Anzeige
Anzeige
Anzeige
StartBrandsNewsKonzepte: Milder Winter statt wilder Winter

Konzepte Milder Winter statt wilder Winter

Hoteliers in Mittelgebirgen reagieren auf den Schneemangel mit kreativen Ideen. In den Alpen gibt man sich dagegen überzeugt: Der Winter stirbt nicht aus.

Was für ein Bild: Frischer Pulverschnee, weiße Hänge und selbst die Täler sind dick bepackt mit der winterlichen Pracht. Postkartenmotive, die bald nur noch auf selbigen zu bewundern sind? Der Winter ist nicht mehr das, was er einmal war. Das bestätigen Statistiken und Untersuchungen (siehe Infokasten). Wie begegnen Hoteliers in Skigebieten dem Klimawandel? Tophotel hat nachgehakt und dabei festgestellt: Man spricht nicht gerne über Schneemangel und grüne Weihnachten. Was Frau Holle nicht schafft, sollen halt Techno Alpin und Lenko übernehmen, wie zwei namhafte Hersteller von Schneekanonen heißen. Andere Rezepte für die Zukunft? Mangelware. Reagieren geht immer noch vor agieren.

Wenigstens in deutschen Mittelgebirgen tut sich was. Bestes Beispiel ist der Feldberger Hof im Hochschwarzwald: Besitzer Thomas Banhardt stammt aus dem westlichen Allgäu, wo in seiner Jugend an manchen Wintertagen die Schule ausfiel, weil sich der Schnee über Nacht meterhoch getürmt hatte. Banhardt betreibt das Familienhotel am Fuße des Feldbergs seit 23 Jahren und braucht keine statistischen Werte über Schneehöhen und  -tage. »Ich sehe doch mit eigenen Augen, dass der Schnee in den vergangenen Jahren immer weniger geworden ist.« Er kann an den Bilanzen ablesen, wie die Winter waren. »Weihnachten und Silvester machen 30 Prozent des Jahresumsatzes aus. Wenn da kein Schnee liegt, hole ich den Einbruch nicht mehr auf.« Der Feldberger Hof, in dem der erste Skiclub auf deutschem Boden gegründet wurde, hat eine 1a-Lage für Wintersportler. Selbst in dicken Skistiefeln ist es nur eine Minute Fußweg bis zum 6er-Sessellift der Feldbergbahn, der die Wintersportler im Nullkommanichts von 1.300 auf 1.500 Meter hievt. 14 Bahnen, 16 Abfahrten, 25 Pistenkilometer – sehr ordentlich für ein Mittelgebirge. Aber was nutzt das, wenn die Lifte stehen? Die Lage wird zum Dilemma. Die Gäste haben die Piste vor Augen, können aber nicht auf die Bretter. Natürlich kann man jedes Mal kurzfristig mit Zusatzangeboten wie Wandertouren oder Ausflügen ins Blaue – besser: ins Grüne – reagieren. Aber auf lange Sicht?

Banhardt hat sich gefragt, wie er sein Haus wetterunabhängig und damit zukunftssicher aufstellen kann und ein erfolgversprechendes Modell gefunden: Für mehrere Millionen Euro hat er die 4.000 Quadratmeter große »Fundorena« zwischen Hotel und Talstation der Feldbergbahn gebaut, die nun Anfang Dezember eröffnen wird. Auf drei Etagen aus Sichtbeton, Glas und Holz befinden sich Reithalle, (synthetische) Schlittschuhbahn, Trampolin-Arena, Sport- und Fitnesshallen, Spaß-Trails für Kinder und ein einmaliger, an der Decke befestigter Hochseilgarten auf sage und schreibe 1.000 Quadratmetern. Banhardt: »Wir wollten nichts von der Stange kaufen, sondern etwas entwickeln, das einmalig ist.« Im Fokus der Überlegungen und Planungen habe immer die Idee »gemeinsam erleben« gestanden. Familien sollen das Areal zusammen entdecken. So seien die Trampoline auf 300 Kilo ausgerichtet und Papa und Mama könnten mit dem Nachwuchs tollen. Die Reithalle wird im Winter zum Eventbereich für externe Veranstaltungen oder den geplanten Weihnachtsmarkt. Damit die Rechnung aus finanzieller Sicht aufgeht, dürfen auch Tagesgäste gegen entsprechendes Eintrittsgeld hinein. »Der Hochschwarzwald hat jedes Jahr 3,9 Millionen Besucher. Da geht was«, sagt Banhardt.

Was eher nicht geht, musste der der Allgäuer bereits während der Planungsphase für sein Projekt feststellen: offen über das sensible Winterthema sprechen. Die Problematik würden andere Hoteliers und Politiker am liebsten unter den Teppich kehren. Banhardt musste sich Kritik anhören nach dem Prinzip: »Was soll denn der Gast denken, wenn ihr schon nicht mehr an den Schnee glaubt.« Für Banhardt jedenfalls ist klar: »Die Menschen wollen im Winter Urlaub machen. Und sie werden sich solche Hotels suchen, wo sie Spaß, Unterhaltung und Bewegung haben, auch wenn draußen kein Schnee liegt.«

Den kompletten Artikel lesen Sie in der November-Ausgabe von Top hotel. Darin erfahren Sie, welche Vorbilder es in den Mittelgebirgen gibt und wie die Prognosen für die kommenden Winter sind.

Newsletter-Registrierung

Topaktuell auf den Punkt gebracht!
Werktäglich berichtet der kostenlose Tophotel-Newsletter über aktuelle Ereignisse in der nationalen und internationalen Hotelwelt. Profitieren Sie von journalistisch hochwertiger Information und Inspiration für das tägliche Business.
ANMELDEN
Sie interessieren sich für Produktnews und technische Innovationen in der Hotellerie? Testen Sie auch unseren kostenfreien HOTEL+TECHNIK-Newsletter​
close-link