F&B-KonzepteProfitcenter: die hoteleigene Kaffeerösterei

»Je intensiver wir uns damit beschäftigten, umso mehr Fragen kamen auf«, sagt Klaus-Peter Fiebig. »Die Antworten waren nicht unmittelbar greifbar, da eine Kaffeerösterei nach unserer Recherche innerhalb eines Hotelbetriebes bislang noch nicht existierte.« Und das obwohl es seiner Ansicht nach bei dem hohen Kaffeekonsum eines Hotels ein durchaus ein naheliegendes Modell ist: An die 1200 Kilogramm Röstkaffee pro Jahr werden im Vier Jahreszeiten für Hotelgäste zum Frühstück, für Tagungsteilnehmer während der Pausen, für Bankett- und Veranstaltungsgäste, für Terrassen- und Restaurantbesucher und last but no least für die rund 50 Mitarbeiter des Hauses benötigt.

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Würde der Kaffee außerdem als Verkaufsartikel, Mitbringsel und Give-away eingesetzt, ließe sich die Abverkaufsmenge um circa 500 bis 600 Kilogramm pro Jahr erhöhen. »Ein erfreulicher Gedanke« für Fiebig, der ihn in seinen Plänen bestärkte. Ebenso wie der an eine »neue USP« für das Haus, die sich im Marketing erfolgreich einsetzen ließe. Nach der Festlegung des optimalen innerbetrieblichen Standortes – die Wahl fiel auf den Eingangsbereich des Gastronomie-­Foyers, der unmittelbar vor den beiden Restaurants mit Zugang zur Außenterrasse mit 150 Plätzen liegt – wurden alle weiteren Punkte konzeptionell entwickelt. Von den Abteilungsleitern und Mitarbeitern kam die berechtigte Frage: »Wer von uns soll die Anlage bedienen und den Verkauf organisieren?«. Eine Servicemitarbeiterin sowie eine Auszubildende meldeten sich freiwillig und machten den Ablauf zu ihrem »ganz persönlichen Thema«.

Das »Herz« der Anlage – die Zwei-Kilogramm-Röstmaschine –, die Kaffeesilos und -mühlen, die Lagerbehälter sowie die entsprechende fachliche Unterstützung erhielt das Hotel nach langem Suchen bei einem mittelständischen Unternehmen aus Wassenberg in der Eifel. »Profis auf ihrem Gebiet, die sich seit 15 Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigen«, wie Klaus-Peter Fiebig betont.

»Unsere Kaffee-Rösterei ist nicht nur optisches Highlight und USP, sondern bereitet allen Beteiligten Freude.«

Ein erfahrener Kunst-Möbeltischler aus der Gegend wurde engagiert, um nach den Vorgaben des Hotels und nach Vorbild einer historischen Kolonialwarentheke die Verkaufseinheit zu planen und zu bauen. Involviert waren in das Projekt ferner die örtliche Aufsichtsbehörde, der Zoll, ein Lüftungsbauer für die Abluft, ein Elektriker für die Dreh- und Wechselstromanschlüsse sowie die Beleuchtung, ein Sanitärfachmann für die Wasseranschlüsse und -abläufe und letztlich auch die Mitarbeiter.

Bis zum ersten Mal der Duft von frisch geröstetem Kaffee durchs Hotel ziehen konnte, bedurfte es drei Jahre Planung, einer Menge Arbeit und erheblicher Investitionen. Letztere sollen sich in vier bis fünf Jahren amortisiert haben; denn bei allem Herzblut, das in diesem Projekt steckt, geht es wie in allen Bereichen eines Hotels auch hier um Rentabilität. »Dieses betriebswirtschaftliche Argument war für unseren Investor ein wesentlicher Faktor, diesem Vorhaben zuzustimmen«, erklärt Fiebig.

Mittlerweile läuft die Kaffee-Rösterei auf vollen Touren. Zur Auswahl stehen Länderspezialitäten aus 100 Prozent Arabicabohnen aus Indonesien, Brasilien, Äthiopien und Indien. Die Skepsis, mit der im Vorfeld der ein oder andere Fiebigs »dufter« Idee begegnete, war spätestens nach der Eröffnung im Dezember vergangenen Jahres Erstaunen und Begeisterung gewichen. Kaum ein Gast, der das Hotel nicht mit einem röstfrischen Souvenir im Gepäck verlässt. Klaus-Peter Fiebig: »Unsere Kaffee-Rösterei ist nicht nur ein optisches Highlight und eine weitere USP in unserem Hotel, sondern bereitet allen Beteiligten Freude.«
Info: www.vierjahreszeiten-iserlohn.de

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