Hoteltest im Roomers Baden-Baden: Flamingo im Schwarzwald

Wertung: gut

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10:25
Check-out

Caroline hat keinen Dienst. Wie schade. Ich hätte ihr gerne gesagt, wie wohl ich mich durch sie gefühlt habe. Aber ihr Kollege wird es ausrichten. Und auch er ist locker und sympathisch. Während die Rechnung aus dem unter dem Tisch versteckten Drucker läuft (»So viel Büro haben uns die Designer dann doch noch gelassen«), unterhalten wir uns. Ob ich vielleicht noch etwas trinken möchte? Tatsächlich würde mir auch zum Abschied noch einmal ein Glas Sekt kredenzt, wenn ich das wollte. Doch ich akzeptiere lieber das Wasser, das Guest Relation Manager Philipp mir überreicht, und das Papiertütchen, das ich mit Süßigkeiten aus bauchigen Gläsern füllen darf. Die Rechnung stimmt (959,10 Euro), ich zahle bar. »Bargeld lacht«, sagt der bärtige junge Mann. Und lacht auch. Antonio lädt derweil schon mein Gepäck in den Wagen. Der Rezeptionist bringt mich noch zur Tür und verabschiedet mich mit Handschlag. Philipp auch. Alle Achtung. Auch Antonio sagt mir am Bahnhof herzlich »Auf Wiedersehen« und trägt mein Gepäck noch die Stufen hoch. Stammgastfeeling pur.
Wertung: ausgezeichnet

Lost & Found

Oops! In meinem Zimmer wurden am Abreisetag keine Ohrringe gefunden, aber im Zimmer daneben – zwei Tage später. Michelle von der Rezeption verspricht den Sachverhalt zu prüfen und zurückzurufen. Es scheinen die richtigen Ohrringe und nur der Eintrag ins Fundbuch ein wenig verrutscht zu sein. Ob man mir den Schmuck versichert als Päckchen zuschicken solle oder einfach im Briefumschlag? Letzteres genügt, sage ich. Die Post walzt meine zarten Ohrstecker platt. Aber das habe ich zu verantworten.
Wertung: gut

Bilanz

Die Entscheidung der Gekko Group, ihr zweites Roomers ausgerechnet in Baden-Baden zu bauen, sorgte in der Branche für Reaktionen von Amüsement bis Skepsis, auf jeden Fall aber für Überraschung. Doch die Rechnung von Micky Rosen und Alex Urseanu ging auf. In die beschauliche Kurstadt einen furiosen Kontrapunkt zu Brenners & Co. zu setzen – oder einen Flamingo in den Schwarzwald, um in der Roomers-eigenen Sprache zu bleiben – war eine geniale Idee der beiden umtriebigen Frankfurter Unternehmer. Denn der Bedarf für ein so »junges« Luxushotel ist ganz offenbar da, von Seiten der Baden-Badener mindestens ebenso wie von Seiten der internationalen Gäste. Wer die klassische Grandhotellerie liebt, wird hier nicht buchen, aber wer auf Luxus gepaart mit Lifestyle und Lebenslust steht, der wird sich im Roomers – pardon – sauwohl fühlen. Man muss nicht alles gut finden, was hier angesagt ist, aber eines hat dieser Test gezeigt: Luxus kann auch »locker« sein und fünf Sterne vertragen sich zur Not sogar mit einem »Du«.

 

Gesamteindruck: 83 %
Testurteil: sehr gut

100-81 sehr gut;   80-61 gut;   60-41 befriedigend;   40-21 mangelhaft; 20-0 ungenügend. Der Gesamteindruck ist nicht das arithmetische Mittel; die Check-Bereiche sind unterschiedlich gewertet!

 

 

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