Investition Friesischer Schmelztiegel

Der einst als Bauernhof genutzte Aarnhoog in Keitum, der zu den besten Hotels auf Sylt zählt, startete jüngst nach einer sechsmonatigen Verjüngungskur mit neuem Look in die Frühjahrssaison und positioniert sich als stilles und selbst für Sylter Verhältnisse höchst individuelles Refugium – das zeigt allein die Instal-lation von 400 ausgewählten Leuchten.

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Der Aarnhoog benötigte dringend ein Facelifting – und gleichzeitig eine Entscheidung darüber, wie das Gebäude künftig genutzt wird. Seit Jahren schon wurden verschiedenste Ideen diskutiert, wie beispielsweise der Verkauf der Immobilie oder die Umwidmung zum noblen Altersheim oder zur Schönheitsfarm.

Beschlossen wurde schließlich die Renovierung als Top-Hotel – und dies mit einer klaren Vorgabe: Europäisches Top-Design und Gemütlichkeit gemeinsam unter einem »Reetdach«. Das Interior-Design orientiert sich daher heute an der Eleganz der 1950er- Jahre, wobei warme Farben, individuell und modern gestaltete Möbel und scheinbar ewig junge Designklassiker im Mittelpunkt stehen. Das äußere Erscheinungsbild blieb hingegen unverändert und mit seiner Backsteinfassade dem norddeutschen Stil treu. Mit jetzt elf statt 13 Suiten ist der Aarnhoog ein Boutiquehotel, dessen Gäste ein ebenso kuscheliges wie modern eingerichtetes Zuhause auf Zeit suchen.

Der Auftrag für den Relaunch wurde im vergangenen Jahr an die Volquardsen Architekten Partnerschaft in Westerland unter der Leitung von Birte Welling-Volquardsen vergeben. Dem Bauteam ist ein veritabler Spagat gelungen: Einerseits dem Niveau des Mutterhauses, dem Fährhaus im nahen Munkmarsch, gerecht zu werden und andererseits die moderne Intimität eines Wohnzimmers zu schaffen. Das Ergebnis darf mit Fug und Recht als gelungen eingeordnet werden. Eigenwillig attraktiv sind beispielsweise die Tapetenkreationen von Elli Popp (alias Katja Behre) aus London. Deren Arbeiten, manche davon nur auf eine Wand appliziert, sind in ihrer Wirkung eher grafisch-optisch, denn bloßer Wandschmuck aus Papier. Zudem gibt es für den Betrachter immer neue Kompositionen zu erleben: So arrangiert sich im Treppenhaus beispielsweise eine alte Standuhr wie selbstverständlich mit dem Tapetendesign von Elli Popp. Charmante Farbtupfer wie die gelbe Deckenlampe Toldpod von Louis Poulsen in der Suite »Schwertlilie« beleben das Erscheinungsbild im neuen Aarnhoog zusätzlich. Für Lichtplaner Ose Inger Franzen von der Lichtinsel in Westerland ist das Boutiquehotel deshalb auch ein Schmelztiegel der aktuellen europäischen Designkultur. Möbel und Accessoires, Leuchten und Lampen wurden sorgfältig in diesem Sinne ausgewählt. Auch die Nähe zum nordischen Nachbarn spielt eine Rolle, wie die Leuchten von Arne Jacobsen beweisen. Hinzu kommen Kupferleuchten von Catellani & Smith aus Italien, aber auch elegante und innovative Lichtkonzepte deutscher Top-Designer, wie etwa Axel Meise von Occhio aus München, Mawa Design aus Brandenburg und Tobias Grau aus Hamburg. Insgesamt wurden mehr als 400 Lampen und Leuchten installiert und mit der Einrichtung abgestimmt.

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