Hotelaktien 3.2013Lawinengefahr

Die von politischer Seite unter Druck gesetzten Notenbanken haben die Finanzmärkte mit einer bisher noch nie zuvor erlebten Liquidität überflutet. Dadurch ist die von vielen prognostizierte globale Rezession ausgeblieben. Die Aktienbörsen honorierten das auf den ersten Blick positive ökonomische Umfeld zuletzt mit weiter steigenden Kursen. Aber – die Realität sieht gefährlicher aus: Der wirtschaftliche Aufschwung ist nur »geborgt«

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Zum einen mit billigem Geld und zum anderen mit einer weiter zunehmenden Verschuldung. Dies ist vor allem an der neuen, mit Staatsschulden erkauften Konjunktur-Ankurbelung in Japan erkennbar. Es scheint, als seien die Kapitalanleger in den Industrieländern bereit, die Finanzkrise gedanklich ad acta zu legen. Dabei ähnelt die von Regierungen und Notenbanken verfolgte Politik einem Schnee-ballsystem, bei dem alte Verpflichtungen erfüllt werden, indem neue Schulden gemacht und diese von den Notenbanken oder staatlichen Einrichtungen übernommen werden. Dieses Schneeballsystem, das die Regierungen mehr oder weniger für sich selbst legalisiert haben, droht zu einer Lawine zu werden. Deshalb steigt die Nervosität in der Finanzwelt.

Ungeachtet dessen sind Aktien nach wie vor die beliebteste Anlagevariante. Denn Anleihen sind derzeit aufgrund rekordtiefer Renditen von 0,5 bis 1,5 % sowie wegen der Gefahr eines Zinsanstiegs völlig unattraktiv. Zudem hat der »Rettungsanker Gold« an Glanz verloren. Auch Hotel- und Tourismuswerte profitieren von jüngsten Prognosen der United Nations World Tourism Organization (UNWTO). Diese Organisation spricht davon, dass die globale Touristik nach einem rund 4%-igen Anstieg der internationalen Touristenankünfte 2012 auf rund 1,04 Mrd auch im Jahr 2013 um weitere 3 bis 4% wachsen wird. Das größte Wachstum (7%)  wird der asiatisch-pazifischen Region zugetraut. Die Experten der UNWTO gehen davon aus, dass die Ausgaben der Reisenden aus China und Russland auch 2013 weiterhin das Geschehen bestimmen; denn im Jahr 2012 gaben die Chinesen bei ihren internationalen Reisen 42% und die Russen 31% mehr Geld aus.

Deutschland & Europa

Bei der TUI ist Sparen angesagt. Der neue Vorstandschef Friedrich Joussen hat eine deutliche Reduzierung der Belegschaft angekündigt. Für Analysten macht das durchaus Sinn, weil sich der Konzern seit Jahren durch zwei große Standorte (Hannover und London) eine teure »Doppelstruktur« leistet. Die Börse reagierte positiv. Im vergangenen Quartal hatte das Unternehmen nicht zuletzt wegen einer schwächeren Entwicklung bei TUI Travel und bei der Reederei Hapag-Lloyd einen höheren Verlust eingefahren.

Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds ist der Sanierungskurs der finanziell stark angeschlagenen Thomas Cook nicht in Gefahr, so der Vorstand. Der Verlust des Unternehmens ist im ersten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres um 23% geschrumpft. Man wolle die Kosten weiter senken und sei positiv gestimmt, die noch immer enorme Verschuldung von 1,56 Mrd Pfund weiter zurückfahren zu können.

Spanien will u.a. mit der Errichtung eines Mega-Glückspiel- und Hotel-Komplexes in der Nähe von Madrid bis zum Jahr 2017 seine wirtschaftlichen Probleme lösen. Die Regierung in Madrid hat jetzt endgültig diesem von der spanischen Presse mit »Eurovegas« bezeichneten Projekt zugestimmt. Bei diesem Projekt wird sich auch Sheldon Adelson und dessen Gesellschaft Las Vegas Sands einbringen. Mit dem Großprojekt sollen 250.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Accor erfreut ihre Aktionäre mit der Erhöhung der Dividende um 17 %. Das Geschäft sei vor allem in den Emerging Markets gut gelaufen, hieß es in Paris. Im vergangenen Jahr hatte Accor einen auf Höhe der Prognosen liegenden Bruttogewinn von 526 Mio € eingefahren. Man wolle das Geschäft in den Emerging Markets weiter ausbauen, in Europa aber auf Sparkurs bleiben, so die Unternehmensleitung.
Zu einer Dividendenerhöhung um 16 % hat sich auch InterContinental entschlossen. Man blicke positiv ins Jahr 2013, ließ das Management der Briten verlauten.

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