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Start Brands Fotogalerie Derag Livinghotel De Medici: Medici am Rhein

Derag Livinghotel De MediciMedici am Rhein

Nach fünfjähriger Umbauzeit wird in Kürze das Düsseldorfer Stadthaus als Derag Livinghotel De Medici eröffnet – Top hotel zeigt die ersten Bilder. Direktor ist der 45-jährige Bertold Reul, der sich im Januar 2013 nach sechs Jahren als GM des Düsseldorfer Nikko verabschiedete. Im April dieses Jahres holte ihn die Derag ins Boot. Ein halbes Jahr später ist er sich nicht ganz sicher, wie er im Halbscherz sagt, »ob er Direktor eines Hotels oder eines Museums« ist.

Zunächst stellt man sich zum Newcomer in Düsseldorf folgende Fragen: Wer sind die Livinghotels? Was stellt man sich unter einem Stadthaus vor? Warum ist die mächtigste Florentiner Familiendynastie der Renaissance Namensgeber? Und in Bezug auf die Aussage von Bertold Reul: Warum die Alternative Hotel oder Museum?

Derag steht für Deutsche Realbesitz AG, deren Mehrheitsaktionär die Familie Schlereth ist mit dem 85-jährigen Gründer-Senior Dr. Max W. Schlereth an der Vorstandsspitze. Zum Unternehmen gehören die 1981 gegründeten Derag Livinghotels, die sich am amerikanischen Vorbild des Serviced Apartments-Konzepts mit längerem Wohnen auf Zeit orientieren. Zu dem im April 2012 eröffneten Düsseldorfer Vier-Sterne-Hotel in der Kirchfeldstraße, dessen 162 Zimmer auf der Homepage zu einem Preis ab 99 Euro beworben werden, stößt nun also als 15. Haus das Derag Livinghotel De Medici. Es fällt völlig aus der Art der übrigen Livinghotels, hat es mit Langzeitaufenthalten doch nur wenig zu tun. Und für 99 Euro kann man hier gewiss nicht wohnen, wo eine Innenarchitektur aus Blattgold, Messing und Marmor ebenso für Erstaunen sorgt wie der Ausbund eines verblüffenden Stilmix, der sich in inhaberstolzer Konsequenz durchs ganze Haus zieht.

Stadthaus ist nicht gleich Stadthaus. Man verbinde in diesem Fall damit nicht die Vorstellung von den üblichen städtebaulichen Verbrechen, die an Schwimmbädern, Bibliotheken oder multifunktionalen Gemeindehallen begangen werden. Das Düsseldorfer Stadthaus, zentral an der Altstadt gelegen, ist ein zwischen der Mühlen- und Andreasstraße durch Querbauten miteinander verbundenes, langgestrecktes großzügiges Gebäudeensemble, das in sechs Abschnitten zwischen 1622 als Kloster und 1901 als Anbau zum 1891 errichteten Regierungsgebäude entstand. Es hat den Jesuiten als Kolleg gedient, war königlich-preußischer Regierungssitz, Polizeipräsidium und vorübergehend Sitz der Gestapo. Um einen Begriff von der Kubatur zu geben: Das Hotel von heute verfügt über 10.250 Quadratmeter umbauten Raum. Jeder Roomservice jubelt.

Die Hotelzufahrt erfolgt über die Mühlenstraße, deren klassizistischer Fassadenentwurf von 1823 durch den preußischen Baumeister und Königsarchitekten Karl Friedrich Schinkel noch heute mächtig Eindruck macht. Durch die Toreinfahrt gelangt man in einen großen Innenhof, womit nichts gesagt ist. Tatsächlich gelangt man in eine andere Zeit, in ein anderes Lebens- und Raumgefühl. Nicht nur, weil das barocke Karree, in das man fährt oder geht, eben ein barockes ist. Sondern weil man von jetzt auf gleich – der Verkehr auf der Kö oder der Heineallee tobt gleich nebenan – auf eine Insel der Ruhe trifft. Wer keine Vorstellung von klösterlicher Stille hätte, hier bekommt er sie. Zur Linken liegt die nicht zum Deragbesitz gehörende Andreaskirche von 1622, in deren Mausoleum Jan Wellem ruht – jawohl, »der« Jan Wellem. In zweiter Ehe bis zum seinem Tod 1716 mit der letzten Repräsentantin des Hauses Medici verheiratet, Anna Maria Luisa, nach der das Hotel seinen Namen empfing. Kein Marketing-Gag, sondern Geschichte.

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