Markt-StudieHotel-Mieten und Immobilienpreise sinken

Wolkenkratzer und blauer Himmel
Der Hotel-Immobilienmarkt wird fallende Mietpreise verzeichnen, zeigt eine Befragung von RICS. (Bild: F. Muhammad auf Pixabay)

Die Mietpreise für Hotels werden 2021 sinken. Das besagt der “Global Commercial Property Monitor Q2 2020” der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS), einem britischen Berufsverband von Immobilienfachleuten. Aber auch die Preise für Hotel-Immobilien werden sich verändern.

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Demnach ist die Mietpreisprognose für das kommende Jahr stark abhängig vom jeweiligen Sektor. “So sinken die Mieten für Hotels, Einzelhandelsflächen, Büros in B-Lagen, Studentenunterkünfte und Mehrfamilienhäuser mehr oder weniger deutlich”, heißt es in dem Paper. Gleichzeitig erwarten die Befragten einen Mietanstieg bei erstklassigen Industrieflächen und auch für Datenzentren wird eine leicht positive Mietentwicklung prognostiziert.

Der Investmentmarktindex „Investment Sentiment Index (ISI)” ist im zweiten Quartal 2020 zudem von -4 auf -19 abgerutscht. Die Investitionsnachfrage fiel in allen untersuchten Sektoren, wobei der Rückgang bei Industrieflächen im Vergleich zu den Büro- und Einzelhandelssegmenten moderater ausfiel. Hinsichtlich der Kapitalwertentwicklung in den kommenden zwölf Monaten verzeichnen lediglich erstklassige Industrieobjekte und Datenzentren positive Prognosen. In den meisten Segmenten wird mit einem Preisrückgang gerechnet – für Hotels und im Einzelhandelssegment fallen die Prognosen besonders negativ aus.

Die Befragten sind mehrheitlich der Ansicht, dass sich der Gewerbeimmobilienmarkt in Deutschland aktuell in einer Abschwungphase befindet und lediglich vier Prozent halten die Talsohle für durchschritten. Damit sehen erstmals über 50 Prozent der Befragten den deutschen Zyklus im Downturn. Susanne Eickermann-Riepe FRICS, Vorstandsvorsitzende der RICS Deutschland: „Der Downturn ist in Deutschland angekommen, auch wenn die deutschen Zahlen noch die besten unter den Schlechten sind. Der Markt wird weiterhin als teuer eingeschätzt, die Nachfrage vermindert sich und neue Anforderungen werden gestellt. Die Unsicherheit beim Bedarf und der Qualität zukünftiger Büroflächen weicht der Erkenntnis eines geringeren Flächenbedarfs. Die Auswirkungen werden wir noch deutlich spüren, wenn Mietverträge sukzessive auslaufen. Ein neuer Zyklus hat begonnen. Jetzt gilt es Geschäftsmodelle, Anlagestrategien, Nachhaltigkeit und Wirkung von Investitionen zu überdenken. Zeit zum Handeln!“

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