EnergiemanagementKomfort mit grünem Gewissen

Alles andere als Abkühlung suchen die Gäste der Iglu-Dörfer. An insgesamt sieben Standorten in der Schweiz, in Andorra und auf der Zugspitze können sie inmitten beeindruckender Gipfelpanoramen im Whirlpool oder in der Sauna entspannen, bevor sie sich bei durchschnittlich minus vier Grad Raumtemperatur in den wärmenden Expeditionsschlafsack kuscheln. Das Baumaterial der Iglus ist zu 100 Prozent natürlich – am Ende der Saison bleibt also nichts übrig von den Schneehotels. Kein Wunder, dass man hier der Umwelt besonders verbunden ist. Der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen und der Umweltschutz seien deshalb ein wichtiger Teil des Nachhaltigkeitsengagements, heißt es in dem aktuellen »Nachhaltigkeitsbericht« der Iglu Dorf GmbH. Seit der vergangenen Wintersaison wird der gesamte Strom aus Wasser- und Windkraft bezogen. Besonderen Wert lege man darauf, die CO2-Emissionen zu senken. Der unvermeidbare Kohlenstoffdioxidausstoß wird seit zwei Jahren komplett kompensiert – durch den Kauf von CO2-Zertifikaten.

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Weder Whirlpool noch Sauna gibt es in der Three Tree Hill Lodge in der südafrikanischen Provinz KwaZulu Natal. Dafür aber eine ganz andere Art von Luxus: weniger Entscheidungen treffen zu müssen, mehr Zeit und die Muße zu haben, sich der Natur hinzugeben. »Wir sind überzeugt davon, dass das luxuriöser und entspannender ist, als vom Bett oder der Badewanne aus auf einem Flatscreen-Fernseher unter 100 Programmen wählen zu können«, sagt Cheryl Blackburn. Gemeinsam mit ihrem Mann Simon besitzt und leitet sie die Lodge. Hier im Nirgendwo, eingebettet in der Weite der afrikanischen Steppe, verbringen die Gäste ihre Tage im Einklang mit der Natur. Ihr Aufenthalt wird dabei so angenehm – und energiesparend – wie möglich gestaltet: Es gibt einen Pool, dessen Wärme nachts mithilfe einer Solarabdeckung gespeichert wird. Das Licht kommt aus Energiesparlampen. Und in den Zimmern ist es angenehm kühl – aber nicht dank Klimaanlagen, sondern aufgrund einer Wand- und Deckenisolierung, die aus recyceltem Glas und aus natürlichen Mineralien wie Quarzsand besteht.

Die Natur bringt Lars Sorensen seinen Gästen noch ein Stückchen näher. Der Managing Director der Tree Tops Jungle Lodge im Yala Nationalpark, im Südosten Sri Lankas, verzichtet bewusst auf Solarenergie: »Das würde das echte Naturerlebnis zerstören.« Sorensen möchte seinen Gästen den Dschungel so zeigen, wie er ihn selbst vor zehn Jahren vorfand, als er zum ersten Mal hierher kam. Deshalb gibt es bis heute keinen Strom. Gekocht wird auf offenem Feuer und bei Einbruch der Dunkelheit spenden Kerzen und Öllampen Licht. Dass sein Konzept aufgeht, beweisen die Elefanten, die sich regelmäßig bis an die Veranda der Lodge heranwagen. Der Baustil der drei Gebäude ist dem der traditionellen Hütten nachempfunden, wurde aber durch modernes Design und höhere Stabilität aufgewertet.

Neben all diesen eher ungewöhnlichen Häusern in exotischer Lage gibt es unter den 268 Eco-Hotels auch einige mit Vorbildcharakter, die quasi vor der Haustür zu finden sind. Diese greifen auf Energiesparmaßnahmen zurück, die sich in unseren Breitengraden anbieten. Ein gutes Beispiel ist das Biohotel Daberer Vital & Spa in Kärnten, eines der »Ausgewählten Wellnesshotels zum Wohlfühlen«, das bei der Energieversorgung auf Solaranlagen, eine Pelletheizung und Wärmerückgewinnung setzt. Das gesamte Haupthaus ist thermisch saniert, überall sind LED-Leuchten oder Energiesparlampen zu finden, die – wo immer es sinnvoll ist – durch Bewegungsmelder reguliert werden.

Info: www.ecohotelsoftheworld.com

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