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Start Technik & Betrieb Messe zum Infektionsschutz: Erste Pro.vention in Erfurt

Messe zum InfektionsschutzErste Pro.vention in Erfurt

Mit 125 Ausstellern zeigte die Fachmesse und Konferenz für vorbeugende Corona-Schutzmaßnahmen Pro.vention in Erfurt Anfang November technische Lösungen zur Reduzierung der Infektionsgefahr. 1.500 Fachbesucher nahmen live und virtuell teil.

Als Schrimherr eröffneten Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen und Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt die hybride Veranstaltung. „Von den Ausstellern und Teilnehmern wurde hinsichtlich der Präventionsmaßnahmen einiges abverlangt“, betonte Michael Kynast und ergänzte: „Der erarbeitete Hygieneplan ermöglichte es uns unter den widrigen Bedingungen der zunehmenden Infektionen die Messe und Konferenz abzuhalten.“ In der Ausstellungshalle sorgten 20 Hygienetower für frische und virenfreie Luft, die Einlasskontrolle war weitgehend automatisiert und sah neben Fiebermessen und dem Prüfen des Maskentragens auch eine sofortige Desinfektion vor.

Hauptthemen der Messe waren Infektionsschutz und Desinfektion, Luftfilteranlagen und Luftreinigung, Corona-Tests und Testsysteme, Aus- und Weiterbildung sowie Software und Technik unter anderem für digitale Meetings und Veranstaltungen.

Technische Lösungen gefragt

In einer Podiumsdiskussion gingen der Ramelow, Kynast und Rainer Striebel, Vorstandsvorsitzender der AOK Plus der Frage nach, wie man eine noch dramatischere Entwicklung der Pandemie vermeiden kann. Ramelow forderte auch hier ein Umdenken der Politik weg von einer rein pharmakologischen hin zu technischen Lösungen. Man müsse noch lange mit dem Virus leben und nur die Technik verspreche hier etwas wie eine Rückkehr zur Normalität. Kynast wies auf die Schwierigkeiten der Veranstaltungsbranche insgesamt hin, sah in der derzeitigen Politik jedoch gute Chancen zur Hilfe. Von der Pro.vention erhoffe man sich Erkenntnisse, wie in Zukunft nach einem Peak bei den Infektionen auch wieder größere Veranstaltungen durchführbar seien. Striebel betonte, dass die Kassen derzeit trotz geringerer Beiträge aufgrund von Kurzarbeit und Krankheitsgeschehen die Finanzierung jeder nötigen Coronatherapie sicherstellen.

Die Fachmesse wurde von einer Fachkonferenz begleitet, die auch ins Netz übertragen wurde. Sowohl die einzelnen Aussteller als auch die Foren konnten digital besucht werden. In der Konferenz haben Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter über wirksame Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus beraten. „Uns ist es gelungen, für wirklich jeden relevanten Bereich der Pandemiebekämpfung, hochkarätige Experten zu gewinnen“, betont Projektleiterin Carolin Beier.

Lüftungstechnik und Infektionsschutz

Die zwei Konferenzforen widmeten sich den Themen Lüftungstechnik und Infektionsschutz. Am ersten Konferenztag wurden zum Thema Lüftungstechnik unter der Leitung des VDMAs verschie-dene Technologien vorgestellt, mit deren Hilfe Klima- und Lüftungsanlagen zum Virenschutz nutzbar sind – sei es mittels Hitze, Filter oder UV-Licht. Das Universitätsklinikum Jena gab unter anderem ein Update aus Sicht des Jenaer Infektologen Prof. Mathias Pletz.

Am zweiten Kongresstag befassten sich die Vorträge mit Themen zum Oberflächenschutz, konti-nuierliche Desinfektion, Pandemieschutz-Komponenten aus dem 3D-Drucker, das Training von Händedesinfektion und Händewaschung mit und ohne Abstandsgebot oder die Textilveredelung und Schutzmasken. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der infektionsschutzgerechten Lüftung von Arbeitsbereichen, den Entwicklungsergebnissen antiviraler Oberflächen aus Kupfer-Polymeren für solche Systeme, Planungs- und Handlungsempfehlungen für hygienische Lüftungsanlagen, anti-mikrobielle und antivirale Oberflächen auf Basis verschiedener Technologien oder integrierte Schnelltests zum Nachweis von SARS-CoV2-Erregern und Antikörpern.

Von Luftionisation bis Desinfektions-Mix-Station

Zahlreiche Anbieter zeigten ihre Lösungen in Erfurt, zum Beispiel die Steinicke Handelsgesellschaft. Berliner Gastronomen und das Kabarett Berliner Stachelschweine haben kürzlich mit Luftionisation aufgerüstet, so Geschäftsführer Eckhard Steinicke, und zunehmend würden auch Hotels und Tagungszentren nachfragen. Weiterer Aussteller ist EFS Schermbeck, Anbieter von „Eco Clean Luftreinigungssystemen“. Das Unternehmen Marotech aus Fulda bietet eine neue Bakterien- und Virenschutzfolie, die bis zu 99,98 Prozent aller behüllten Viren wie Covid-19 und Influenza sowie Bakterien und multiresistente Keime unschädlich macht. Sie könnte unter anderem auf Fenster- und Türgriffen, Handläufen, Tischen, und Fitnessgeräten angebracht werden. Brülls Maschinenbau hat auf gastronomische Erfahrungen gesetzt und eine „Cocktail-Mixstation“ in eine Desinfektionsinsel umgewandelt. Die zur Selbstbedienung ausgelegte Station verfügt über Behälter, die mit Desinfektionsmitteln gefüllt sind. Am Stand von Steger Medical konnten Besucher unter anderem eine patentierte Desinfektionsmaschine für Räume auf Basis von Silberionen aus Italien begutachten. Beim Kontakt mit Oberflächen erzeugt sie einen antimikrobiellen Film, der das Bakterienaufkommen mit einer langanhaltenden Wirkung reduziert.

Zweite Messe im Juni 2021

Die nächste Pro.vention wird im Juni 2021 in Erfurt stattfinden. Darüber hinaus haben mehrere deutsche Messegesellschaften nach Angaben der Messe Erfurt ihr Interesse bekundet. Derzeit werde geprüft, inwieweit die Pro.vention als Gastveranstaltung an anderen Standorten stattfinden kann.

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