KüchentechnikLeasing oder Kredit?

Wie können Gastronomen ihre Kücheneinrichtung und -ausstattung finanzieren? Ein Überblick.

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Ein neues Gastronomiekonzept soll dem eigenen Restaurant einen Anstrich der Einmaligkeit verpassen. Die in die Jahre gekommene Küchentechnik muss ersetzt oder vielleicht auch nur in einen neuen Dampfgarer investiert werden. Gründe für Restaurantbetreiber, ihre Küchenausstattung zu verbessern, gibt es viele. Doch es gibt nur wenige Betriebe, die die Investitionen komplett aus eigenen Mitteln bezahlen können oder wollen. Also müssen andere Lösungen her.

Zum einen ist da die Finanzierung per Kredit von der Bank oder Sparkasse. Angesichts der eher durchwachsenen Rendite der Branche ist der nicht immer einfach zu bekommen. »Ohne eine gute Vorbereitung des Bankgesprächs wird es schwierig«, sagt Bernd Luxenburger, Chef einer gleichnamigen Beratungsgruppe in Neuss und Spezialist für das Gastgewerbe. Spätestens ab fünfstelligen Darlehensbeträgen muss der Unternehmer in einem ausgefeilten Businessplan darlegen, was er zu kaufen gedenkt, wie die Investition seinen Betrieb voranbringt und wie Zinsen und Tilgung bewältigt werden sollen. Luxenburger: »Mit einem einfachen DIN-A4-Blatt ist es nicht getan.« Eine solche Investitionssumme ist schnell erreicht. Schließlich kostet eine professionelle Kaffeemaschine allein schon 10.000 bis 12.000 Euro.

Die strengen Vorschriften des Kreditgewerbes verlangen, die Bonität eines Kreditnehmers genauestens zu beleuchten. In einem internen Rating wird das Ausfallrisiko der Bank für einen zu gewährenden Kredit untersucht. Welche Kriterien maßgeblich sind, erfährt der Bankkunde indes nicht. Seit es solche Ratings gibt, spielt die Frage der Sicherheiten eine nicht mehr so dominierende Rolle wie früher. Wer sein Kreditinstitut mit seinem Konzept überzeugen kann, hat manchmal die Chance, das gewünschte Darlehen ohne ausreichende Sicherheiten zu erhalten. Dennoch gilt: Insbesondere bei kleineren mittelständischen Betrieben ist es die Regel, dass die Bank Zugriff auf das komplette private Vermögen erhält, etwa durch Sicherungsübereignung.

Wo die Hausbank zögert, sollten sich Unternehmer im Gastgewerbe die Konditionen der KfW-Bank oder einer der landesweiten Bürgschaftsbanken ansehen. Die KfW vergibt unter anderem Darlehen an Mittelständler, die nicht den nötigen Eigenkapitalanteil an der Investitionssumme aufbringen können. Und das zu verbilligten Konditionen. Häufig sind Banken erst durch diese Risikoübernahme zur Finanzierung eines Vorhabens bereit. Der Kreditnehmer haftet natürlich zu 100 Prozent für die Rückzahlung. Die Bürgschaftsbanken vergeben selbst keine Darlehen. Als Institution, die sich die Mittelstandsförderung auf die Fahne geschrieben hat, übernimmt die Bürgschaftsbank gegenüber Kreditinstituten Bürgschaften als Kreditabsicherung. Der Unternehmer muss allerdings detailliert begründen, warum sein Vorhaben sinnvoll und Erfolg versprechend ist. Mit dieser Bürgschaft als Sicherheit erhalten Unternehmer leichter und in der Regel auch billiger Kredite von Banken und Sparkassen. Der Weg zu solchen Kredithelfern führt allerdings über die Hausbank oder ein anderes Kreditinstitut. Und die müssen grünes Licht geben. Clevere machen daher eine Vorabanfrage bei ihrer regionalen Bürgschaftsbank, ob sie das beschriebene Investitionsvorhaben unterstützen würden. Luxenburger: »Bei einem positiven Vorabbescheid lässt sich mit der Hausbank besser verhandeln.«

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