Integration der TSEWas für Kassensysteme nach dem Stichtag 30.09. gilt

In den meisten Bundesländern wurde die Frist zwar bis 31. März 2021 verlängert. Dennoch sollten Gastronomen jetzt handeln. (Bild: Pixabay)

Seit dem 1. Januar 2020 gilt in Deutschland die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV). Wesentlicher Bestandteil der neuen Verordnung ist die Integration einer technischen Sicherheitseinrichtung (TSE).

Anzeige

Vom Bundesfinanzministerium wurde eine Übergangsfrist bis 30.09. gewährt. Diese Frist wurde nun von den meisten Ländern bis zum Zeitpunkt der Zertifizierung der Cloud-TSE-Anbieter verlängert, längstens bis 31.03.2021. Markus Bernhart, CEO von Ready 2 Order fasst zusammen, was es nun zu beachten gilt.

Betroffene Kassen

Alle elektronischen Kassen sind von der neuen Regelung erfasst. Ausgenommen sind lediglich offene Ladenkassen, also Kassen, die ohne technische Elemente auskommen. Der Umstieg auf eine moderne Kasse kann sich trotzdem lohnen, da er gleichbedeutend mit der Digitalisierung der Geschäftsprozesse ist. Studien ergeben, dass bis zu 74 Prozent der Zeit von KMU auf Aufgaben fällt, die nicht direkt auf die Entwicklung ihres Kerngeschäfts einzahlen, wie Buchhaltung. Innovative, elektronische Kassenlösungen können sie von zeitintensiven Administrationsaufwand befreien.

TSE, Meldung des Kassensystems, DSFinV-K

Mit Ende September 2020 muss jedes Kassensystem für eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung vorbereitet sein. Eine zusätzliche Hardware, wie ein USB-Stick oder eine SD-Karte, ist für die Integration nicht notwendig. Das elektronische Kassensystem kommuniziert über eine gesicherte Verbindung mit der Cloud-TSE. Die gespeicherten Daten sind jederzeit abrufbar und entsprechen den Anforderungen der Kassensicherungsverordnung (KassenSichV).

Wer bereits eine elektronische Kasse hat, sollte sich beim Hersteller nach einer Erweiterung um die TSE informieren und den Bestellvorgang bis zum Ablauf der Frist am 30.09. abschließen. Zu beachten ist dabei eine schriftliche Bestätigung des Herstellers, insbesondere dann, wenn das Zusatzmodul noch nicht lieferbar sein sollte. So kann bei einer Prüfung nichts schiefgehen.

Die Kassenmeldepflicht geht mit der TSE-Integration einher und tritt ebenfalls mit Ende September in Kraft. Das Bundesfinanzministerium hat die Kassenmeldepflicht allerdings ausgesetzt, bis eine elektronische Übermittlungsmöglichkeit geschaffen wurde.

Ab diesem Zeitpunkt müssen elektronische Kassensysteme außerdem fähig sein, die Daten in einem standardisierten Format zur Verfügung zu stellen. Diese Anforderung wurde im Juli 2019 mit der “Digitalen Schnittstelle der Finanzverwaltung für Kassensysteme” (DSFinV-K 2.0) verabschiedet. Im Wesentlichen geht es darum, eine einheitliche Struktur der Datenerfassung für alle elektronischen Kassensysteme einzuführen, um die Auswertung im Falle einer Prüfung durch das Finanzamt zu erleichtern. Es ist die Aufgabe des Kassenanbieters sich um die Erfüllung der DSFinV-K zu kümmern.

Anbieter in der Pflicht

Jene Unternehmen, die die technische Sicherheitseinrichtung zur Verfügung stellen, sind dafür zuständig, dass diese zertifiziert werden. Die Zertifizierung selbst übernehmen spezielle Anbieter in Abstimmung mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

Fristen nach dem Stichtag 30.09.

In den meisten Bundesländern, außer in Bremen, wurde eine verlängerte Frist für die Integration der TSE bis zum 31.03.2021 festgelegt. Unternehmen können sich auf diese berufen, insofern grundsätzlich zwei Punkte beachtet werden:

  • Die Bestellung muss bis 30.09.2020 bei einem Kassenhersteller eingegangen sein.
  • Der Kassenhersteller muss bestätigen, dass die Integration einer TSE vor dem 30.09.2020 nicht möglich war.

In den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Sachsen ist die Frist bereits mit Stichtag zum 31.08.2020 abgelaufen.

Es empfiehlt sich, einen Steuerberater zu kontaktieren, um zu erfragen welche Frist und welche detaillierten Anforderungen gelten.

Generelle Übergangsregelung endet 2022

Ab 2023 dürfen generell keine elektronischen Kassen ohne technische Sicherheitseinrichtung verwendet werden. Die Frist gilt grundsätzlich nur für Kassen, die nach dem 25.11.2010 und vor dem 01.01.2020 angeschafft wurden und nicht nachgerüstet werden konnten. Den Regelungen der Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff muss die Kasse allerdings entsprechen.

Anzeige