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StartBrandsNewsInterview: »Gute Pressearbeit ist kein Schnellschuss«

Interview »Gute Pressearbeit ist kein Schnellschuss«

 

Tophotel: Der Begriff Storytelling ist heute in aller Munde. Warum? Und was steckt genau dahinter?

Niederberghaus: Storytelling ist die Kunst, eine Geschichte zu erzählen. Sie muss ein Thema haben und natürlich wahr sein, sie sollte überraschen und Emotionen wecken. So bleibt sie in Erinnerung und wird weitererzählt. Storytelling  ist seit jeher die Arbeit von Journalisten. PR und Social Media haben sich den Begriff zu eigen gemacht und strapazieren ihn ein wenig.

Tophotel: Wie wichtig ist Sprache?

Niederberghaus: Sehr wichtig. Die Sprache für die Medien darf keine Werbesprache sein. Ein falsches Wort in der Headline einer Pressemeldung kann schon ausreichen, dass ein Redakteur gleich die Delete-Taste drückt.

Tophotel: Wie wird sich die PR für Hotels in den nächsten Jahren verändern?

Niederberghaus: Jeden Tag machen neue Hotels auf. Der Markt wird geradezu überschwemmt. Und alle heischen um Aufmerksamkeit, wollen in die Medien. Es wird für die PR in Zukunft noch viel wichtiger, sich von der Austauschbarkeit zu verabschieden und Inhalte im Sinne des Storytellings zu schaffen. Das erfordert originelle Ideen und eine kontinuierliche Arbeit. Zudem werden sich PR und Marketing noch viel stärker verzahnen als bisher.

Tophotel: Welche Rolle spielen Social Media-Kanäle bei der Verbreitung von Inhalten? Und wie beurteilen Sie die Bedeutung von Bloggern?

Niederberghaus: Social Media ist eine relativ junge Disziplin. Sie wird an Bedeutung gewinnen und zu einem festen Bestandteil der Unternehmenskommunikation werden. Viele Vertreter der Sparte Social Media sind im Geschichtenerzählen jedoch nicht geübt. Das kann von Nachteil sein. Wenn 30 Hotels über ihren neuen Drink tweeten, dann sind das 30 zu viel. Das Gleiche gilt fürs Bloggen. Gerade unter den Reisebloggern gibt es bisher nur wenige Profis.

Tophotel: Die Redakteure werden heute über verschiedenste Kanäle mit Informationen versorgt – man könnte auch sagen: überschüttet. Wie schafft man es, aus der Masse herauszuragen und Journalisten für ein Thema zu begeistern?

Niederberghaus: Mit einer guten Geschichte – die aber nicht allen gefallen muss. Denn manchmal ist es gut zu polarisieren. Einer meiner Hotelkunden hat seit Neuestem einen Flug-Butler,  der Gästen die Schönheit der Umgebung aus der Luft zeigt. Manche Journalisten mögen das versnobt finden. Andere aber berichten gerne über dieses außergewöhnliche Vergnügen.

Tophotel: PR lässt sich mittlerweile schnell, bequem und kostengünstig per Mail transportieren. Macht es noch Sinn, eine aufwendig gestaltete Pressemappe per Post zu verschicken?

Niederberghaus: Wer in Zeiten digitaler Informationsflut einen handgeschriebenen Brief auf schönem Papier bekommt, wird das nicht so leicht vergessen. Ähnlich ist es mit der Pressemappe. Für ein besonderes Hotel macht es durchaus Sinn, mal wieder eine besonders gestaltete Pressemappe zu verschicken. Werden wir nicht alle gerne überrascht?

Tophotel: Welche Rolle spielt der persönliche Kontakt zu Medienvertretern?

Niederberghaus: Es ist wichtig, sich immer wieder mit Journalisten auszutauschen. Welche Themen bewegen sie? Planen sie Schwerpunkte? Manchmal entsteht ein Hotelthema auch beim gemeinsamen Lunch.

Tophotel: Ist der Erfolg guter Pressearbeit eigentlich messbar?

Niederberghaus: Auf jeden Fall. Nach einer gewissen Zeit wird Bilanz gezogen. Dann schaut man aufs Clipping und sieht, welche Artikel in welchen Medien erschienen und von welcher Qualität sie sind. Gute Pressearbeit ist kein Schnellschuss.

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