HSMA eDay Das sind die aktuellen Herausforderungen und Chancen in der Distribution

Hotelvertrieb pur: Der HSMA eDay 2019 in Hamburg (Bild: Tophotel)

Mit einem Teilnehmerrekord startete der HSMA eDay am Montag im Hamburger Emporio Tower – ein Indiz dafür, dass digitaler Vertrieb und Marketing kontinuierlich an Relevanz gewinnen. Unter anderem informierte IHA-Hauptgeschäftsführer Markus Luthe über „große und kleine Gemeinheiten in der Online-Distribution“ und ging auch auf mögliche Schadensersatzansprüche gegen Booking.com ein.

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Über 370 Teilnehmer zählte der eDay der HSMA, die sich über ein vollgepacktes Programm auf der Main-Stage und vier weiteren Areas im Emporio Tower freuen konnten. Den Anfang machte im Rahmen eines Impulsvortrags Dr. Jan Sammeck, Director E-Commerce bei der Deutschen Hospitality. Seine These: Der Erfolg beim Direktvertrieb liegt bei jedem Hoteliers selbst. Entscheidend sei unter anderem, auf eine nachhaltige Kombination der Vertriebspartner sowie eine Konzentration auf wenige dafür aber relevante Plattformen zu achten. Auch müssen Hotels verstärkt „sauber mit ihren Raten arbeiten“.

Eine neue Qualität im Online-Vertrieb entsteht durch die jüngsten Aktivitäten bei Google, dessen Dienst “Google Travel” zu einem mächtigen Reiseportal avanciert (Tophotel berichtete). Jan Sammeck und auch Ullrich Kastner (myhotelshop) verwiesen auf das „extrem gute Produkt“, das Google den Reisenden bietet und das für Bewegung im Bereich der Meta-Suchmaschinen sorgen wird. Aber auch Hoteliers müssen sich noch stärker in die Google-Materie einarbeiten, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Booking-Urteil: Letzte Wort noch nicht gesprochen?

„Große und kleine Gemeinheiten in der Online-Distribution“ hat IHA-Hauptgeschäftsführer Markus Luthe seinen Vortrag überschrieben, in dem er vor allem die aktuellen Streitfälle mit Booking.com beleuchtete. Das Anfang Juni erfolgte Urteil des OLG Düsseldorf bezüglich der engen Paritätsklauseln beschäftigt den IHA verständlicherweise nach wie vor. Eine positive Nachricht kam jetzt seitens des Bundeskartellamts, das Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof  eingereicht hat. Somit scheint das letzte Wort in der Causa Ratenparität noch nicht gesprochen. Zudem empfiehlt Luthe im Namen des IHA mit Blick auf mögliche Schadensersatzansprüche gegen Booking.com, „entsprechende Abrechnungen zum Zweck der Dokumentation zu archivieren“.

Sehr aufschlussreich waren ebenfalls die Ausführungen des Rechtsexperten Peter Hense zum Thema DSGVO. Ein Jahr nach Einführung beschäftigen sich demnach in Europa rund 40.000 Juristen mit der Datenschutzverordung und die Anzahl der Beschwerden sind derart hoch, dass der Arbeisrückstand mittlerweile auf zwei Jahre beziffert wird. Das bedeutet, dass eine Beschwerde, die in diesem Jahr gegen ein Hotel eingereicht wurde, möglicherweise erst 2021 zum Tragen kommt.

Darüber hinaus konnte Hense berichten, dass folgende DSGVO-Themen in diesem Jahr im Fokus der Aufsichtbehörden standen:

  • Videoüberwachung
  • Websites
  • Data Breaches
  • Facebook
  • Google Analytics

Aktuelle CRM-Strategien, Praxisbeispiele der Blockchain im Bereich Tourismus, Machine-Learning zur Umsatzsteigerung und viele andere Themen standen darüber hinaus auf der Agenda des HSMA eDays. Tophotel wird in der kommenden Print-Ausgabe einige Disziplinen des Online-Vertriebs im Rahmen eines Spezials vertiefen.

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