MinibarKaufen war gestern!

Investitionen – in der Hotellerie an der Tagesordnung – sind maßgeblich entscheidend für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit eines Hauses. Der klassische Kauf von Investitionsgütern ist heute jedoch nur noch eine Option zu zahlreichen anderen Formen der Finanzierung. Der Minibar- und Zimmersafe-Hersteller Dometic bietet den Kunden verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten wie Miete, Leasing oder Mietkauf an. Tophotel sprach mit Michael Althaus, Verkaufsleiter Lodging, inwiefern diese Modelle eine Alternative zum Kauf darstellen.

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Tophotel: Warum bieten Sie Finanzierungskonzepte an?
Michael Althaus:
Genau wie in anderen Bereichen und Wirtschaftszweigen muss heute nicht immer der klassische Kauf am sinnvollsten sein. Finanzierungsalternativen können aus betriebswirtschaftlicher Sicht Sinn machen.

Tophotel: Welche Argumente sprechen gegen den Kauf und für eine andere Finanzierungsform?
Althaus:
Egal ob Leasing, Miete oder Mietkauf – bei allen Modellen bleibt der Hotelier flexibel, da der finanzielle Spielraum und der Kreditrahmen bei der Bank nicht beeinträchtigt werden. Das Eigenkapital wird somit geschont und die Eigenkapitalquote in der Bilanz steigt. Die monatliche Belastung ist gleichmäßig und damit planbar bei voller Kostenkontrolle. Beim Leasing und bei der Miete ergeben sich zusätzlich steuerliche Vorteile, da die Leasingraten und Mieten voll als Betriebsausgaben geltend gemacht werden können.

Tophotel: Wird das Angebot in Anspruch genommen?
Althaus:
Wegen des historisch niedrigen Zinsniveaus werden verstärkt Finanzierungsmodelle nachgefragt. Insbesondere dann, wenn ein gesamtes Hotel mit neuen Minibars und Zimmersafes ausgestattet werden soll. Geht es um einzelne Minibars, dominiert noch der klassische Kauf.

Tophotel: Für welche Hotels lohnen sich Leasing, Miete oder Mietkauf im Hinblick auf die Minibar?
Althaus:
Jeder Fall muss individuell betrachtet werden. Es gibt aber Szenarien, bei denen ein Finanzierungsmodell durchaus mehr Sinn macht als ein Kauf. Zum Beispiel im Zusammenhang mit den Stromkosten: Ältere Minibars haben einen durchschnittlichen Energieverbrauch von 1,3 kWh/24h – je nach Hersteller und Modell sogar bis zu 1,8 kWh/24h. Eine sparsame moderne Minibar dagegen verbraucht nur etwa 0,3 kWh/24h. Geht man von diesen Durchschnittswerten aus, können mit einer neuen Minibar monatlich 30 kWh eingespart werden. Bei einem Preis von 20 Cent pro Kilowattstunde ergibt das eine monatliche Ersparnis von sechs Euro pro Minibar. Geht man von einer durchschnittlichen Leasing-/Mietgebühr von etwa 4,50 Euro monatlich aus, lohnt sich der sofortige Austausch. Das Hotel hat damit ohne zusätzlichen Aufwand brandneue Minibars und eine zusätzliche Ersparnis von 1,50 Euro pro Gerät und Monat – von Reparaturkosten für die alten Minibars ganz abgesehen. Ein anderes Beispiel ist die Renovierung: Wenn es an der Zeit ist, Zimmer, Etagen oder gar das komplette Hotel zu renovieren, ist meistens die Hausbank in die Planungen einzubeziehen, um finanzielle Mittel zu beschaffen. Dabei steht die Minibar in der Bauphase ganz am Ende der Überlegungen. Da dann das Budget oftmals erschöpft ist, wird nicht selten eine Nachfinanzierung notwendig. Der zusätzliche Finanzierungsbedarf beim klassischen Kauf liegt bei einem Hotel mit 50 Zimmern im fünfstelligen Bereich. Entscheidet sich der Hotelier für ein Finanzierungsmodell, wird das Budget nicht weiter belastet und die monatlichen Miet-/Leasingraten können bequem aus den Einnahmen aus dem Minibar-Geschäft gedeckt werden.

Tophotel: Hoteliers stellen sich immer öfter die Frage, ob es sich überhaupt lohnt, neue Minibars anzuschaffen?
Althaus:
Unabhängig von der Höhe der Anschaffungskosten ist eine Investition immer dann sinnvoll, wenn sie über einen bestimmten Zeitraum rentabel ist. Also müssen im Rahmen einer Investitionsrechnung nicht nur die Investitions-, sondern auch Betriebskosten und die Einnahmen durch den Verkauf von Getränken berücksichtigt werden. Viele Hoteliers argumentieren zwar, dass die Minibar ein reiner Kostenfaktor ist, doch diese allgemeine Aussage ist schlichtweg falsch. Denn je nach individueller Kosten- und Prozessstruktur ist eine Minibar bei richtiger Handhabung schon nach etwa drei verkauften Getränken pro Monat und Zimmer profitabel.

 

Die Minibar – mieten, kaufen oder mietkaufen?

Miete: Die beliebteste Form der Finanzierung ist die Miete. Bei dieser Form der Finanzierung zahlt der Hotelier dem Vermieter einen festgelegten Mietzins. Der Hotelier kann damit die Minibars vollumfänglich nutzen, wobei der Vermieter über die gesamte Laufzeit Eigentümer bleibt. Nach Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit kann der Hotelier den Mietvertrag zu einem niedrigeren Mietzins verlängern, die Minibars zu einem Restwert kaufen, einen neuen Mietvertrag abschließen oder die Minibars ohne weitere Verpflichtungen an den Vermieter zurückgeben. Eine Anzahlung ist nicht notwendig, es wird lediglich eine Kaution in Höhe von drei Monatsmieten hinterlegt, die verzinst wird und nach Ende der Mietzeit zurückgezahlt wird. Die Mietdauer bei Minibars beträgt üblicherweise 72 Monate.

Leasing: Beim Leasing zahlt der Hotelier dem Leasinggeber über den vereinbarten Zeitraum eine Leasingrate. Im Unterschied zur Miete ist der Hotelier am Ende der Laufzeit verpflichtet, die Geräte zum Restwert zu kaufen. Der Leasinggeber bleibt damit bis zur Zahlung des Restwertes Eigentümer der Minibars. Ein großer Vorteil beim Leasing ist die große Flexibilität bei der Ausgestaltung der Vertragsbedingungen. So kann der Hotelier eine individuelle Laufzeit zwischen 24 und 84 Monaten vereinbaren. Darüber hinaus kann er selbst bestimmen, ob eine Anzahlung oder eine Voll-finanzierung erfolgen soll. Weiterhin kann gegen geringen monatlichen Aufpreis ein Servicevertrag abgeschlossen werden, sodass der Hotelier auch nach der zweijährigen Gewährleistungsfrist keine Angst vor Reparaturen haben muss.

Mietkauf: Der Mietkauf ist eine spezielle Form des Leasings. Beim Mietkauf zahlt der Hotelier über einen vereinbarten Zeitraum eine Mietkaufrate. Im Unterschied zum Leasing wird das Hotel sofort mit Vertragsbeginn Eigentümer der Minibars und verbucht diese im Anlagevermögen der Bilanz. Die Vertragslaufzeit beim Mietkauf kann individuell zwischen 42 und 84 Monaten vereinbart werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine Anzahlung zu leisten, sodass die monatliche Miete gering bleibt. Als zusätzliche Leistung kann ein Servicevertrag gegen geringen Aufpreis vereinbart werden.

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