Hoteltest im Roomers Baden-Baden: Flamingo im Schwarzwald

15:00
Spa-Treatment

Anzeige

Laut der Spa-Rezeptionistin, mit der ich vorab telefoniere, ist mein Masseur »der Mann, der alles kann«. Und dass ich echt Glück habe, sagt sie, denn der gute Mann ist normalerweise montags nie da. Doch an diesem Tag ist der Rest der Spa-Crew beim Erste-Hilfe-Kurs und mein Masseur hält im Hotel die Stellung. Antonio Nummer zwei, nicht zu verwechseln mit dem Portier, ist halb Badener, halb Italiener und mit Leib und Seele Therapeut. Für das Ausfüllen des Anamnesebogens ist das schummrige Licht des Behandlungsraums zwar nicht so gut geeignet, für eine entspannende Massage aber umso mehr. »Was machen wir denn jetzt eigentlich?« frage ich ihn, als ich bequem gebettet bin. »Alles, was Ihnen guttut«, sagt er. Meine Skepsis löst sich parallel zur Verspannung meiner Muskeln und dankbar überlasse ich mich den Händen dieses begnadeten Masseurs.
Wertung: ausgezeichnet

Message-Transfer

Während ich im Museum weile, nimmt Caroline an der Rezeption einen wichtigen Anruf für mich entgegen. Obwohl der Anrufer drängelt, gibt die tüchtige Rezeptionistin ihm meine Zimmernummer nicht durch, verspricht aber, seine dringende Bitte um Rückruf auszurichten. Das tut sie auch, als ich später wieder ins Hotel komme. Nur wann der Anrufer angerufen hat, daran kann sie sich nicht mehr genau erinnern.
Wertung: gut

19:25
Roomservice

Auch wenn die Roomservice-Karte im Suitepad nur schwer zu lesen ist – über mangelnde Auswahl kann man sich wahrlich nicht beschweren. Im Menü »International Style« geht es quer durch Europa – mit Badischen Maultaschen für 15 Euro, Belgischen Pommes mit Trüffelmayonnaise für 9 Euro, sechs Austern Fines de Claires für 30 Euro oder einem Clubsandwich, auch als Vollkornvariante, zu 21 Euro. Im Menü »Moriki Style« geht es die asiatische Küche einmal rauf und runter: von Misosuppe über Sushi, Sashimi und Seealgensalat bis hin zu Ebi Udon (gebratene schwarze Tigergarnelen) zu 25 Euro und Miso Cod (glasierter schwarzer Alaska Kabeljau) zu 32 Euro. Telefonisch bestelle ich ein Entrecôte medium rare und einen gemischten Salat dazu, außerdem eine Crème BrÛlée mit Kokoseis. Mein telefonisches Gegenüber agiert locker, fragt aber weder nach einem Getränkewunsch noch gibt er an, wie lange es mit der Bestellung dauern wird. Gezapftes Bier gibt es nicht im Roomers, nicht einmal an der Bar: »Wir haben gar keine Zapfanlage hier«. Dann kann ich das Bier auch aus der Minibar nehmen. Nach 20 Minuten klopft es. Ein schwarzgekleideter Mann mit hochgekrempelten Hemdsärmeln und bunt bemalten Armen trägt ein Tablett ins Zimmer, dessen Inhalt er auf den kleinen runden Tisch vor dem Sofa aufbaut. Gut, dass ich nicht mehr bestellt habe. Wie soll das bloß gehen, wenn zwei Leute im Zimmer essen möchten? Und warum müssen die Asiaten auch ein Steak kleinschneiden? Das in Streifen geschnittene Entrecôte mit den geschmelzten Tomaten erweckt in mir die Assoziation eines auf dem Teller angerichteten Blutbades. Geschmacklich ist das Entrecote in Ordnung, aber optisch wahrlich kein Hingucker. Beim Salat ist es umgekehrt – der sieht zwar hübsch aus, ist aber buchstäblich stinksauer. Das Kokoseis zur Crème Brulée hat der bemalte Servicemann in ein Extraschälchen getan, »damit es nicht schmilzt«. Einen Service in zwei Etappen war ihm das aber anscheinend nicht wert. Das Mahl fällt sehr frugal aus, denn außer den Tomaten und einer grünen Salsa gibt es keine Beilagen. Und Brot und Butter gehören offenbar ebenso wenig zum Roomservice-Standard wie Pfeffer und Salz, ein Blümchen oder ein Abräumhinweis. Den finde ich digital im Suitepad, fülle ihn aus und etwa eine Stunde später wird das Geschirr wieder abgeholt. »Hat es Ihnen geschmeckt?« Nein, nicht wirklich.
Wertung: mangelhaft

Anzeige