Hotelverband Deutschland (IHA) "Grundsätzlich positiv gestimmt"

IHA-Vorsitzender Otto Lindner (Bild: Lindner Hotels / Nicole Zimmermann)

Die Hotellerie bleibt auf solidem Wachstumskurs – so hat der IHA die Lage der Hotellerie in Deutschland inm Rahmen seines Jahrespressegesprächs zusammengefasst. Mahnende Worte gab es seitens des Vorsitzenden Otto Lindner trotzdem.

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„Deutschland als Urlaubsziel sowie Tagungs- und Kongressstandort liegt nachhaltig im Trend und punktet im internationalen Vergleich mit seinem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis“, erklärte Otto Lindner, Vorsitzender des Hotelverbandes Deutschland (IHA), in Berlin. Die Branche sieht sich dennoch mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. „Immer neue bürokratische Auflagen wie jüngst im Datenschutz- oder Reiserecht, unfaire Wettbewerbsbedingungen sowie der zunehmende Fachkräftemangel drohen das Wachstum auszubremsen“, sagte Lindner und mahnte bei der Politik faire Wettbewerbsbedingungen und mehr Flexibilität an. Angesichts der noch robusten Konjunktur und der anhaltenden Reisefreude bleibt der Verband grundsätzlich positiv gestimmt und rechnet für 2019 mit einer Steigerung der Übernachtungen und nominalen Umsätze von 1,0 bis 1,5 Prozent.

Alle Kennzahlen der Hotellerie im Plus

Wie der Hotelverband mitteilte, haben sich im Jahr 2018 alle Kennzahlen des Hotelmarktes positiv entwickelt. Laut aktuellem IHA-Branchenreport stieg die durchschnittliche Zimmerauslastung im Vorjahresvergleich um 0,5 Prozent auf 71,9 Prozent. Damit setzte sich die positive Entwicklung der letzten Jahre fort, auch wenn die Steigerung gegenüber den Vorjahren geringer ausfällt. Als Gründe dafür nannte Lindner das immer größer werdende Hotelangebot als auch neue Angebote aus dem Bereich der sogenannten „Sharing“ Economy.

So wuchs die Zahl der Hotelbetten im Jahr 2018 um 2,2 Prozent auf 1,82 Millionen. Die Netto-Zimmerpreise (ohne Frühstück, ohne Mehrwertsteuer) erhöhten sich um 2,2 Prozent auf 97 Euro, während sie europaweit um 3,3 Prozent auf 100 Euro anstiegen. Die deutschen Hotelzimmerpreise liegen somit weiterhin unter dem europäischen Durchschnitt. Der durchschnittliche Zimmerertrag (RevPAR), die wichtigste Wirtschaftlichkeitskennziffer der Hotellerie, erreichte 70 Euro, was einem Anstieg von 2,7 Prozent entspricht.

Die steigenden Übernachtungszahlen und Zimmerraten schlagen in wachsenden Umsätzen zu Buche. Die klassischen Beherbergungsbetriebe erwirtschafteten 2018 einen Nettoumsatz von 28,56 Milliarden Euro, was einem nominalem Umsatzplus von 3,7 Prozent und einem preisbereinigtem von 1,5 Prozent entspricht.

Mitarbeiter gewinnen und binden bleibt größte Herausforderung

Als „zentrale Zukunftsaufgabe“ für die Branche bezeichnete Lindner die Arbeits- und Fachkräftesicherung. Lindner betonte: „Wir Hoteliers sind aufgerufen, noch mehr die attraktiven Seiten unserer wunderbaren Branche zu betonen, mit ganzer Kraft in die Qualität der Ausbildung zu investieren und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unsere Wertschätzung und Anerkennung noch stärker zu zeigen.“ Aber auch die Politik sei gefordert. So käme es darauf an, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung spürbar zu machen, die Berufsschulen besser auszustatten und die Lehre zu
digitalisieren.

Außerdem gelte es, die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte deutlich zu erleichtern, bestehende Hürden auf dem Arbeitsmarkt abzubauen und das Arbeitszeitgesetz zu flexibilisieren. Lindner: „Erfolgreiche Hoteliers brauchen gute Konzepte, Leidenschaft für ihre Gäste, aber eben auch vernünftige wirtschaftliche Rahmenbedingungen.“

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