Interview So bauen Hotels eine starke Online-Marke auf

Fotolia / hottelling.net

In vielen Fällen sind neue Internet Booking Engines und leicht vernetzbare Hotelsoftware dringend notwendig, mahnt Uli Pillau, Geschäftsführer von Hetras und Travel-Technology-Guru, im Interview mit HOTELIER TV & RADIO. Stark verbesserungswürdig seien oftmals die Art der grafischen Darstellung, die Ladegeschwindigkeit, zu viele Buchungsschritte, zu wenig Interaktivität mit Verfügbarkeiten und Zimmerpreisen – gerade im Vergleich mit erfolgreichen OTAs wie Booking oder Expedia.

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Sehr viele Buchungsmaschinen, die derzeit angeboten werden, seien einfach zu schlecht, so Pillau (Bild). Wichtige Benchmarks sind  airbnb.com und housetrip.com – hier zeige man, wie die sogenannte Customer Journey richtig zu laufen habe. In naher Zukunft wird Standardsoftware Einzug in der Hotellerie halten, meint Pillau. Dadurch werden komplexe Schnittstellen und Vernetzungen der Systeme erheblich vereinfacht, so der Technikguru. In fünf bis zehn Jahren sei man in der Hotellerie dann soweit –  anderen Branchen wie z.B. der Touristik und produzierender Industrie damit allerdings immer noch weit hinterher.

Hotelmarketing 3.0 – So kann’s gehen

Mobil suchen, buchen und später mobil reisen: Millennials kennen und wollen es laut Umfragen nicht anders. Sie prägen damit die Hotelwelt von heute. Wer sich klug auf morgen oder besser noch übermorgen vorbereiten will, hat das im Blick – und baut eine starke Online-Marke auf.

Online-Marketing versus traditionelles Hotelmarketing: Genau darum geht es, denn der Megatrend in der Hoteldistribution heißt „Electronic Distribution“. Wer diesen E-Commerce-Trend optimal für sich nutzt, gehört zu den Gewinnern. Davon ist Pillau überzeugt. Warum? „Weil genau diese Hoteliers dann die meisten Buchungen via Internet bekommen können.“

Klassischer Vertrieb ade?

Branchenweit machen Internetbuchungen inzwischen etwa die Hälfte aller Übernachtungen aus. Mit stark steigender Tendenz. Dabei sind New Generation Hotels Trendsetter: „Sie verkaufen häufig schon über 90 Prozent ihrer Zimmer via Internet“, sagt Pillau. „Bei vielen ist das Internet sogar der einzige Vertriebskanal.“

New Generation Hotels sind die größten Gewinner, weil sie den Trend optimal für sich nutzen. Sie sind dabei, starke Online-Marken zu etablieren, um die neue Generation Reisender zu erreichen. Dazu gehören Online-Buchung (am besten mobil), Self-Check-in und -out, modernes Design von Lobby bis ins Zimmer und ein personalisierter Service.

Den Gast genau im Auge zu behalten, das ist etwas, was Uli Pillau für sehr sinnvoll hält: „Gerade wenn gute Technologie im Hintergrund für reibungslose Abläufe sorgt, können Hoteliers mit einer umso persönlicheren Ansprache punkten. Erst dann steht der Gast mit seinen individuellen Vorlieben wirklich im Mittelpunkt. Man hilft ihm – nicht sich, um z.B. Gastdaten abzufragen. Dafür kommen Customer Relationship Management und Instrumente wie ein Digital Concierge oder ein Online Travel Guide in Frage.“

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