Ticker Aktuelle Informationen zur Coronakrise

+++ Hannover: Urteil zu Klage auf Entschädigung wegen coronbedingtem Lockdown +++

(22.07.2020) Das Landgericht Hannover hat die Klage eines Gastwirts auf Entschädigung wegen der Corona-bedingten Schließung seines Restaurants abgewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist damit zu rechnen, dass der Gastwirt Berufung gegen das klageabweisende Urteil einlegen wird. Hintergrund: Der Kläger betreibt ein Lokal im Ausflugsort Steinhude (Region Hannover). Sein Schaden beläuft sich wegen der angeordneten Betriebsschließung während des Corona-Lockdowns auf etwa 52.000 Euro. Der Gastronom hatte 10.000 Euro Entschädigung vom Land Niedersachsen verlangt. Nach Ansicht des Richters habe der Gesetzgeber keine Entschädigung für die Corona-bedingten Schließungen von Betrieben im Infektionsschutzgesetz vorgesehen.

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Auch aus dem Landespolizeigesetz mit seinen Entschädigungsregelungen ergeben sich laut Urteil keine Ansprüche. Außerdem ergeben sich laut dem Urteil auch aus dem allgemeinen Staatshaftungsrecht keine Ansprüche auf eine Entschädigungszahlung. Das Urteil kann hier abgerufen werden.

+++ Schweiz: Quarantäne-Liste auf 42 Länder erweitert +++

(22.07.2020) Die Schweiz hat wie angekündigt ihre Liste der Corona-Risikoländer erweitert. Neu in die Risikoliste aufgenommen wurden u.a. Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Mexiko. Schweden und Weissrussland wurden gestrichen. Bisher waren Rückreisende aus 29 Staaten mit der Quarantänepflicht belegt.

+++ Camping-Boom: Rekorde für Juli und August erwartet +++

(21.07.2020) Camping boomt schon seit vielen Jahren, doch der Sommer 2020 gibt der früher oft belächelten Urlaubsform ein ganz neues Image. Urlaub auf dem Campingplatz gilt in diesem Corona-Sommer als eine der sichersten Urlaubsformen und gewinnt dadurch viele neue Anhänger. Die Suchanfragen auf camping.info haben sich aktuell verdreifacht, daher werden für Juli und August neue Buchungsrekorde in der Campingbranche erwartet. Auch die Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen bestätigen den Trend. Sie stiegen im Mai 2020 um fast 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf über 14.000 Fahrzeuge. Auf über 30 Prozent kletterten die Neuzulassungen von Reisemobilen.

+++ Messen: FIBO und Interbad abgesagt bzw. verschoben +++

(21.07.2020) Die FIBO 2020, die weltweit größte Messe für Fitness, Wellness und Gesundheit, die vom 1. bis 3. Oktober in Köln stattfinden sollte, geht aufgrund der  Folgen der Covid-19-Pandemie im gleichen Zeitraum als reines Online-Event an den Start. Und auch die Messe Stuttgart meldet einen Messeausfall: Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. und in Rücksprache mit Ausstellern und engen Partnern hat die Messe Stuttgart sich dazu entschieden, die Interbad auf den 21. bis 24. September 2021 zu verschieben. Wie stark die deutsche Stadthotellerie von diesen und weiteren Messe-Ausfällen getroffen wird, lesen Sie hier.

+++ Johannesbad Hotels: “Bayern muss die Hotellerie unterstützen!” +++

(20.07.2020) Ralf Müller, Geschäftsführer der Johannesbad Hotels, fordert für die gesamte Branche finanzielle Hilfen. Müller leitet sieben Hotels, fünf davon stehen im bayerischen Bad Füssing. Sie alle lassen sich unter den aktuellen Vorgaben zur Minimierung des Infektionsrisikos nicht kostendeckend führen. Der Hotelier hofft, „dass die bayerische Staatsregierung ein Einsehen hat und der einheimischen Hotellerie durch diese nicht selbst verschuldetet Krise hilft.“ Baden Württemberg habe seiner Meinung nach beispielsweise ein Hilfspaket über 330 Millionen Euro für Hotellerie und Gastronomie aufgelegt. In Bayern dagegen sei noch keine staatliche Unterstützung in Sicht. „Man kann nicht Fluggesellschaften und Reiseveranstalter retten, aber die eigene Hotelbranche im Regen stehen lassen“, ärgert sich der Hotelier.

+++ Grand Elysée Hamburg: Eugen Block vergleicht Coronavirus weiter mit Grippe +++

(20.07.2020) Bereits im April machte Eugen Block (79; Block Gruppe / Grand Elysée Hamburg) deutlich, dass er den Lockdown für übertrieben hält und hat dahingehende Forderungen angekündigt, dass die Regierung für seinen finanziellen Schaden aufkommt. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt legte Block jetzt noch einmal nach. Der Unternehmer vergleicht das Coronavirus weiterhin mit einer Grippe. Gegenüber dem Medium führte er aus, dass er dem Robert-Koch-Institut mehrmals geschrieben habe und Klarheit darüber erwarte, ob es durch die Corona-Ausbreitung mehr Tote als durch frühere Grippewellen gibt. Ihm sei eine Antwort des RKI-Chefs angekündigt worden. „Über mehr als 50 Jahre habe ich gelernt, dass Entscheidungen auf Basis von konkreten Zahlen, insbesondere aber auf Basis von Prozentsätzen, zu treffen sind“, so Block.

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Weniger Sommergäste, moderate Preissteigerungen +++

(20.07.2020) Eine Blitzumfrage des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern unter Gastgebern des nordöstlichen Bundeslands hat ergeben, dass mehr Neukunden, aber insgesamt leicht weniger Sommergäste als im Vorjahr verzeichnet werden. Aktuell rechnen die Teilnehmer für Juli mit einer Bettenauslastung von durchschnittlich 86 Prozent, für August von durchschnittlich 81 Prozent und für September von durchschnittlich 67 Prozent. Insgesamt verzeichnen immerhin knapp 40 Prozent der Befragten eine höhere Nachfrage, bei 39 bewegt sich diese auf Vorjahresniveau und bei etwa jedem fünften Unternehmen ist sie niedriger als 2019, was auch damit zusammenhängen dürfte, dass die Gesamtzahl deutscher Sommerurlauber in diesem Jahr unter den Zahlen der Jahre vor Corona liegt. Etwa ein Viertel der Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern musste in der ersten Juli-Hälfte mit wetterbedingten Stornierungen leben.

+++ USA: Sternlicht prognostiziert große Pleitewelle an Hotels in New York +++

(17.07.2020) Bürogebäude verlieren 40 Prozent ihres Wertes, ein Drittel der Hotels geht bankrott, die Wohnungsmieten sinken. Laut Barry Sternlicht ist dies die reale Zukunft für New Yorker Immobilien. Die Coronavirus-Pandemie hat die Metropole an der US-Ostküste an einem „Wendepunkt“ verlassen, sagte der Milliardärsgründer der Starwood Capital Group in einem Bloomberg-Interview.

+++ Marktsituation in Österreich: Etwas Licht, viel Schatten +++

(17.07.2020) 40 Prozent Auslastung im Juli, 37 Prozent im August und 30 Prozent im September, quer durch alle Bundesländer, quer über alle Segmente: „Es gibt noch viele Zimmer zu buchen in Österreichs Qualitätshotellerie“, fasst Dr. Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung, den Stand der Dinge zusammen. In 35 bis 40 Prozent der Hotels liegt die Auslastung nach ÖHV-Informationen um mehr als die Hälfte unter dem Vorjahresniveau, in Stadthotels gar um 73 Prozent darunter. Vereinzelt gibt es laut ÖHV-Sommerausblick Lichtblicke: 7 Prozent der Hotels sind besser ausgelastet als 2019. 10 Prozent geben an, das Niveau vom Vorjahr halten zu können, berichtet Gratzer. Vor allem Betriebe in den Top-Kategorien und in den Seenregionen seien über den Sommer sehr gut gebucht.

+++ Schweiz: Basler Wirtschaftsforschungsinstitut beziffert Rückgänge für 2020 +++

(17.07.2020) Mit einem erwarteten schweizweiten Rückgang der Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 von minus 34 Prozent in der Beherbergung und minus 24 Prozent in der Gastronomie rechnet das Basler Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics. Dabei sind die regionalen Unterschiede von sehr unterschiedlichem Ausmaß: Die kantonalen Rückgänge in der Beherbergung für das Jahr 2020 variieren zwischen minus 14 und minus 49 Prozent. Auch wenn der alpine Tourismus weniger betroffen ist als der städtische, seien die Auswirkungen für den gesamten Tourismus enorm.

+++ Fünf-Sterne-Wiedereröffnung: Ab 1. September empfängt das Althoff Grandhotel Schloss Bensberg wieder Gäste +++

(15.07.2020) Anfang September eröffnen das Althoff Grandhotel Schloss Bensberg und das Restaurant Vendôme von Drei-Sterne-Koch Joachim Wissler in Bergisch-Gladbach wieder. In dem für die Hotellerie herausforderndsten Jahr der Geschichte feiern das Grandhotel und das Restaurant ihr 20-jähriges Jubiläum.

+++ NRW: Verfahren für Rückzahlungen der Soforthilfe wird vorerst ausgesetzt +++

(15.07.2020) Großes Unverständnis gab es in den vergangenen Tagen für zahlreiche Betriebe in NRW. Grund: Nordrhein-Westfalen hat in der anzuwendenden Abrechnungsmethode die Bedingungen gegenüber der seinerzeitigen Bewilligung der Soforthilfe geändert. Der Dehoga Nordrhein befürchtete, dass viele Unternehmer gezwungen sein werden, die Soforthilfe zurückzuzahlen (Tophotel berichtete). Dieses Vorgehen wurde nun gestoppt. Bei der Abrechnung hätten sich „einige der Abrechnungsvorgaben als problematisch erwiesen“, erklärte das NRW-Wirtschaftsministerium. Offene Fragen zur Abrechnungsmethode, insbesondere zu Personalkosten in Verbindung mit Kurzarbeitergeld, will das Land jetzt mit dem Bund klären.

+++ Berlin: Sofitel in der City-West nach Medienberichten insolvent +++

(15.07.2020) Wie die Berliner Morgenpost berichtet, ist die Betreibergesellschaft des Luxushotels insolvent. Der Betrieb des Hauses in der Nähe des Ku’damms ist dem Bericht der Morgenpost zufolge bis Ende August gesichert. Das einstige Concorde Hotel firmiert seit 2014 unter der Premium-Marke von Accor.

+++ Bayern: Erleichterung für Hotels bei Tagungen +++

(15.07.2020) Der Dehoga Bayern berichtet von einer aktuellen Kabinettssitzung der bayerischen Regierung. Demnach können sich bei Tagungen jeweils Gruppen von bis zu 10 Personen ohne Mindestabstand zusammensetzen. Dies bedeutet, dass die Bestuhlung analog zum Restaurantbesuch erfolgen kann. Dafür hatte sich der Verband in den vergangenen Wochen stark gemacht. Zwischen den einzelnen Gruppen muss dann jedoch jeweils 1,5 Meter Abstand gesichert werden.

Die aktuelle Verordnung liest sich wie folgt (Auszug):

Tagungen, Kongresse und vergleichbare Veranstaltungen, die beruflich oder dienstlich veranlasst sind, sind nur unter folgenden Voraussetzungen zulässig:

  1. Der Veranstalter hat durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass grundsätzlich zwischen allen Teilnehmern, die nicht zu dem in § 2 Abs. 1 bezeichneten Personenkreis gehören, ein Mindestabstand von 1,5 m eingehalten werden kann.
  2. Unter Beachtung der Anforderungen nach Nr. 1 sind in geschlossenen Räumen höchstens 100 und unter freiem Himmel höchstens 200 Teilnehmer zugelassen; bei Veranstaltungen mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen beträgt die Anzahl der möglichen Teilnehmer in geschlossenen Räumen höchstens 200 und unter freiem Himmel höchstens 400.
  3. Für die Teilnehmer gilt in geschlossenen Räumen Maskenpflicht, solange sie sich nicht an ihrem Platz befinden oder das Wort haben.
  4. Der Veranstalter hat ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.Für gastronomische Angebote gilt § 13 und für ein kulturelles Begleitprogramm gilt § 21 Abs. 2 Satz 1 entsprechend; die Teilnehmergrenzen nach Nr. 2 gelten auch insoweit.“
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