Hotelmarkt ZürichWerner Knechtli (68) übernimmt Zürichs ältestes Hotel

Kameha Grand Zürich

Werner Knechtli, einer der bekanntesten Schweizer Hoteliers, ist zurück: Mit 68 Jahren wird er Direktor von Zürichs ältestem Hotel. Das berichtet die Aargauer Zeitung.

Werner Knechtli ist ab sofort Direktor des Savoy Baur en Ville mit seinen 104 Zimmern. Erbaut wurde das Haus 1838. Erfahrung bringt Knechtli mehr als genug mit: In elf Häusern war er schon als Hoteldirektor tätig – in Kuwait, Kenia, Kopenhagen, Bordeaux, Berlin, Zürich, London, Prag und Wien. «Ich habe gerne Pionierarbeit. Nicht, wenn schon alles läuft», erklärt der 68-Jährige. Die Radisson-Blu-Gruppe (heute Rezidor) war 32 Jahre sein Arbeitgeber. Und Knechtli der Mann für Eröffnungen, Umbauten, Turbulenzen.

Bereits in den 1960er-Jahren hat Knechtli auf dem Fussballplatz in Schöftland, wo er herkommt, den Pausentee serviert.  Der Vater riet ihm, Koch zu werden. Doch als die Familie im Sommer, da war Knechtli noch keine 15 Jahre alt, im eigenen Fiat vorbei am Luzerner «Palace» und am «National» fuhr, da wusste Knechtli: «Ich will Hoteldirektor werden.» In Neuenburg fand er schließlich seine Lehrstelle im «La Cave Neuchâteloise». Danach besuchte er die Hotelfachschule Luzern – weil der Vater, Drucker bei Ringier in Zofingen, nicht so viel Geld hatte und der junge Koch Zugticket und Schulgeld selber berappen musste.

Zuletzt war Knechtli als Berater tätig. Doch als die Besitzer des «Savoy», das seit 1985 vom gleichen Ehepaar geführt worden war, vor ein paar Wochen anriefen, musste er nicht lange überlegen. Obwohl er eigentlich seit 2015 im Ruhestand ist, trat er am 1. September im «Baur en Ville» die Nachfolge an. Für wie lange? «Everything is open», sagt Knechtli. In seinem Alter müsse man «nicht mehr allzu strategisch einen Zeitplan aufstellen».

Die strengen Arbeitszeiten im Hotel seien für ihn auch kein Problem. «Ich habe hier ein Zimmer, seit 40 Jahren mein Haus im Tessin und meine Partnerin wohnt im Zürcher Unterland. Je nachdem, wie spät es wird, wähle ich mein Bett.» Wichtig sei nun erstmal ein ruhiger Übergang für das Personal. Das sei zum Teil schon seit 15, 20 Jahren im Haus. «Diese Leute brauche ich. Sie machen unsere Gäste glücklich, und unsere Gäste zahlen unseren Lohn.» 

Quelle: www.aargauerzeitung.ch

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