ITB World Travel Trends Tourismus treibt Wirtschaftswachstum

Worl Travel Monitor
Auf der ITB Berlin 2019 wurden die internationalen Reisetrends vorgestellt. Die Daten liefert die jährlich erscheinende Studie "World Travel Monitor" durchgeführt von IPK International. (Bild: Messe Berlin GmbH)

Die Tourismusbranche präsentierte sich auch 2018 wieder in Höchstform, wie der aktuelle “World Travel Monitor” mit Zahlen belegt. In diesem Jahr droht jedoch ein Dämpfer.

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Tourismus bleibt wesentlicher Wachstumstreiber der Weltwirtschaft: 1,4 Milliarden Auslandsreisen sind die Bilanz für 2018. Damit wächst die Tourismusbranche (+5,5 Prozent)  stärker als die Weltwirtschaft (+3,7 Prozent). Das touristische Wachstum stammt aus allen Regionen der Welt. Europa und Nordamerika sind dabei traditionell sehr stark, aber die höchten Zuwächse erzielten Asien und Lateinamerika. In 2018 verreisten die Menschen auch durchschnittlich länger und gaben mehr dafür aus. Das Ergebnis: Der Umsatz im internationalen Tourismus wuchs 2018 um acht Prozent.

Zu diesen Ergebnissen kommt die jährlich erscheinende Studie “World Travel Monitor” von IPK International, eine weltweite Tourismusberatung. Der “World Travel Monitor” untersucht das Auslandsreiseverhalten in mehr als 60 Ländern und deckt so über 90 Prozent des weltweiten Reiseaufkommens ab. Auf der diesjährigen ITB in Berlin wurden alle Ergebnisse vorgestellt. Die komplette Studie steht hier zum Download bereit.

Asien und Europa beliebteste Reiseziele

Asiaten (+7 Prozent) und Lateinamerikaner (+6 Prozent) traten 2018 mehr Auslandsreisen an. Nordamerika und Europa verzeichneten fünf Prozent mehr Reisen. Mit Blick auf die Destinationen waren erneut Asien, aber auch Europa mit jeweils sechs Prozent mehr Auslandsreisen die Gewinner auf der Weltkarte. Nord- und Lateinamerika lagen mit einem Plus von drei Prozent deutlich darunter. Auf Länderebene stagnierten die Reisen nach Spanien in 2018 zu ersten mal nach Jahren des Reisebooms. Auf der anderen Seite erholten sich Reiseziele, die in der jüngsten Vergangenheit von Touristen gemieden wurden. Allen voran die Türkei, die 8,5 Millionen mehr Besucher verbuchen konnte als 2017. Generell entwickelten sich Urlaubsreisen in 2018 besser als Geschäftsreisen. Während für MICE-Reisen weiterhin Zuwächse zu verzeichnen sind, ist die traditionelle Geschäftsreise weiterhin im Abwärtstrend.

Vor allem junge Reisende nervt Overtourism

Der Aufwärtstrend der Branche hat auch einen Preis. Viele Reisende und Anwohner beklagen sich über überfüllte Ziele, den sogenannten Overtourism. Besonders betroffen sind Städte wie Peking, Venedig oder Amsterdam. Mehr als jeder zehnte Reisende weltweit fühlt sich durch die zunehmende Überfüllung beeinträchtigt, was einem Anstieg von 30 Prozent in nur einem Jahr entspricht. Und junge Reisende haben laut Daten ein viel größeres Problem mit überfüllten Orten als Reisende älterer Altersgruppen.

Angst vor Terror bleibt

Dass politische Instabilität und Terrorgefahr ihre Reiseplanung für 2019 beeinflussen werden, behaupten derzeit 38 Prozent der Auslandsreisenden – ein ähnlicher Wert wie im vergangenen Jahr. Reisende aus Asien fühlen sich von Terrorgefahren aber viel stärker betroffen als Reisende aus anderen Kontinenten. Eine große Mehrheit gibt daher an, dass sie nur Reiseziele auswählt, die sie als “sicher” betrachtet. Das Sicherheitsimage der meisten Destinationen hat sich in den letzten zwölf Monaten leicht verbessert, das gilt auch für die Türkei, Israel und Ägypten.

Ausblick 2019: Reisebranche schwächelt

Das globale Wirtschaftswachstums verlangsamt sich voraussichtlich im Jahr 2019. Daher  liegt auch die Prognose für internationale Reisen  leicht unter dem Wert 2018. Insgesamt erwartet IPK International, dass die weltweiten Auslandsreisen im Jahr 2019 um vier Prozent steigen werden.

 

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