Human Resources Die Beförderungsfalle

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Die Gelegenheiten, Chef zu werden, sind in der Hotellerie vielfältig. Die Risiken, die Chance zu vermasseln, sind es allerdings auch. Vor dem Schritt in die erste Führungsverantwortung gibt es für Personalentscheider und Fachkraft einige Hausaufgaben zu erledigen.

Der Fall aus der Praxis: Ralf, ein ehrgeiziger junger Mann, Computer Freak, Hotelfachmann, war im Front Office eines namhaften Hotels tätig. Schon während des späteren Studiums hatte er ein Faible für neue Medien, für Revenue Management, analysierte CRM Systeme – und die dafür erforderlichen Technologien. So war es nur logisch, nach dem Diplom bei einer Hotelgesellschaft anzuheuern, die ihren elektronischen Vertrieb auf neue Füße stellen wollte.

In den ersten drei Jahren hat Ralf dort im Aufbau des Online Marketings einiges bewegt. Er wurde in diesem Bereich zum Spezialisten für alle Fragen des CEOs und der Betriebe. Was er fachlich vorschlug oder anpackte, war erfolgreich. Kein Wunder, dass der CEO den Fachbereich E-Commerce ausbauen wollte. Der Einzelkämpfer Ralf erhielt Verstärkung durch ein ganzes Online-Team. Es war der Personalchef, der vorschlug, Ralf zum »Head of E-Commerce« zu befördern, bevor ihn der Wettbewerb abwarb. Gute Idee, so der Geschäftsführer. Ralf war von der Karrierechance begeistert. Höheres Gehalt, satte Bonusoption. Endlich Chef sein!

Das jähe Ende einer Erfolgsgeschichte

Eines gleich vorweg: Ralfs Erfolgsgeschichte dauert nicht lange. Denn er macht Fehler. Und das, obwohl er eigentlich richtig gut gestartet ist: Seine Vorstellung im Unternehmen als »Head of…«, das Kennenlernen des Teams etc. Schließlich ist Ralf nicht nur kompetent, sondern auch sympathisch. Man respektiert ihn. Hochmotiviert bringt er viele neue Ideen ins Spiel und arbeitet hart. Doch dann, zwei Monate später: Irgendwie zieht das Team nicht mit. Die Ergebnisse stimmen nicht. Irritiert fragt die Geschäftsleitung nach. Was ist passiert? Ralf ist ratlos, sieht seinen Bonus schwinden. Ab sofort arbeitet er noch härter. Weitere drei Monate später: Die Zahlen sind endgültig im Keller. Die besten Leute verlassen das Schiff. Ralf tröstet sich: Das reduziert die Personalkosten. Das ist gut für meinen Bonus. Aber im Team herrscht das blanke Chaos. Alle, auch Ralf, haben die Orientierung verloren. »Ihre ersten 100 Tage im neuen Job waren nicht erfolgreich«, sagt der Geschäftsführer und zieht die Reißleine. Platzverweis.

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