IHA-BlogStudie zu Sharing Economy mit vielen Schwachstellen

Das Thema Sharing Economy beschäftigt auch das Bundeswirtschaftsministerium – es hat dazu eine Studie in Auftrag gegeben, die kürzlich vorgestellt wurde. Doch die Erkenntnisse daraus waren – auch aufgrund der mangelnden Datenlage – nicht aussagekräftig, kritisiert Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer Hotelverband Deutschland (IHA), in seinem Blog.

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Die 158 Seiten umfassende Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln gemeinsam mit DICE Consult verfasst hatte, wurde vergangene Woche vorgestellt. Insbesondere wurde Homesharing, also auch die Parahotellerie-Konzepte wie Couchsurfing oder Airbnb, unter die Lupe genommen. Unter anderem waren bei der Vorstellung auch Markus Luthe sowie ein Verteter der Sharing-Plattform Airbnb zur Diskussion geladen. „Allen Diskutanten waren dabei die Einschränkungen der Studie präsent“, berichtet Luthe in seinem IHA-Blog unter dem Titel „Wen schert’s“. Denn die Erkenntnisse der Studie waren teils sehr schwammig formuliert. Luthe zitiert mehrere Textpassagen, unter anderem Sätze wie „Insgesamt ist die Datenlage nicht hinreichend genug, um hieraus eindeutige Schlussfolgerungen für Handlungsbedarfe abzuleiten“ von Seite 55. Oder, von der gleichen Seite, „Gerade für die Ebenen, die in der öffentlichen Debatte thematisiert werden, sind damit keine klaren Aussagen möglich“.

Zur Schwachstelle der Studie zähle auch die Definition von Sharing Economy, deren fünf Definitionskomponenten Luthes Ansicht nach auch auf die Hotellerie zutreffen (Seite 7 der Studie): „Zum Bereich der Sharing Economy sind solche Unternehmen zu zählen, deren Geschäftsmodell auf der webbasierten Vermittlung von temporären Nutzungsrechten zur häufig sequenziellen Nutzung von Gütern, zum Teil kombiniert mit Dienstleistungen, an wechselnde Endkonsumenten basiert.“

Luthe bemängelt dabei, dass zahlreiche der in der Studie verwendeten Daten von Airbnb selbst stammen und keine klaren Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden. „Es ist bedauerlich, dass die Datenlage und das Untersuchungsdesign keine belastbaren Rückschlüsse auf das Ausmaß der der durch die grassierende Kurzzeitvermietung verursachten lokalen Wohnungsmarktprobleme zulassen“, schreibt der IHA-Hauptgeschäftsführer. Er fordert eine allgemeine Pflicht zur Registrierung aller Angebote und, dass das Bundeswirtschaftsministerium die nötige Infrastruktur für eben diese Registrierung kosteneffizient bereitstellt.

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