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StartBusiness & ManagementHotellerie::5 Tipps, wie Sie den passenden Influencer finden

Hotellerie5 Tipps, wie Sie den passenden Influencer finden

Dass Influencer-Marketing funktionieren kann, wenn man es richtig macht, steht ­außer Frage. Aber wie findet man die passenden Influencer für das eigene Hotel und die nächste Kampagne?

„Die Auswahl der zum Haus passenden Influencer, auch im Zusammenhang mit den vielen Anfragen, ist sehr zeitaufwendig und gestaltet sich als relativ komplex“, meint Hotel-Marketer Julian Brieskorn vom Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe.

Das hält das edle Haus im Hohenlohischen (zwischen Heilbronn und Schwäbisch Hall) allerdings nicht davon ab, Influencer-Marketing fest in den Marketing-Mix zu integrieren. „Insbesondere in der Awareness-Phase und zur Inspiration potenzieller Gäste eignet sich Influencer-Marketing sehr gut“, so Brieskorn weiter. Im Gegenzug zu anderen Marketingmaßnahmen, aktiviere Influencer-Marketing die Menschen sehr schnell, sagt er. Das sei angesichts immer spontaner entscheidender Gäste ein wichtiges Kriterium.

Influencer-Auswahl: Die Basics

Wenn man beschlossen hat, dass man mit Influencern zusammenarbeiten möchte, stellt sich die Frage, wie man die relevanten Menschen mit Einfluss findet. Dafür gibt es mittlerweile eine Handvoll etablierter Methoden. Die entscheidende Voraussetzung für gutes Influencer-Marketing ist jedoch, dass man genau weiß, wer man ist und was man will. Das hört sich banal an und gilt natürlich für jede Marketing-Maßnahme. Aber es ist immer wieder überraschend, wie schwer es Marketern fällt, die USPs ihres Hauses auf den Punkt zu bringen.

Das hat damit zu tun, dass viele Hotels gern „jeden“ als Gast in ihrem Hause willkommen heißen möchten. Wer für jeden da ist, ist für niemanden besonders, könnte man zuspitzen. Das gilt natürlich nicht für den Service, aber für die Positionierung eines Hauses in der Kommunikation. „Wer in Social Media gehört werden will, muss das besondere Erlebnis bieten“, betont Influencer-Beraterin Sarah Emmerich. Es gilt also, eine möglichst spannende Verbindung vom eigenen Haus zur avisierten Teil-Zielgruppe zu bilden. Ein Sport- und Wellness-Hotel kann gegenüber Athleten mit viel Action kommunizieren, gegenüber den Ruhesuchenden mit Digital Detox, ohne dass dabei die Marke beschädigt wird.

Wer seine Themen fokussiert hat, wird sich wesentlich leichter tun, Influencer und Kampagnenthemen zu finden. Oft ist es hilfreich, hier auch Außenstehende hinzuzuziehen, um der Gefahr des „Im-eigenen-Saft-Schmorens“ zu begegnen.

Im nächsten Schritt leitet man 20 bis 50 Schlüsselbegriffe ab, die genau diese Positionierung charakterisieren. Zu Action gehört „Adrenalin“, zu Natur gehört „Nachhaltigkeit“, zu Wellness gehört „Work-Life-Balance“. Das Praktische an dieser Arbeit ist: Diese Keywords werden das Hotel ein Leben lang bei Content-Marketing und Suchmaschinenoptimierung begleiten. Und nun geht die Suche nach Influencern los:

#1: Google-Recherche

Sie haben es geahnt: Sie geben die soeben ermittelten Schlüsselbegriffe und Kombinationen bei Google ein und schauen mal, was kommt. Ergänzen Sie die Suche mit Sätzen wie: „Die besten Influencer“, dann finden Sie Fachartikel und Blogbeiträge (unter anderem von Ihrem Wettbewerb), die solche Recherchen schon durchgeführt haben. Sie finden zum Beispiel auch die Website des German Influencer Awards. Und dort gibt es jedes Jahr eine Liste mit 20 bedeutsamen Reise-Influencern im deutschsprachigen Raum. Programme von einschlägigen Fachmessen und Kongressen (z.B. Social Media Week in Hamburg) sollten ebenfalls in den Suchergebnissen auftauchen.

#2: Die Hashtag-Suche

Sie ähnelt der Google-Suche, ist aber anders. Hashtags sind nur manchmal generische Begriffe und somit den Keywords gleich. Oft sind es artifizielle Wortkombinationen. Wie findet man die? Man inspiriert sich bei den interessantesten Influencern, die man findet. Sowohl bei Twitter als auch auf Instagram und Linkedin werden die verwendeten Hashtags prominent angezeigt. Der German Influencer Award trägt die Hashtags #germaninfluenceraward, aber auch #gia, #gia21 oder #gia2021.

Für die kombinierte Suche von Hashtags und Keywords kann man sogenannte Social Listening Tools verwenden. Die eignen sich auch dazu, in Social Media zu überwachen, wo das eigene Hotel erwähnt wird. Das berühmteste (aber auch teure) ist Hootsuite.

#3: Die Influencer-Agentur

Apropos kostspielig: Die bequemste, vermutlich präziseste aber eben auch etwas teurere Methode der Influencer-Suche ist, wenn man eine Agentur losschickt. Das sollte eher die spezialisierte Influencer-Agentur als die normale Kreativagentur. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist nämlich, zu identifizieren, wie wirkungsvoll ein Influencer „wirklich“ sein kann. Das künstliche Aufblähen von theoretischer Reichweite auf Social Media ist bekanntlich ein Kinderspiel.

Wer wenige Ressourcen zur Verfügung hat, aber dennoch strategisches Influencer-Marketing betreiben möchte, ist bei einer der Agenturen gut aufgehoben. Bekannte Agenturen hierzulande sind: Takumi, Divimove, ReachHero, Studio71, InfluenceMe, Pulse, Lucky Shareman, Tubeone, Buzzbird und viele mehr.

Übrigens gibt es längst auch automatisierte Tools auf Basis künstlicher Intelligenz, die nach Influencern suchen, zum Beispiel Iroin.io. Andere Tools wie NinjaOutreach, Buzzsumo oder Followerwonk suchen dezidiert nach Influencern auf bestimmten Plattformen.

#4: Mitarbeitende, Kollegen und Kunden ­befragen

Erste Ansprechpartner sind natürlich die Gäste. Dann wären befreundete Hoteliers eventuell eine interessante Quelle. Und die eigenen Mitarbeitenden kennen nicht nur Influencer, vielleicht ist sogar einer oder eine dabei. Das Mannheimer Sportgeschäft Engelhorn stellte bei einer Recherche erstaunt fest, dass ein sehr bekannter Fahrrad-Influencer im eigenen Haus arbeitete.

Natürlich kann man auch bei professionellen Rechercheuren Rat einholen. Das sind Journalisten genauso wie Berater. Felix Beilharz, Social-Media-Experte, antwortete auf die Tophotel-Anfrage: „Die Betreiberin von wolkenweit.de hat uns zu unserem Seychellen-Urlaub motiviert und die Postings von einem Hotel, in dem sie als Influencerin gratis gastieren durfte, haben uns überzeugt, dort auch zu buchen“.

#5: Das Influencer-Programm

Es ist immer sinnvoll, eine Webseite zu führen, die Influencern die Hand reicht. Die Koncept Hotels haben ein eigenes Creator-Programm aufgelegt und können so die vielen Anfragen potenzieller Influencer vorsortieren.

Das Branchenmagazin Adweek sieht viel Potenzial bei kleinen Influencern aus dem eigenen Netzwerk. Das Embassy Row in Washington nutzte die eigene Community, um spannende Rundgänge und markante Ausflugsorte zu finden. Diese Inhalte und Informationen sind allein schon den Aufwand wert, selbst wenn die Gäste nicht über nennenswerte Reichweite verfügen.

Fazit

Die Influencer-Suche ist aufwendig und sollte mit Sorgfalt betrieben werden. Die Zielgruppen müssen passen, von den Followerzahlen sollte man sich nicht blenden lassen. Hat man sich einmal in das Thema eingearbeitet, sinkt der Arbeitsaufwand. Prozesse können standardisiert werden, und im Idealfall arbeitet man mit einzelnen Influencern dauerhaft zusammen. Julian Brieskorn vom Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe: „Kooperationen mit den ganz Großen (in unserem Fall z.B. @tonigarrn) bringen kurzfristige Reichweite, aber keinen nachhaltigen Erfolg. Geografisch sinnvolle Kooperationen mit Micro-Influencern schaffen nachhaltigere Ergebnisse.“

Frank Puscher

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