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StartBusiness & ManagementHoteltestLuxushotel-Test in Andermatt :: Wie performt das erste europäische Chedi?

Luxushotel-Test in Andermatt  Wie performt das erste europäische Chedi?

 

FR. 25/03, 15:25 – Check-in

Bei Nebel, Kälte, Schnee- und Graupelschauern will man nur noch eins: schnell ins Warme. Der riesige gläserne Windfang vor dem Hoteleingang hält zwar das schlimmste Wetter ab, trotzdem ist es schön, dass gleich ein freundlicher Mitarbeiter des Valet Service parat steht. Er übernimmt gegen Quittung den Autoschlüssel, lässt sich kurz zeigen, welche Gepäckstücke ausgeladen werden sollen und bittet uns dann nach drinnen. Ein exklusives Ambiente aus fünf Meter hohen Räumen, warmen dunklen Farben und angenehmem Licht sorgt für sofortiges Wohlgefühl – ebenso die Menschen, die uns willkommen heißen, als hätten sie nur auf uns gewartet: Concierges, Wagenmeister und Pagen haben sich während der Hauptanreisezeit zur Begrüßung quasi aufgereiht. Die Mitarbeiter hinter dem langen Rezeptionstresen lächeln uns entgegen, und sogar der Hoteldirektor schüttelt uns die Hand und begrüßt uns wie alte Freunde. An der Rezeption gibt es ein heißes Tuch zur Erfrischung, einen Tee und einen köstlichen Brownie, bevor uns eine dunkelhaarige junge Frau eincheckt. Leider ist das Zimmer noch nicht bezugsbereits, obwohl es schon nach 15 Uhr ist, weshalb die Empfangsmitarbeiterin zu einer kleinen Hausführung einlädt und uns anschließend ein Upgrade auf ein Zimmer in einer höheren Etage spendiert. Die junge Deutsche trägt wie die meisten Hotelangestellten einen Hosenanzug und ein Stehkragenoberteil, aber kein Namensschild – diese Anonymität der Mitarbeiter zieht sich leider durch das ganze Hotel. Jedenfalls plaudert die junge Frau die ganze Zeit so locker und nett mit uns, dass wir uns höchst willkommen fühlen. Im Zimmer erklärt sie die wichtigsten Features und das iPad, mit dessen Hilfe sich die meisten Zimmerfunktionen steuern lassen. Dann wünscht sie uns zwei wunderbare Tage und lässt uns allein. Bedauerlicherweise ist das Gepäck im ursprünglich vorgesehenen Zimmer gelandet und es bedarf einer Nachfrage unsererseits, bis das entdeckt wird. Aber ansonsten sind wir erst einmal überwältigt von der Herzlichkeit dieses Empfangs.
Wertung: sehr gut

Zimmer 1407

Mit 52 Quadratmetern sind die Deluxe-Zimmer die kleinsten Wohneinheiten im Chedi. Der fast quadratische Grundriss teilt sich auf in ein Drittel Vorraum, begehbarer Kleiderschrank und Bad, alles sehr offen gehalten, und zwei Drittel Zimmer mit hohen Glasdoppeltüren nach draußen. Zwischen diesen ist ein Gaskamin in die Wand eingelassen, dessen Feuerschein man auch auf dem Balkon genießen kann. Der große Flatscreen-TV über dem Kamin lässt sich sowohl zum Bett als auch zum Sofa drehen. Letzteres ist mit Fellkissen geschmückt und erstreckt sich über vier Meter, die ganze Wand des Zimmers entlang. Darüber hängt ein ebenso breites und zwei Meter hohes Schwarz-Weiß-Fotomotiv mit Tiefschnee-Skifahrern wie zu Trenkers Zeiten. Den besonderen Reiz erhält dieses Zimmer aus seiner ungewöhnlichen Zusammenstellung: Viel Holz, Stein und Leder verleihen ihm alpinen Charakter, orientalische Accessoires einen exotischen Touch, und ein aufwendiges Beleuchtungskonzept samt Kerzen und Kamin sorgt für anheimelnde Atmosphäre. Alles wirkt großzügig und wertig, ist schön anzuschauen und schön anzufassen. Kamin, Klima, Beleuchtung, Verdunkelung und das Bose Surround Soundsystem lassen sich über ein iPad steuern. Für weniger technikaffine Gäste geht das aber auch alles per Hand. Highspeed Internet ist kostenlos. Ebenfalls im Zimmerpreis inbegriffen sind die alkoholfreien Getränke der Minibar. Wer das Tonic jedoch mit einem Schlückchen Gin mixen möchte, muss die 350-Milliliter-Flasche für 70 Schweizer Franken erwerben. Neben ähnlichen Größen Wodka, Whiskey und Cognac stehen Champagner und verschiedene Weine bereit – oder besser »liegen« – im speziell gekühlten Weinfach des EuroCave. Diverse, exklusiv für das Chedi hergestellte salzige Snacks und Schokoladen gibt es ebenso wie ein kleines Beutelchen Goldbären. Als Begrüßung erwarten uns eine kleine Flasche Rotwein, Wasser und ein kleiner Obstteller sowie ein handgeschriebenes Kärtchen, das von General Manager Jean-Yves Blatt unterzeichnet ist: »Lassen Sie es sich gut gehen – wir sind für Sie da.« Zum Es-sich-gut-gehen-lassen ist das Zimmer schon einmal eine hervorragende Basis, zumal es sich überaus sauber präsentiert – lediglich nicht ganz perfekt polierte Gläser und die seit ein paar Tagen abgelaufene Kaffeesahne bei der Espresso-Bar sind zu beanstanden. Und nach einem Tag Aufenthalt erkennt man einige kleine Schwachpunkte: Wo soll man etwas schreiben, wenn man etwas schreiben muss? Wo und wie kann man eine Mahlzeit einnehmen? Und warum klingelt das Telefon, wenn jemand an der Tür läutet?
Wertung: sehr gut

Bad

»Nach Verlassen Ihres komfortablen Pillow Top Bettes können Sie Ihr geräumiges Bad erforschen«, wird auf der Homepage vorgeschlagen. Geräumig ist das Bad in der Tat – mit separater Toilette und begehbarer Dusche, breitem Doppelwaschtisch und frei stehender Badewanne. Vom Zimmer aus offen und einsehbar, optional durch Schiebetüren abzutrennen. Dunkelgrauer Naturstein und Holz bestimmen auch im Bad das Bild, dazu große, flauschige, weiße Badetücher und als Farbtupfer die gelben Tuben der edlen Gästekosmetika von Acqua di Parma. In den mit taupefarbenem Leder bezogenen Schubladen und Fächern des begehbaren Kleiderschrankes finden sich neben einer großen Auswahl an Kleiderbügeln, Guest Amenities und einem Safe auch braune Microfaserbademäntel und weiche Badeslipper, beides jeweils in zwei Größen. Neben vielen nützlichen Accessoires und Details begeistert an diesem Bad vor allem das WC mit Sitzheizung, Warmwasser-Intimreinigung und Warmluftföhn, mit automatischer Geruchsabsaugung und LED-Nachtlicht. Ob es bei so viel luxuriöser Intimhygiene nicht mehr für einen beleuchteten, höhenverstellbaren Kosmetikspiegel gereicht hat? Stattdessen gibt es nur ein einfaches Standardmodell, was doppelt bedauerlich ist, da die Badbeleuchtung zum Schminken und Rasieren nicht optimal ist. Aber das vermag die Freude am ansonsten edlen und penibel sauberen Bad nicht zu trüben.
Wertung: sehr gut

 

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