Hotelaktien 1-2.15Konjunktur-Doping

Hans-Peter Veit

Die Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft lässt nach. Supranationale Organisationen wie IWF und Weltbank warnen vor Deflation und Rezession. Regierungen und Notenbanken glauben, diesen Risiken vor allem mit superbilligem Geld begegnen zu können. Darüber hinaus erweisen sich aktuell Terrorattacken und Flugzeug-Katastrophen für die Aktien der Tourismus- und Hotelbranche als Störfaktor.

Anzeige

Vertreter der Reisebranche fragen sich mit unverkennbaren Sorgenfalten auf der Stirn, ob der Tourismus auch im Jahr 2015 einer der dynamischsten Wachstumsbranchen wird, denn auch im vergangenen Jahr erwies sich dieser Wirtschaftszweig als großer Hoffnungsträger. Wenn bei der Beantwortung dieser Frage rein ökonomische Fakten zugrundelegt werden, dann sollte am Ende eine positive Antwort stehen. Gleiches gilt auch im Hinblick auf die für die Reisebranche so wichtigen Energiekosten. Denn die Preise für Rohöl, Benzin, Kerosin und andere Treibstoffe sind  um fast 50% gefallen, sodass der Trip in den Urlaub mit Auto, Bahn oder Flugzeug zum einen deutlich billiger wird, zum anderen mehr Geld im Portemonnaie der Gäste bleibt.

Für grenzenlosen Optimismus besteht bei Kapitalanlegern in Hotel- und Touristikaktien trotzdem kein Anlass. Denn zum einen ist die Gefahr einer weltweiten Rezession längst noch nicht gebannt. Und zum anderen haben einige Protagonisten der Weltpolitik ihre Waffenarsenale geöffnet und üben mit ihren Kriegsspielzeugen. Und Krieg – das zeigt die Geschichte – war schon immer negativ für die Reiselust.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor kommt hinzu, nämlich die massiven Schwankungen von Devisenkursen – wie auf der einen Seite dem schwachen Euro, dem schwachen Rubel, der extrem labilen Kunstwährung Bitcoin sowie dem festeren US-Dollar und dem »superfesten« Schweizer Franken auf der anderen Seite. All diese Währungen wiesen in den vergangenen Monaten massive Kursveränderungen auf – von teilweise mehr als 50%. Das erschwert die Kalkulationen der Reisebranche.

Die Schwäche des Rubels verdirbt zum Beispiel der Touristik in beliebten Russen-Reiseländern wie der Türkei oder Ägypten die Laune. Und die jüngste Stärke des Schweizer Franken stellt für die eidgenössichen Urlaubs-Destinationen und Hotels in den Schweizer Alpen und den eidgenössischen Seen ein massives Problem dar. Für Euro-Touristen ist zum Beispiel der Urlaub in der Schweiz quasi über Nacht fast 30% teurer geworden.

Anzeige