Indigo Berlin Keine Angst vor der Konkurrenz

Am Berliner Straßenzug Hardenberg- und Budapester Straße in der City-West bekommen das Palace und das Excelsior neue Nachbarn: das Waldorf Astoria, dessen Eröffnung im Frühjahr geplant ist, und das Indigo, das Anfang Februar an den Start ging.

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Aus Alt mach Neu – das ist typisch für die deutsche Hauptstadt. Berlin besitzt eine hervorragende Altbausubstanz, zudem verteilen sich zahlreiche hochherrschaftliche Wohnhäuser über die 3,5-Millionen-Einwohner-Metropole. An der in unmittelbarer Nähe zum Ku’damm gelegenen Hardenbergstraße, zwischen Fasanen- und Knesebeckstraße, wurde eine besonders beeindruckende architektonische Klammer gesetzt. An beiden Straßenecken sind die Fassaden elegant »verrundet«, was zur Rechten das Renaissance-Theater und zur Linken das neue Hotel Indigo miteinbezieht. Die Fassade des zur ­Luxemburger Azure Property Group gehörenden Gebäudes ist ein Stück Alt-Berlin und blieb bei den Renovierungsarbeiten komplett erhalten. Im Inneren wurde das ehemalige Bürohaus aber in nur rund vier Monaten komplett entkernt und der Grundriss hotelgerecht umgestaltet. »Im Restaurant befand sich früher eine Zahnarztpraxis – es sind auch schon ehemalige Patienten vorbeigekommen«, kann Christin Kohlhase bereits eine Anekdote erzählen. Die 30-Jährige, die für ihren ersten Posten als General Manager dem Sofitel St. James in London nach sechs Jahren den Rücken gekehrt hat, ist sich der Konkurrenz auf dem Berliner Markt bewusst. »Unsere Stärken sind die zentrale Lage und das Design«, erklärt die Direktorin des Vier-Sterne-Boutiquehotels, das 81 Zimmer auf sechs Etagen, einen kleinen Fitnessbereich und ein Restaurant umfasst. »Der Charme eines Boutiquehotels mit hochwertiger Ausstattung und der Sicherheit einer großen Marke macht den Erfolg des Indigo-Konzepts aus«, meint auch Silke Krüger, Area Marketing Director North, Central, East Europe bei der InterContinental Hotels Group, die für ein derartiges Konzept auf dem Berliner Markt noch Platz sieht.

Die Classic- und Deluxe-Zimmer sind je 18 bis 20 Quadratmeter groß, die rund 25 Quadratmeter messenden Executive-Zimmer – alle in der obersten Etage – können zudem mit einem Balkon und Blick über die Dächer der City aufwarten. In puncto Design folgen die Zimmer einer Linie: viel Weiß, dazu farbige Akzente. So wurde Flieder und Lindgrün für die Loungesessel und die zusätzlich als Kofferböcke zu verwendenden Sitzhocker gewählt; die Filz-­Tagesdecke auf dem zentral platzierten Bett der Kieler Polsterbetten Manufaktur Sleep & Dream leuchtet hingegen in Orange. Zu den IHG-Vorgaben für die Marke Indigo gehören auch Coffee- & Tea-Facilities. »Wir sind noch einen Schritt weiter gegangen, jedes Zimmer ist mit einer Tassilo-Maschine ausgestattet«, so Christin Kohlhase. Weil die Berliner ihrem Kiez verbunden sind, wurde auch hier ein Bezug hergestellt. »Wir befinden uns vis-à-vis der Hochschule der Künste. Mit großformatigen, auf Leinwand gedruckten Atelier-Aufnahmen des Berliner Fotografen Martin Mlecko, die über den Betten hängen, schaffen wir eine Verbindung«, erklärt die Direktorin. Doch nicht nur beim Design, auch bei der Technik wird geboten, was 2012 Standard sein sollte: kostenloses WLAN und Sky-TV sowie Gratis-Telefonate aus dem Zimmer ins Festnetz von 19 Ländern sind in den Übernachtungspreisen von 80 bis 309 Euro inkludiert.

Zum festangestellten Team gehören zehn Mitarbeiter, das Housekeeping ist outgesourct. Das Restaurant wird quasi doppelt genutzt: Während das Frühstück vom Hotel ausgerichtet wird, wurde das Outlet für Lunch und Dinner – beides mediterran-international – verpachtet. Das auf Bio-Produkte setzende Frühstückskonzept hat der Berliner Spitzenkoch und Caterer Markus Herbicht entwickelt. Gleichermaßen platzsparend wie originell ist die mittägliche Verwandlung des Frühstücksbuffets durch einen einfachen Klappmechanismus in eine Bar.

Im Sommer steht die Eröffnung eines zweiten Indigo-Hotels am Alexanderplatz an. »Die Gäste können dann zwischen einem Indigo-Boutique-Hotel in der City-West und der City-Ost wählen, das ist ein ungemeiner Vorteil auf dem Berliner Markt«, so Christin Kohlhase. Insgesamt wird die IHG dann, nach den ebenfalls noch anstehenden Eröffnungen des Crowne Plaza Pots­damer Platz und des Holiday Inn am Alexanderplatz, in der Hauptstadt mit 14 Hotels und fünf Marken vertreten sein.   

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