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Start Brands News Interview: »Gute Pressearbeit ist kein Schnellschuss«

Interview »Gute Pressearbeit ist kein Schnellschuss«

PR-Arbeit für Hotels erfordert originelle Ideen, journalistisches Gespür und manchmal auch Mut zum Unkonventionellen. Der ehemalige ZEIT-Autor Tomas Niederberghaus geht dabei eigene Wege.

 

Tophotel: Ihre Agentur trägt im Titel nicht den Begriff PR, sondern Media Consulting. Signalisieren Sie damit ein breiteres Leistungsspektrum, als es eine klassische PR-Agentur bietet?

Tomas Niederberghaus: Als Journalist bei der ZEIT war ich im Umgang mit PR-Agenturen oft verdutzt, wie oberflächlich dort gearbeitet wird. Viele Mitarbeiter kannten die Hotels, die sie vertreten, nicht einmal persönlich. Und die Pressemeldungen waren nicht selten Ansammlungen von Floskeln. Ich habe den Begriff PR deshalb vermieden. Wenn ich heute Pressearbeit für Hotels mache, gehe ich noch immer mit dem journalistischen Blick in die Häuser meiner Kunden. Wir bringen Themen in Hotels, die für die Presse interessant sind. Auf Wunsch erstellen wir auch Folder und Gästemagazine. Damit ist textlich und fotografisch alles aus einem Guss.

Tophotel: Welche Vorteile bringt die »journalistische Herangehensweise« für die Hotelkunden mit sich?

Niederberghaus: Wer über Jahre ein Hotel besitzt, sieht das Potenzial seines Hauses oft nicht mehr – das ist wie in einer alten Ehe. Hoteliers sind Gastgeber, sind Yield-Manager und Director of Rooms Division. Sie sind keine Texter und keine Medienprofis. In den Hotels meiner Kunden recherchiere ich. Ich versuche, die DNA des Hauses zu erfassen, spreche mit den Mitarbeitern, erlebe das Hotel und entwickle schließlich die Themen. Nicht nur der Inhalt einer Botschaft ist wichtig, sondern auch der Zeitpunkt, wann sie veröffentlicht wird. Und welches Thema zu welchem Medium passt.

Tophotel: Können Sie aus der Erfahrung mit Ihren Hotelkunden ein oder zwei Beispiele für gelungene Media-Konzepte geben?

Niederberghaus: Bei Recherchen für unseren Kunden Kärntnerhof in Wien etwa fand ich in Archiven heraus, dass das Haus in den 50er-Jahren ein Bordell war. Als nach der aktuellen Renovierung die Wiedereröffnung bevorstand, gab ich ihm den Titel »Das kleinste Grandhotel Wiens« und schickte eine Meldung an die Presse: »Vom Bordell zum Grand Hotel«. Die Betreiber waren anfangs ein bisschen ängstlich. Doch dann machten Zeitungen und Magazine ihr Hotel bekannt, selbst das Fernsehen berichtete.

Ein anderes Beispiel ist das Hotel Thessoni classic in Regensdorf, einem Vorort von Zürich. Nach Regensdorf fahren manche nur in Begleitung der Polizei – dort ist das Gefängnis der Stadt. Ich schlug dem Inhaber des Hotels ein Paleo-Konzept für sein Restaurant vor. Das passte zu seinem Haus, und das gab es in der Schweiz noch nicht. Nach der Eröffnung schrieb ich eine Presseinformation. Die Gourmetkritiker und Magazin-Journalisten wurden neugierig. Heute ist das Restaurant stadtbekannt und der Gault Millau hat ihm gerade 14 Punkte verliehen.

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