Hoteltest im Roomers Baden-Baden: Flamingo im Schwarzwald

Bad

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Das Bad ist dreigeteilt und komplett mit hellem Stein verkleidet. Links und rechts befinden sich die Toilette mit Tür und die begehbare Dusche mit Glaswand zum Zimmer, geradeaus ein Waschtisch mit großem, rechteckigem Waschbecken. Dessen Ablagefläche wird gänzlich in Beschlag genommen von einem Tablett mit zwei großen Spendern, zwei Zahnputzgläsern, einer Utensiliendose und zwei gerollten Waschlappen. Das sieht schick, grafisch und aufgeräumt aus. Nur: Wo stelle ich meine Kosmetikartikel hin? Gut, dass es den hölzernen Fußschemel unterm Waschtisch gibt, auch wenn dieser schon partiell von der Kleenexbox besetzt ist. In der Dusche sorgt ein Deckenauslass für Regenschauer und die Handbrause heißt Handbrause, weil man sie immer in der Hand halten muss. Jedenfalls gibt es hier keine Duschstange, an die man sie hängen könnte. Zwei grau-braune Bademäntel in XL und XXL hängen kunstvoll umeinander geschlungen am Haken. Handtuchwärmer gibt es keinen. Doch die Bestückung mit Guest Supplies ist großzügig: In schwarzen 500-ml-Behältern werden Seife, Duschgel, Shampoo, Conditioner und »Body Nektar« bereitgehalten. Wen es interessiert, der kann zu dem neckischen Namen »Dreckig bleiben« im Suite Pad eine ganze Philosophie nachlesen (»Dreckig bleiben – eine fein abgestimmte Absage an die Oberflächlichkeit.«) Roomers halt. Meistens Augenzwinkern, aber manchmal muss man die Augen auch verdrehen dürfen. Und für mich riecht die orange-braune Flüssigkeit von »Dreckig bleiben«, als ob man sie auch zum Einreiben bei Gelenkbeschwerden benutzen könnte.
Wertung: noch sehr gut

14:07 Uhr
Housekeeping – Wäscheservice

Es lebe die analoge Welt. Nachdem meine auf dem Suite-Pad eingegebenen Wäschewünsche eine Weile ohne Reaktion geblieben sind, rufe ich ganz oldschool beim Housekeeping an. Wie so oft im Roomers habe ich ein charmantes Bürschlein am Apparat, das mich sofort mit meinem Namen anspricht und drei Minuten später vor meiner Zimmertür steht. Lässig in schwarze Jeans und ein schwarzes Polohemd gekleidet (mit dem berühmten Krokodil drauf, das gehört hier tatsächlich zur »Uniform« wie die Turnschuhe), strahlt mich ein Anfang-Zwanziger an und nimmt den Beutel mit meiner Wäsche entgegen. Nachdem wir die Details (ein Kleidungsstück in die Wäsche, eines in die Reinigung, Rückgabe bis zum Abend des Folgetages) geklärt haben, fragt mich mein Gegenüber – Namensschilder sind ja leider verpönt –, ob mit dem Zimmer alles in Ordnung sei, ob ich vielleicht ein härteres Kissen wünsche oder eine kleinere Decke? Das mit dem Kissen ist eine gute Idee und einen Augenblick später halte ich es in Händen. »Kann ich Ihnen sonst noch etwas Gutes tun?« Ich bin ganz gerührt über so viel Betüdeltwerden, das auch noch ganz natürlich rüberkommt. – Die Kleidungsstücke werden am nächsten Abend um 19 Uhr gebracht und selbst der uralte Fleck auf dem zu reinigenden Kleidungsstück ist verschwunden.
Wertung: ausgezeichnet

Spa

Das Spa im fünften Stock des Hotels kann auch von externen Gästen genutzt werden und ist entsprechend großzügig. Schick und schön ist es zudem. Auf den Ergometern im Fitnessraum kann man den Blick entweder ins Grüne richten oder den Menschen in den Büros gegenüber beim Arbeiten zuschauen. Richtig Spaß macht es, mit den ledernen Boxhandschuhen den Sandsack zu verhauen. Gymnastikbälle, Kurzhanteln, ein TRX-Seil, Muskeltrainingsgeräte und sieben Ergometer – alles vom Feinsten, hier kann man sich austoben. Zum Entspannen der gepeinigten Muskeln stehen zwei Dampfbäder, ein Whirlpool und eine Finnische Sauna zur Verfügung. Der schöne Blick aus der Sauna nach draußen wird leider durch ein dichtes Außenrollo verwehrt – um vice versa keine Blicke nach drinnen zuzulassen. Schade. Schließlich gibt es Saunaglas, das nur nach einer Seite blickdurchlässig ist. In der Spa-Etikette steht zu lesen, dass Handys und elektronische Geräte im Spa verboten sind, doch hält sich niemand daran. Warum wirbt das Hotel auch ausdrücklich damit, dass es hier WLAN gibt? Der blau beleuchtete Whirlpool »rülpst« leider ständig vor sich hin, was wohl an der Art der Überlaufrinne liegt. Wer nach dem Saunieren in den beheizten Außenpool hüpfen möchte, muss durch das Nottreppenhaus eine Etage höher aufs Dach steigen. Das ist keine gelungene Lösung, ganz davon abgesehen, dass bei meinem Besuch der Pool wegen Regens abgedeckt ist und ich unverrichteter Dinge wieder nach unten steige. Im Spa gibt es große Laken für die Liegen und große Saunatücher, Tee und aromatisiertes Wasser, Obst, Nüsse und Trockenfrüchte. Und es gibt eine Flasche Wodka, die im Crashed Ice kühl gehalten wird. Ansonsten: viel dunkelgrauer Stein, gedämpftes Licht, bequeme Liegen und ein mit duftigen Vorhängen vor fremden Blicken zu schützendes Separee aus Glas mit zwei Ruhebetten in französischer Größe. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt – zumal das Spa bis 1 Uhr nachts zu nutzen ist. Und auch genutzt wird, wie ich bei einem späten Kurzbesuch erleben darf. Da ist die Wodka-Flasche leer und die Stimmung im Separee … sagen wir: lebhaft.
Wertung: noch sehr gut

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