Umbau und ModernisierungIn der Ruhe liegt die Kraft

Während bei der Bauplanung und der Modernisierung von Hotels auf die Gestaltung großer Wert gelegt wird, kommen Schallschutz (Ruhequalität) und Raumakustik (Verständlichkeit) häufig zu kurz. Beim Ausbau des Naturerlebnishotels Berggasthof Höchsten wurden beide Aspekte be­rücksichtigt, da sie das Wohlbefinden der Gäste unmittelbar beeinflussen.

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 Vor rund zwei Jahren wurde der Berggasthof auf dem ­badischen Aussichtsberg Höchsten um einen Hotelzimmertrakt und ein Foyer mit insgesamt 1570 Quadratmetern zusätzlicher Nutzfläche erweitert. Für die Planung und Umsetzung zeichnete Manfred Fetscher und sein Büro Fetscher Architekten aus Illmensee verantwortlich. Die Experten für ökologischen Hochbau und Raumakustik arbeiten seit Jahren mit dem von Hans-Peter Kleemann geführten Traditionsbetrieb zusammen.

Bauherr und Architekt einigten sich darauf, für das Vorhaben ausschließlich natürliche Materialien einzusetzen, um für Tagungs­gäste und Urlauber höchsten Wohnkomfort und Wohlfühlqualität zu gewährleisten. Kern und Sockel des neuen Traktes bestehen aus Stahlbeton, ansonsten ist alles in Holzbauweise ausgeführt. Ein spezielles Brandschutzkonzept, das auch den Altbau mit einbezieht, erlaubt diese Art der Umsetzung für beide Obergeschosse. Die geradlinige Architektur bildet nicht nur optisch einen interessanten Kontrast zum Bestandsbau; sie zeichnet sich auch durch einen über der Norm liegenden Schallschutz in den Zimmern – besonders wichtig bei Holzbauten – und eine ausgezeichnete Akustik in den Seminarräumen, dem Foyer, den Gästezimmern und dem Übergangsbereich zum Altbau aus. Bei der Umsetzung arbeiteten die Architekten mit der Firma Lignotrend aus Weilheim-Bannholz zusammen, die sich eine »nachhaltige Holz-Baukultur« auf die Fahne geschrieben hat.

Sowohl die Wände als auch die Decken des Anbaus sind aus Massivholz-Bauteilen aus ­deren Sortiment gefertigt. Als tragende, schalldämmende und zugleich absorbierende Konstruktion wurden Brettsperrholzelemente aus Schwarzwälder Weißtanne verwendet. Die Deckenelemente wurden mit feinem Kalksplitt verfüllt, sie übertreffen die Schallschutz-Normanforderungen und dämmen laut Manfred Fetscher zudem besonders gut im tiefen Frequenzbereich. Als zusätzliche Trittschall- dämmung wurden zwischen dem 50 Millimeter dicken Zement-estrich und den Landhausdielen aus Thermoeiche Korkmatten (3 mm) verklebt, sodass die Gäste nicht durch Gehgeräusche aus dem Obergeschoss belästigt werden.

Die einseitig mit einer astfreien Weißtanne belegten Innenwände zwischen Gästezimmern und Flur wurden mit Federschienen schall­­-entkoppelt, darauf wurde ein Lehmputz mit integrierter Wandheizung aufgebracht. So werden Geräusche aus dem Nebenzimmer komplett »ausgeblendet«. Manfred Fetscher: »Wir haben das getestet, indem sich je zwei Mitarbeiter in angrenzende Zimmer gestellt und richtig laut gebrüllt haben. Im Nachbarzimmer war davon nichts zu hören.« Und auch die Bäder sind so konzipiert, dass man nicht hört, wenn der Nachbar duscht oder die WC-Spülung bedient.  Für Wand- und Deckenverkleidung haben die Architekten 33 Millimeter dicke Lignotrend »Akustik light«-Elemente mit Weißtanne-Schalungen kombiniert; das Holz stammt aus dem benachbarten Homberger Kirchenwald: So wurden in den neuen Zimmern die abgehängten Decken im Eingangs- und Sanitärbereich sowie die Schrankschiebetüren und die Kopfteile der Betten mit Schallschutzelementen ausgeführt.

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