HotelinvestmentmarktFehlende Objekte bremsen Investoren

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Der Hotelinvestmentmarkt kommt aktuell etwas zur Ruhe. Nach Angaben von Colliers International liegt dieser zum Ende des dritten Quartals fünf Prozent unter dem Vorjahresergebnis und vier Prozent unter dem fünfjährigen Durchschnitt.

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Insagesamt konnte der Markt in den ersten neun Monaten ein Transaktionsvolumen von 2,7 Milliarden Euro verzeichnen. Andreas Erben, Geschäftsführer von Colliers International Hotel: „Der deutsche Hotelinvestmentmarkt kann aktuell nicht an die sehr guten Vorjahresergebnisse anknüpfen. Ein eklatanter Produktmangel, vor allem in den TOP-7, führt zu deutlichen Ausweichbewegungen in B- und C-Märkte. Hier sind die Objekte in der Regel nicht so großvolumig, was sich auch im aktuellen Ergebnis niederschlägt.“ Ein weiterer Trend, der im vergangenen Quartal zu beobachten gewesen sei, waren Unternehmensbeteiligungen an Immobilienbestandshaltern mit großen, diversifizierten Portfolien. Diese hätten sich auch im Hotelinvestmentmarkt niedergeschlagen.  “Hierzu zählten insbesondere die 13 Prozent, mit denen TLG sich an Aroundtown beteiligt hat. Das Portfolio des größten deutschen Gewerbeimmobilienunternehmens besteht zu einem beträchtlichen Anteil aus Hotelimmobilien. Diese Minderheitsbeteiligungen stellen bereits jetzt eine bedeutende Größenordnung dar, ohne sie beläuft sich das Transaktionsvolumen auf knapp 2,5 Milliarden Euro.”

Vermehrt Portfolien gehandelt, großvolumige Einzeltransaktionen fehlen

Zudem wurden weitere Portfolien gehandelt. So sicherte sich Axa Investment Managers sieben deutsche Hotels von Principal Real Estate. Das seinerzeit noch von Internos Global Investors zusammengestellte Portfolio umfasste laut Colliers International insgesamt elf europäische Hotels, die für 533 Millionen Euro den Besitzer wechselten. Weniger habe die expansionsfreudige Hotelkette Premier Inn für den Kauf von drei Hotelobjekten in Süddeutschland auf den Tisch legen müssen. Diese wurden für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag erworben.

Internationale Investoren rar am Markt

Nationale Investoren dominieren weiterhin die Käuferseite, so Colliers International. Ihr Anteil in den ersten neun Monaten sei auf 66 Prozent gestiegen und liege damit deutlich über dem fünfjährigen Durchschnitt von 49 Prozent. Etwas mehr als 900 Millionen Euro investierten ausländische Käufer in deutsche Hotelimmobilien, wobei israelische, amerikanische und österreichische Kapitalquellen das Ranking anführen.

Ausweichbewegungen in B- und C-Städte trotz kritischer Investoren erneut hoch

In den ersten neun Monaten wurden laut Colliers mit 51 Prozent mehr als die Hälfte des Transaktionsvolumens außerhalb der TOP-7 registriert. In den TOP-7 sei vor allem der Handel von Einzelobjekten im dritten Quartal aufgrund fehlender Investmentmöglichkeiten fast zum Erliegen gekommen. Im Gegenzug seien bis zum Ende des dritten Quartals fast 1,4 Milliarden Euro in Standorte außerhalb der großen Metropolen geflossen. Größter Deal des Jahres war hier das Tafelhof Palais in Nürnberg, in das unter anderem Hotels der Marken Motel One und Leonardo Royal einziehen sollen. Neben diesen Leuchtturmtransaktionen wurde zudem eine sehr große Bandbreite an kleinvolumigen Transaktionen verzeichnet.

Drei- und Viersterne-Hotels sowie Boarding Houses weiterhin Investorenlieblinge

Viersterne-Hotels stehen weiterhin oben auf der Einkaufsliste der Investoren. 52 Prozent sowie fast 1,4 Milliarden Euro wurden in der gehobenen Mittelklasse angelegt. Mit 28 Prozent und knapp über 750 Millionen Euro Transaktionsvolumen folgen Dreisterne-Häuser, die damit exakt den fünfjährigen Durchschnitt trafen. Boarding Houses belegten mit neun Prozent Marktanteil Platz drei. Fünfsterne-Luxusherbergen, aber auch Zweisterne-Objekte spielten mit sechs sowie fünf Prozent Anteil nur eine untergeordnete Rolle.

Ausblick: Produktknappheit hält an, Preisniveau bleibt hoch

„Der deutsche Hotelinvestmentmarkt kann nach den ersten neun Monaten ein solides Ergebnis verzeichnen. Produktknappheit, vor allem in den TOP-7, und das sehr hohe Preisniveau machen sich jedoch bemerkbar. Die letzten Zinsentscheidungen der EZB wirken weiteren Renditeerhöhungen und Preissenkungen jedoch entgegen, auch wenn an einigen Standorten der Peak erreicht ist. Das Jahresendergebnis wird davon abhängen, wie viele Portfolien und Unternehmensbeteiligungen noch auf dem Markt gehandelt werden. Das Vorjahresergebnis wird zum jetzigen Zeitpunkt aber vermutlich knapp verfehlt werden“, so Andreas Erben abschließend.

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