Minibar Angebot statt Aufwand

Courtyard by Marriott

Mit dem jüngsten deutschen Courtyard by Marriott in Köln wurde im April 2014 auch ein Hotelshop in Betrieb genommen. In diesem Segment verfügt die amerikanische Gruppe bereits über eine Expertise und kann sich gegenüber ihren Mitbewerbern abgrenzen. Tophotel sprach mit Lothar Jentzsch, General Manager des Courtyard Cologne, über »The Market«, den Aufwand im Vergleich zur Minibar und die moderate Preispolitik.

 

Tophotel: Herr Jentzsch, wie haben Ihre Gäste den Shop angenommen?

Lothar Jentzsch: Am Anfang gab es gewisse Berührungsängste, weil die Gäste dieses Konzept nicht kannten. Da sich der Shop direkt im Rezeptionsbereich befindet, waren wir zunächst davon ausgegangen, dass er visuell wahrgenommen wird – aber das war nicht der Fall. Die Gäste sind erst auf den Shop aufmerksam geworden, weil wir keine Minibars auf den Zimmern haben. Dann riefen sie an und fragten, wie sie an Erfrischungen und Snacks herankommen. Inzwischen weisen wir im Rahmen des Check-in darauf hin.

Tophotel: Kann man in einem Businesshotel ohne Weiteres auf eine Minibar verzichten?

Jentzsch: Dass die Minibar nur von wenigen Gästen vermisst wird – die Nachfrage bewegt sich bei etwa zwei Prozent –, liegt sicherlich daran, dass der Gast bei seiner Ankunft auf den Market hingewiesen wird. Was wir zusätzlich anbieten, ist ein mobiler Service. Es gibt in unserem Haus 25 Minibars, die in vorbereitete Schränke gestellt werden. Letztere verfügen bereits über Entlüftung und Stromanschluss. Ab und zu haben wir Gäste, die Medikamente kühlen müssen oder eine Woche bei uns wohnen und dann Getränke auffüllen wollen. Die bekommen kostenlos eine mobile Minibar ins Zimmer gestellt, wobei sie selbst in den Shop gehen und die Minibar füllen müssen.

Tophotel: Wie groß ist der Aufwand, den Sie für den Shop betreiben müssen?

Jentzsch: Der einzige Aufwand besteht darin, dass der Frühstücksdienst morgens den Shop auffüllt – das geschieht parallel zu den sonstigen Tätigkeiten und kann mit wenigen Handgriffen erledigt werden, da die Lagerverwaltung schon dementsprechend eingerichtet wurde. Der Zeitaufwand bewegt sich bei etwa 15 Minuten täglich zuzüglich einer gründlichen Reinigung alle drei Tage.

Tophotel: Im Vergleich zum Minibar-Management ist das überschaubar.

Jentzsch: Ja, es gibt keinen zusätzlichen Minibar-Checker mehr, denn die Tätigkeiten werden von der F&B-Abteilung mit übernommen. Auch die Reinigung ist relativ einfach und das spart uns ordentlich Kosten. Danach fragen auch die Investoren, schließlich müssen bei der Ausstattung eines 200-Zimmer-Hotels rund 80.000 Euro in Minibars investiert werden; hinzu kommt der Stromverbrauch, weil die Geräte 365 Tage im Jahr 24 Stunden am Tag laufen. Die Investoren wollen also immer wissen, wie der Shop läuft und organisiert wird, denn die großen Full-Service-Hotels fangen ebenfalls damit an, sukzessive Hotelshops einzurichten.

Tophotel: Und wie groß ist der Umsatz des Shops aktuell?

Jentzsch: Wir haben momentan einen Schnitt von 4.000 Euro im Monat, umgelegt sind das etwa 80 Cent Umsatz pro belegtem Zimmer. Die Preise im Market sind im Gegensatz zum Minibar-Angebot relativ moderat; wir lehnen uns damit an Tankstellen-Preise an. Beispielsweise kostet eine 0,5-Liter-Flasche Cola hier drei Euro. Der Gast bekommt also im Vergleich zur Minibar mehr für sein Geld.

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