Kühlen Kopf bewahren bei Feueralarm

1+2+3 Extra ausgebildete Brandschutzhelfer, die wissen, was bei einem Feueralarm zu tun ist, und eine gute Organisation bei der Durchführung notwendiger Maßnahmen im Hotelbetrieb sind im Brandfall unverzichtbar. (Bild: © ambrozinio - Fotolia.com)

Ein Brand stellt für jedes Unternehmen eine ernste Gefährdung dar. Auch Hotels und Gaststätten sind verpflichtet, für solche Notfälle eine ausreichende Anzahl von Mitarbeitern als Brandschutzhelfer fit zu machen. – von Dipl.-Ing. (FH) Rolf Schwebel, BGN-Branchenkoordinator Gastgewerbe

Gut ausgebildete Brandschutzhelfer ergreifen bestenfalls bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr geeignete Maßnahmen, um mögliche Gefahren für Hotelgäste und das Personal abzuwenden und den finanziellen Schaden für den Hotelbetrieb so gering wie möglich zu halten.

Die Technische Regel für Arbeitsstätten „Maßnahmen gegen Brände“ (ASR A2.2, Abschnitt 6.2 „Brandschutzhelfer“) nennt erstmals die notwendige Anzahl von Brandschutzhelfenden, deren Ausbildung und Aufgaben in Betrieben. Die für jeden Betrieb individuelle Anzahl ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers. Ein Anteil von fünf Prozent der Beschäftigten ist bei normaler Brandgefährdung zumeist ausreichend. Es kann jedoch eine höhere Ausbildungsquote sinnvoll bzw. erforderlich sein, beispielsweise

�bei erhöhter Brandgefährdung, z. B. durch Tätigkeiten mit brennbaren Stoffen wie die Benutzung von Erd- und Flüssiggasanlagen oder Schweiß- und Lötarbeiten bei Instandhaltungs­maßnahmen,

�aufgrund der Anzahl der während der Betriebszeit anwesenden Personen wie Mitarbeiter, betriebsfremde Personen wie z. B. Hotelgäste, Besucher und Personen mit eingeschränkter ­Mobil­ität,

�bei großer räumlicher Ausdehnung der Arbeitsstätte.

Bei der Anzahl der Brandschutzhelfer sind auch Schichtbetrieb und Abwesenheit einzelner Beschäftigter (z. B. durch Urlaub, Krankheit und Personalwechsel) zu berücksichtigen. Ziele der Brandschutzhelfer-Ausbildung sind insbesondere der sichere Umgang mit und der Einsatz von Feuerlöscheinrichtungen zur Bekämpfung von Entstehungsbränden sowie die Sicherstellung des selbstständigen Verlassens der Beschäftigten im Brandfall (Flucht).

Ausbildung der Brandschutzhelfer

Die Theorie beträgt in der Regel mindestens zwei Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. Betriebsspezifische Besonderheiten können eine längere Ausbildung erfordern. Ergänzend sind noch praktische und realitätsnahe Übungen mit Feuerlöscheinrichtungen notwendig.

Es müssen die Handhabung, Funk­tion, Wirkungsweise und Leistungsfähigkeit von Feuerlöscheinrichtungen und bei Vorhandensein auch der Wandhydranten geschult werden. Den Ausbildungsabschluss bilden die betriebsspezifischen Besonderheiten (z. B. Löschen von Fettbränden, Verhalten im Brandfall bei Gasanlagen und unkontrolliertem Gasaustritt oder Schweiß- und Lötarbeiten) und das Einweisen in den betrieblichen Zuständigkeitsbereich. Der Arbeitgeber hat nach theoretischer Unterweisung und abschließenden praktischen Übungen die ausgebildeten Beschäftigten als Brandschutzhelfer schriftlich zu benennen. Der Arbeitgeber ist für die Auswahl und ­Qualifikation eines Brandschutzhelfers verantwortlich. Die Brandschutzhelfer-Ausbildung geht also deutlich über die Inhalte der regelmäßigen bzw. jährlichen Unterweisung der Beschäftigten hinaus. Die regelmäßige Unterweisung umfasst die in dem Arbeitsbereich der Beschäftigten vorhandenen Brandgefahren und Brandschutzeinrichtungen (z. B. Feuerlöscher) sowie das Verhalten im Gefahrenfall (z. B. Fluchtwege, Sammelplatz).  Wenn keine wesentlichen betrieblichen Abweichungen wie eine veränderte Brandgefährdung oder Neuerungen der Brandschutzordnung eintreten, sollte die Ausbildung in Abständen von drei bis fünf Jahren wiederholt werden.

Die Ausbildung von Brandschutzhelfern muss durch fachkundige Personen erfolgen. Fachkundig ist, wer über eine entsprechende Berufsausbildung, Berufserfahrung oder eine zeitnah ausgeübte entsprechende berufliche Tätigkeit verfügt und sich regelmäßig im Brandschutz fortbildet. Brandschutzbeauftragte mit Prüfungsnachweis, Fachkräfte für Arbeitssicherheit mit entsprechender Brandschutz-Ausbildung, Personen mit abgeschlossenem Studium in der Fachrichtung Brandschutz, aber auch Mitglieder der Feuerwehr mit erfolgreich abgeschlossenem Lehrgang „Gruppenführer“ können die Ausbildung durchführen. Dass Gruppenführer die Ausbildung im Betrieb vornehmen dürfen, kann für Betriebe einen personellen und finanziellen Gewinn darstellen. Es stärkt die ehrenamtliche Tätigkeit in den Feuerwehren.

Brandschutzbeauftragte

Für den Brandschutz können in Hotels und Gaststätten aufgrund besonderer Rechtsvorschriften, behördlicher Auflagen oder Gefährdungsbeurteilung auch Brandschutzbeauftragte erforderlich sein. Sie stehen durch ihre qualifizierte Ausbildung dem Arbeitgeber als zentraler Partner und Berater für brandschutzrelevante Themen zur Verfügung. Die DGUIV-Information 205-003 „Aufgaben, Qualifikation und Bestellung von Brandschutzbeauftragten“ beschreibt die Aufgaben und gibt Hilfestellungen, wie geeigneter betrieblicher Brandschutz organisiert und umgesetzt werden kann. |