Interview mit Andreas Neudahm„Ganz neue Inszenierungen“

Mit einer durchdachten Lichtplanung wirken Hotelzimmer wie in diesem Beispiel hell und freundlich. (Bild: Leonardo Hotels)

Punktuell Elemente zu beleuchten und ihnen damit eine gewisse Bedeutung beizumessen, ist ein wichtiges Tool der Lichtplanung geworden. Was es darüber hinaus beim Licht zu beachten gilt, erläutert Interiordesigner Andreas Neudahm.

Die wichtigste Grundregel für Andreas Neudahm ist, mit dem Lichtkonzept bereits während der Möblierungsphase zu beginnen.
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Hotel + Technik: Herr Neudahm, welche neuen Techniktrends gibt es in der Beleuchtung von Hotels?

Andreas Neudahm: Die LED-Technik dominiert – immer noch – den Markt. Als Trend wird diese Technik aber gerade erst in der Realisierung sichtbar. Mittels LED kann man in den kleinsten Ecken Objekte so darstellen, dass man Oberflächen und Konturen genau sieht. Man kann sie zum Beispiel sakral wirken lassen oder ganz neu inszenieren. Es ist super, dass aus dieser Technik so viel geworden ist und
dass  sich diese so stetig weiterentwickelt hat.

Was ist in puncto Design gerade der Renner?

Punktuelle Akzentbeleuchtungen und Gegenstände durch Beleuchtung mehr sprechen zu lassen – das ist gerade sehr angesagt. Viele Lichtelemente leuchten den Raum punktuell aus und werden so zu einem Gesamtensemble. Die Möglichkeiten, technische Szenarien dem Tageslicht anzupassen, nehmen immer mehr zu.

In welchen Hotelbereichen spielt die Beleuchtung eine besonders wichtige Rolle und warum?

Im Loungebereich, um gemütliche Sitzgruppen, spielt Licht eine große Rolle – diese sollten in warmem Licht ausgeleuchtet werden. Im Hotelzimmer ist es wichtig, ein Licht zu erzeugen, das eine Wohlfühlstimmung inszeniert.

Sollte es in der Konzeptionierung einen roten Faden geben?

Die Beleuchtung und jede Lampe einzeln anzusteuern, ist bei jeder Lichtinszenierung wichtig und kann als roter Faden bezeichnet werden. Am Ende entsteht immer ein „Bühnenbild“ als Gesamtkomposition.

Welche Elemente – außer Lampen und Lichter – beeinflussen die Lichtstimmung und sind maßgebend für das Lichtkonzept?

Wände und Oberflächen müssen immer an das Gesamtkonzept angepasst werden. Vor allem Farben sollten so gewählt werden, dass sie entweder Licht schlucken oder aber dieses ausstrahlen. Das hängt von der Idee und dem gewünschten Effekt ab.

Welche Tipps würden Sie Hoteliers geben – was ist ein Must-have und was sollte lieber vermieden werden? Was sind die Herausforderungen bei der Lichtplanung?

Eine der entscheidenden Aufgaben in der Hotelplanung ist, frühzeitig an die Lichtplanung zu denken, da diese den Charme und Charakter des Hauses widerspiegelt. Die wichtigste Grundregel ist, mit der Lichtplanung bereits in der Möblierungsphase zu beginnen und dann die Grundrisse der Innenarchitektur anzupassen. Der Grundrissplan muss mit dem Deckenplan bereits die gesamte Lichtplanung widerspiegeln.

Interview: Mareike Knewitz