Tourismus-Einbußen von über 5 Milliarden Euro prognostiziert

Möglicher Brexit Tourismus-Einbußen von über 5 Milliarden Euro prognostiziert

Die Debatte um das Referendum am 23. Juni über einen möglichen Brexit läuft auf Hochtouren. Eine aktuelle Travelzoo-Studie zeigt, dass ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ernsthafte Folgen für die britische Tourismuswirtschaft haben könnte.

 

Die wichtigste Erkenntnis der Umfrage war, dass es für die Tourismusbranche zu einem Umsatzrückgang von 5,2 Milliarden Euro kommen könnte. Grund dafür: das gesunkene Interesse für ein von der EU unabhängiges Großbritannien.  Denn In allen EU-Staaten, die sich an der Umfrage beteiligten, sprach sich eine Mehrheit (70 Prozent) zugunsten eines Verbleibs der Briten in der Europäischen Union aus – in Deutschland waren es 68 Prozent. Fast ein Drittel der deutschen Umfrageteilnehmer sagte aber auch, dass sie weniger an einem Urlaub in Großbritannien interessiert wären, sollte das Land für einen EU-Austritt stimmen.

Genauso sahen dies die Italiener und Spanier. Jeder vierte Franzose gab an, dass er weniger gewillt wäre, seine Ferien auf den britischen Inseln zu verbringen. Da mehr als 75 Prozent aller Besucher des Vereinigten Königreiches aus Europa kommen, ist die lokale Tourismusindustrie über die Auswirkungen eines möglichen Nachfragerückgangs besorgt. Wie die RA Reiseanalyse 2016 offenlegt, landet Großbritannien immerhin auf dem vierten Platz der beliebtesten Kurzurlaubsferienziele der Deutschen im Ausland. Bei Städtereisen außerhalb Deutschlands ist London sogar die erste Wahl der Bundesbürger. 

„Im vergangenen Jahr besuchten über 3,25 Millionen Deutsche das Vereinigte Königreich, die dort fast 1,8 Milliarden Euro ausgegeben haben. Laut unserer Umfrage deutet allerdings vieles darauf hin, dass es sehr wahrscheinlich zu einem Einbruch der Besucherzahlen kommen könnte, sollte am 23. Juni für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union gestimmt werden. Mögliche Gründe hierfür sind Bedenken um Visa und Währungsschwankungen“, sagt Christian Smart, Geschäftsführer Travelzoo Deutschland.

Mit Blick auf den Auslandstourismus von Großbritannien nach Deutschland meint Volker Böttcher, Direktor des Instituts für Tourismusforschung (ITF) der Hochschule Harz: „Bei einem Brexit gehen nahezu alle Finanzmarkt-Experten davon aus, dass es zu einer Abwertung der britischen Währung im Verhältnis zum Euro kommen wird. Wenn dies der Fall ist, werden die Produkte und Dienstleistungen in der EU aus Sicht der Briten teurer. Demnach ist von steigenden Preisen für britische Urlauber auszugehen. Dies wiederum wird Auswirkungen auf das generelle Reiseverhalten haben“, so der Experte. „Für Bürger anderer EU-Staaten, die in das Vereinigte Königreich reisen möchten, wird zwar der umgekehrte Effekt eintreten. Doch ein Brexit wäre auch ein eher negatives politisches Signal in Richtung der anderen EU-Staaten und könnte eine dämpfende Wirkung auf den Wunsch haben, dorthin zu reisen“, so Böttcher weiter.

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