Mintel-Studie43 Prozent unwohl beim Gedanken an den Besuch eines Innenbereichs

Viele potenzielle Gäste sagen einer Befragung zufolge, dass sie sich in den Innebereichen von Gastronomien nicht mehr wohlfühlen. (Bild: Pixabay/Free-Photos )

Die kalte Jahreszeit naht – und mit ihr das Ende der Outdoor-Zeit. Angesichts der Corona-Pandemie könnte der Gastronomie ein weiteres schwieriges Quartal bevorstehen. Dem neuesten Covid-Verbrauchertracker des Marktforschungsunternehmens Mintel zufolge fühlen sich 43 Prozent der Deutschen beim Gedanken an den Besuch des Innenbereichs eines Restaurants oder einer Bar unwohl. Bei Gastgewerben mit Außenbereich sieht dies etwas optimistischer aus: unwohl fühlen sich dort nur 26 Prozent.

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„Zwar hat die Restaurant- und Biergarten-Saison seit der Wiedereröffnung der Gastronomie im Mai insbesondere während der Sommermonate vielerorts wieder etwas an Fahrt aufgenommen und zu einem Umsatzplus im Vergleich zu den Monaten des Lockdowns geführt. Allerdings haben soziale Distanzierungsmaßnahmen die Besucherzahl limitiert und dadurch oftmals zu höheren Preisen in Restaurants geführt. Darüber hinaus vertrauen viele Gäste der Situation immer noch nicht hundertprozentig und versuchen daher, Besuche öffentlicher Plätze so gut es geht zu vermeiden – von Innenräumen gar nicht zu sprechen. In der derzeitigen Situation halten sich aufgrund der geringeren Luftzirkulation viele Menschen nur ungern in geschlossenen Räumen auf. Für die Branche bleibt immer noch abzuwarten, was in der politischen Diskussion um die Verwendung von Heizstrahlern in der kälteren Herbst- und Winterzeit bundesweit letztendlich beschlossen wird und welche Bestimmungen dann gelten werden“, erklärt Dr. Christina Wessels, Household and Leisure Analystin bei Mintel Deutschland.

Umsatzpuffer Take-away

Um den drohenden Umsatzverlust etwas abzupuffern, könnten Liefer- und Take-away-Services erneut Abhilfe schaffen. Derzeit gehen zwar nur sieben Prozent der Deutschen davon aus, über den kommenden Monat mehr Geld für Take-aways und Lieferservices auszugeben; bei den älteren Millennials zwischen 31 und 39 Jahren steigt dieser Anteil bereits auf zehn Prozent.

„Neben der Besorgnis über die Einhaltung der Corona-Maßnahmen reiht sich, mit den aktuell steigenden Infektionszahlen,  die Unsicherheit über einen zweiten Lockdown unter den Gastronomiebetreibern. Lieferservices und Take-away-Optionen bieten Gastronomiebetreibern dabei eine potenzielle Ausfluchtmöglichkeit. Bereits während der Schließungen im Frühjahr haben einige Restaurants auf Lieferservices umdisponiert und wären somit für einen zweiten Anlauf stärker aufgestellt,“ erläutert Wessels.

Mintels Report „Essgewohnheiten außer Haus“ zufolge sind es vor allem die jüngeren Altersgruppen der 16- bis 24-Jährigen (50 Prozent der Befragten) sowie die Millennial-Generation der 25- bis 34-Jährigen (48 Prozent), die ihr Lieblingsessen bevorzugt nach Hause bestellen anstatt ins Restaurant zu gehen. Im Vergleich sind es bei den Konsumenten zwischen 45 und 54 Jahren 27 Prozent, bei den Verbrauchern über 55 Jahren immerhin 13 Prozent.

„Zwar sind jüngere Menschen derzeit noch Hauptzielgruppe von Lieferservices”, betont Wessels, „allerdings sollten die älteren Bevölkerungsgruppen dabei nicht vernachlässigt werden. Im August gaben sich 45 Prozent der über 55-Jährigen über die Ansteckungsgefahr mit Covid-19 besorgt, was bei dieser Altersgruppe mit dem schwereren Krankheitsverlauf infolge der Corona-Infektion begründet werden kann – im Vergleich gab sich gerade einmal ein Viertel (25 Prozent) der 16- bis 24-Jährigen besorgt. Durch eine abgestimmte Zielgruppenansprache, ein diversifiziertes Werbe-Portfolio (beispielsweise Flyer, Anzeigen in Zeitungen) und telefonische Bestellungsmöglichkeiten kann es sich für Unternehmen lohnen, auch an ältere Verbrauchergruppen heranzutreten.“

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