Hotelmarkt Österreich ÖHV-Gutachten sieht negative Auswirkungen im Rahmen der Steuererhöhung

Die Erhöhung der Grunderwerbsteuer und der Mehrwertsteuer sowie eine längere Abschreibungsdauer sorgen bei österreichischen Hoteliers für Unmut. Der Regierung sollen diese Maßnahmen bis zu 200 Millionen Euro mehr Steuern in die Kasse spülen. Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) hat nun ein Gutachten vorgelegt, welches die negativen Auswirkungen auf die Hotellerie aufzeigt.

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Wie genau sich die Steuererhöhungen auf die Hotellerie auswirken hat die Ökonomin Agnes Streissler-Führer im Auftrag der ÖHV berechnet.

•    Das zusätzliche MwSt-Aufkommen würde die Hotels rund 177 Millionen Euro kosten.
•    Die Nettoerlöse würden um 2,5 Prozent sinken bei durchschnittlichen EGTs von 2 Prozent.
•    Eine Grunderwerbsteuer von 0,5 Prozent bis 3,5 Prozent vom Verkehrswert würde Übergaben mit 140.000 statt 24.000 Euro belasten.
•    In Summe lägen die Mehrbelastungen für die Hotellerie über 190 Millionen Euro, der Wertschöpfungsverlust in der Volkswirtschaft bei 216 Millionen Euro.
•    Die Verlängerung der Abschreibungsdauer würde die Hotels weitere zwölf Millionen Euro kosten und zu einem Rückgang der Investitionen um zwölf Millionen führen.
•    Der zu erwartende Nächtigungsrückgang von 0,5 bis 1 Prozent würde das Ziel der Bundesregierung – 140 Mio. Nächtigungen 2018 – empfindlich beeinträchtigen.
•    Mitten in der Krise werden über 3.080 weitere Arbeitsplätze verloren gehen.
Hotellerie schafft 2.875 Arbeitsplätze, Regierung vernichtet 3.080


Arbeitsplatzverluste wären unvermeidlich – dabei hat die Hotellerie gegen den Trend in der Gesamtwirtschaft seit Beginn der Wintersaison 2.875 Arbeitsplätze geschaffen: ein Plus von 3,19 Prozent. Durch die Steuererhöhungen gehen – konservativ gerechnet – mehr als 3.100 Arbeitsplätze verloren. Die Regierung würde auf einen Streich mehr Arbeitsplätze vernichten als alle Hotels in der bisherigen Saison geschaffen haben. „Der Ausfall bei der Lohnsteuer und die zusätzliche Ausgaben für Arbeitslose würden weitere 32,3 Mio. Euro kosten“, hält Reitterer fest.
 Nach Nächtigungsrückgang 2014: Turnaround notwendig!


Große Sorgen bereitet der Branche auch die Verschlechterung der Wettbewerbsposition: Die Verlängerung der Abschreibungsdauer wird in einem ersten Schritt andere Branchen treffen, das Bau- und Baunebengewerbe. Mittelfristig würden sich fehlende Investitionen in Hotels bemerkbar machen: „Österreich steht für Qualität – muss es auch, bei den hohen Steuern. Wer nicht investiert, verliert“, warnt Reitterer vor ausbleibenden Gästen und Einnahmenrückgängen über die Branchengrenze hinaus. Schon im Vorjahr gab es einen Nächtigungsrückgang um 0,6 Prozent. „Dieser Trend darf sich nicht verfestigen“, so Reitterer: „Wir brauchen einen Turnaround!“


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