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StartBusiness & ManagementHoteltestHoteltest im Ahlbecker Hof::Fischbrötchen & Thai-Massage

Hoteltest im Ahlbecker HofFischbrötchen & Thai-Massage


 

Lage und Anreise: Willkommen im Kaiserbad

 

Man kann sich gut vorstellen, wie sie hier geurlaubt haben, die Buddenbrooks, die Manns und natürlich auch die diversen Kaiser samt ihrem Gefolge. »Sommerfrische« hieß das damals. Mit ihrer filigranen, alten Bäderarchitektur, deren strahlendweiße Gebäude Klassizismus, Historismus und Jugendstil fröhlich durcheinander würfeln, sind die drei »Kaiserbäder« von Usedom ein Fest fürs Auge und eine lebendige Reminiszenz an die »guten alten Zeiten«. Prominent in jeder Hinsicht liegt der Ahlbecker Hof an der Uferpromenade, in unmittelbarer Nähe zur Seebrücke und zum Strand. Wie ein Schloss trägt das Hotel seine noble Fassade, die nicht selten von Touristen geknipst wird. Am Eingang weisen blaue Schilder auf gleichfalls noble Gäste hin, Königin Silvia von Schweden beispielsweise, Horst Köhler und – gut 100 Jahre früher – Sissis Gatte Kaiser Franz Josef. Gut ins Bild passen da die livrierten Portiers, die sich stilvoll, aber locker um alle möglichen Belange der Gäste kümmern. Vom Bahnhof holt mich jedoch eine Empfangsmitarbeiterin im dunkelblauen Kostüm ab. Sie begrüßt mich freundlich, gibt mir aber weder die Hand, noch stellt sie sich vor. Im weißen Fünfer-BMW fahren wir die kurze Strecke zum Hotel, wo ich am Fuße der Freitreppe zum Eingang entlassen werde. Um mein Gepäck kümmern sich nun andere.
Wertung: sehr gut

 

SA. 29/04, 12:45
Check-in: Ankunft im »kleinen Grandhotel«

Die Zeiten ändern sich – das Gute bleibt? Bei meinem ersten Besuch vor wenigen Jahren wurde ich bei Anreise von der Empfangschefin auf ein Glas Sekt ins Kaminzimmer gebeten und dort herzlich plaudernd zum Hotel »gebrieft«. Bei diesem zweiten Besuch erinnert sich zumindest Frau J. vom Empfang meiner und freut sich, mich wiederzusehen. Das war es dann aber auch schon an Begrüßungsprocedere. Ich erhalte Kurkarte, Spa-Termine, Schlüsselchip und einige Informationen zu Frühstück und Restaurant. Leider nicht zum WLAN, sodass ich später noch einmal einen Key dafür erbitten muss. Ein Kreditkartenabzug wird nicht verlangt. Das war auch bei meinem ersten Besuch schon so. Portier K. begleitet mich zum Zimmer. Dort erklärt er mir lediglich das Schließsystem und den Stromschalter. Eine wichtige Information – dass der Inhalt der Minibar und des gut gefüllten Barwagens im Preis inbegriffen sind – enthält er mir jedoch vor.
Wertung: gut

 

Zimmer 221: Zimmer mit Aussicht

Bei meiner Relax-Suite handelt es sich um ein großzügiges Zimmer mit verglastem Erker zur Seeseite. Der Schlafbereich liegt eine Stufe erhöht auf einem Podest und ist mit einer halbhohen Balustrade abgeteilt. Ich fühle mich ein bisschen zu Gast wie bei Kaisers: Antik anmutende Stilmöbel mit kunstvollen Intarsien, eine behagliche Couchgarnitur, opulente Fensterdekorationen, Stuck, funkelnde Kronleuchter sowie feine Stoffe in Blau-, Creme- und Goldtönen sorgen für kultiviertes Wohnambiente. Der verglaste Erker mit dem schönen Sekretär und der Sitzgruppe bietet sich an als Logenplatz zum Leute Beobachten und Lesen. Vielleicht mit einem Drink in der Hand, gemixt aus den diversen Spirituosen, die auf dem Barwagen stehen und von denen ich mich ebenso kostenlos bedienen darf wie von den Getränken aus der Minibar. Auch bei deren Bestückung zeigt man sich nicht kleinlich. Ich wähle einen Drappier Carte d’Or Champagner Piccolo als Kompensation für das nicht erhaltene Begrüßungsgetränk. Für die, die es lieber heiß mögen, steht eine italienische Espressomaschine auf dem Sekretär, deren Design so gar nicht ins Ambiente passt. Mit ihrer kastigen Form und der weißen Kunststoffoberfläche sieht sie aus wie eine Kreuzung aus Toaster und Eiswürfelbereiter. Hier wäre Herr Clooneys Kaffeebereiter adäquater. Der Kaffee schmeckt allerdings hervorragend. Zum Soundsystem, das mit mehreren Lautsprechern in der Zimmerdecke verbunden ist, werden etliche CDs angeboten. Ich verzichte auf »Die großen Liebesszenen der Oper« und auf »Hallo du süße Klingelfee« (»Unvergessliche Schlager«) und lege stattdessen Beethovens Fünfte unter Karajan auf. Die Lautstärke scheint nicht abgeriegelt zu sein, und ich hoffe, meine Nachbarn sind außer Haus.

Der Schrank im Schlafbereich bietet mit zwei Hängeabteilen und drei großen integrierten Schubladen reichlich Stauraum und dazu eine große Auswahl verschiedener, stilvoller Bügel. Hier ist auch ein – recht kleiner – Safe integriert. Ein großer Ganzkörperspiegel ist Teil der Garderobe im Flurbereich, an der sich auch schwere Wintermäntel gut aufhängen lassen. Für die grundsätzliche Beleuchtung des Zimmers dienen mehrere Kronleuchter, für punktuelles Licht eine Schreibtischlampe und die beiden Nachttischlampen, die sich allerdings kaum zum Lesen eignen. Die Fenster und der verglaste Erker sind mit schweren Vorhängen verkleidet, deren Rückseite zur Verdunkelung beschichtet ist. Weiche Bademäntel aus Mikrofaser in zwei Größen und Badeschuhe liegen für zwei Personen auf dem Bett bereit.

Das WLAN ist schwach und langsam – eine Sendung aus der Mediathek anzuschauen unmöglich. Auf dem Sekretär im Erker steht das einzige, fest installierte Telefon. Hier finde ich auch einen Notizblock ohne Stift und die Schreibmappe des Hotels – mit Briefpapier, der Roomservice-Karte und dem Gäste A-Z. Als Dank für meine Online-Buchung steht eine kostenlose Flasche Wasser auf dem Nachttisch. Jegliche weitere Begrüßung – ein Obstteller, eine Süßigkeit, ein Kärtchen der Direktion – fehlt. Auch das im Gegensatz zu meinem letzten Besuch. Ich habe in weiser Voraussicht vorab einen Strauß saisonaler Blumen bestellt (eine Ankreuzmöglichkeit im Online-Menü), der mir aber erst eine Stunde nach Bezug des Zimmers gebracht wird – in einer von der Größe her nicht passenden Vase, die noch dazu angeschlagen ist. Der Teppichboden ist stellenweise abgetreten, auf der Spiegelkommode liegt ein bisschen Staub, aber sonst ist das Zimmer sehr sauber. Der Putzlappen liegt sogar noch im Schrank.
Wertung: noch sehr gut

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