Hotelmarkt AugsburgAfD-Politiker bekommen keine Hotelzimmer

Die Türen von Gastronomie und Hotellerie mussten während Corona geschlossen bleiben. Nun wollen der Bund der Gastfreundschaft und eine Verbraucherschutzkanzlei auf Schadensersatz klagen. Interessierte Betriebe sollen sich dem anschließen können. (Bild: pixabay/qimono)

Ende Juni findet der AfD-Parteitag in Augsburg statt. 600 Politiker der Partei haben sich angekündigt. Doch offenbar bekommen nicht alle ein Hotelzimmer.

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Wie unter anderem die Welt und der Bayerische Rundfunk berichten, hat das Holiday Inn Express offenbar den Fraktionschefs Alexander Gauland und Alice Weidel eine Absage erteilt. Der AfD-Politiker und Landtagsabgeordnete Ralph Weber aus Mecklenburg-Vorpommern wirft den Verantwortlichen des Traditionshauses Drei Mohren vor, sein Zimmer storniert zu haben. Auf seiner Facebook-Seite schreibt er: “Skandalös – Steigenberger ‘Drei Mohren’ Augsburg im Anti-AfD-Wahn. Das Hotel storniert rechtswidrig schon gebuchtes und seit Wochen bestätigtes Zimmer wegen AfD-Mitgliedschaft.” Wie Weber schreibt, sei Teilen des Bundesvorstandes “das Gleiche widerfahren”. Weiter kündigt er an, gerichtlich gegen das Hotel vorgehen zu wollen.

Wie die Welt meldet, soll das Augsburger Hotel Holiday Inn Express tatsächlich nicht nur Gauland und Weidel abgewiesen haben. Auch Fraktionsvize Beatrix von Storch sowie die Bundesvizechefs Albrecht Glaser und Kay Gottschalk hätten vergeblich versucht, in dem Haus Zimmer zu buchen. Wie die AfD gegenüber der Welt berichtet, habe die Parteigeschäftsstelle einen Brief von der Success Hotel Group, zu der das „Holiday Inn Express“ gehört, erhalten. Demnach gestatte die Gruppe den Aufenthalt von elf AfD-Mitgliedern nicht. Grund seien umstrittene, öffentlich getätigte Äußerungen der Personen, die sich gegen Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Abstammung richten. Dies ließe sich nicht mit der internationalen Ausrichtung des Hotels vereinen.

Michael Friedrich, Geschäftsführer der Success Hotel Management GmbH, sagte gegenüber der Welt, das Hausverbot richte sich nicht gegen die AfD als Partei. Sondern an Personen, sofern diese ausfällig werden. Und zwar zum Schutze der Mitarbeiter und Gäste. Personen, die sich etwa negativ über Homosexuelle geäußert  hätten, passten nicht zum Hotel, da man einige homosexuelle Angestellte beschäftige. Zudem habe man bereits in der Vergangenheit potenzielle Gäste abgewiesen, die den Grundwerten einer weltoffenen Gesellschaft widersprechen. Sollten sich die AfD-Mitglieder aber dazu verpflichten, während ihres Aufenthalts keine Äußerungen zu tätigen, könne man ein Hausverbot überdenken, so Friedrich. Die Steigenberger Hotels AG  begründet die Stornierung der Übernachtung mit Sicherheitsbedenken.

Infos zu den rechtlichen Hintergründen lesen Sie in unserem Artikel “Wenn Politiker ausgesperrt werden: Was ist erlaubt?”

 

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