AusstattungQuo vadis, Minibar?

Vor dem Einschlafen ein schönes Gute-Nacht-Bierchen und ein paar Erdnüsse – auf dieses Vergnügen wollen viele Hotelgäste auch künftig nicht verzichten und bedienen sich aus der Minibar. In der Regel ist das Gerät ein 30-Liter-Modell, das als Einbaulösung installiert wurde. Dies geht aus Gesprächen mit Vertretern von Dometic, Sibra und Hartmann Tresore hervor, die zudem über beliebte Sonderanfertigungen und über potenzielle Gefahren Auskunft gaben.

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In puncto Größe beziehungsweise Volumen gibt es eine klare Aussage: Die 30-Liter-Geräte sind und bleiben für Wilfried Flügel (Sibra), Jan Hass (Dometic) und Thomas Bunte (Hartmann Tresore) die Bestseller im Sortiment. Eine Erklärung fällt nicht schwer: »Die 30-Liter-Geräte kommen der Entwicklung im Bereich Minibars der vergangenen Jahre optimal entgegen. Denn heutzutage wird die Hotel-Minibar nicht mehr komplett gefüllt, sondern dem Gast hauptsächlich als Kühlmöglichkeit zur Verfügung gestellt. Teilweise ist nur eine Flasche Wasser, vielleicht noch ein oder zwei andere kostenfreie Getränke enthalten«, erklärt Thomas Bunte. Die typische Minibar, vollgepackt mit Snacks, Softdrinks, Bier und Spirituosen, findet man nach Informationen des Key Account Manager Hotellerie nur noch selten – ein Grund mehr, weshalb das Modell »HTM 30T-12« bei Hartmann Tresore am stärksten nachgefragt wird. Das Pendant bei Dometic hört auf den Namen »HiPro 3000«. Dass bereits mehrere 100.000 Geräte auf dem Markt sind, liegt nach Aussage von Jan Hass einerseits an der extremen Langlebigkeit und der sehr guten Kühlperformance, andererseits daran, dass das Gerät »die sparsamste Absorber-Minibar weltweit ist«.

Sibra-Geschäftsführer Wilfried Flügel registriert in seinem Sortiment die stärkste Nachfrage für das 30-Liter-Modell »MB 130« und erklärt darüber hin-aus, dass mehrheitlich Einbaugeräte verlangt werden. Freistehende Minibars spielen hingegen eine untergeordnete Rolle; bei Dometic machen sie gerade einmal zehn Prozent der Anfragen aus. Jan Hass: »Diese Geräte kommen in der Regel nur dann in Frage, wenn die Minibar nachgerüstet oder im Möbel kein Platz vorgesehen ist. Darüber hinaus setzen immer mehr Hotels, die auf die Minibar verzichten möchten, auf mobile Lösungen, wenn sie feststellen, dass die Gäste doch vermehrt nach der Minibar fragen.« Für Thomas Bunte gibt es noch einen weiteren Grund, weshalb es in diesem Segment nur vereinzelnte Nachfragen gibt: »Bei freistehenden Geräten muss man darauf achten, dass kein Gast aus Versehen an die Elektronik an der Rückwand der Minibar kommt. Das ist eine potenzielle Gefahrenquelle.« Ebenfalls rückläufig sei die Nachfrage nach Modellen, die mit der Schranktür durch ein Schleppscharnier gekoppelt werden. Das begründet der Hartmann-Verkaufsleiter mit der exakten Platzierung der Minibar. Ist diese nicht gegeben, schließt das Gerät mitunter nicht richtig und das Aggregat läuft heiß.

Als optisch durchaus gefällig präsentieren sich Geräte mit Glastüren, da sie die Produkte sehr ansprechend in Szene setzen. In der Praxis allerdings werden sie wenig nachgefragt: Während Wilfried Flügel noch auf gelegentliche Bestellungen verweisen kann, spricht Thomas Bunte von einer fallenden Tendenz. Dies macht er an der schlechten Isolationsfähigkeit von Glas fest, schließlich kann eine Minibar ohne Glastür, welche die Energieeffizienzklasse A+ besitzt, mit einer Glastür nur noch die Energieeffizienzklasse D erreichen. Um die Temperatur im Inneren niedrig zu halten, wird bei Glas-Varianten schlichtweg mehr Energie benötigt.

Generell aber sind die Minibar-Spezialisten für alle Spezifikationen offen. Individuelle Innenausstattungen, Logoaufdrucke, Dekorplatten, Türanschläge oder -griffe stehen bei Dometic-Kunden beispielsweise täglich auf dem Fragenkatalog. Aus diesen Gesprächen heraus hat sich denn auch ganz nebenbei eine eigene Serie entwickelt, denn die ausziehbaren (Schubladen-)Minibars wurden ursprünglich auf Kundenwunsch produziert.

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