HDV-Herbsttagung Imagefrage wird kontrovers diskutiert

HDV Herbsttagung
Moderator Dr. Hajo Schumacher, Guido Zeitler, Vorsitzender der Gewerkschaft NGG, Alexander Aisenbrey, Geschäftsführer der Öschberghof GmbH, Fritz Engelhardt, Präsident des Dehoga Baden-Württemberg, Dr. Hermann Otto Solms, Politiker und Mitglied des Bundestages, HDV-Vorsitzender Jürgen Gangl und Lorenz ter Veen, COO der Derag Livinghotels. (Bild: HDV)

Die diesjährigen Herbsttagung der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV) im Berliner Tempodrom stand das Image der Branche im Mittelpunkt. Während die Politik den Ruf der Hotellerie als „sehr gut“ einschätzte, bewerteten die Branchenvertreter das Bild in der Öffentlichkeit weniger positiv. Man verkaufe sich unter Wert.

Jürgen Gangl, Vorsitzender der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV), eröffnete die diesjährige Herbsttagung mit einem Blick auf das Branchenjahr: Die Hotellerie verzeichnet das neunte Wachstumsjahr in Folge und ist bestens aufgestellt. Doch täuschten die guten Ergebnisse nicht über die unverändert bestehenden Herausforderungen der Branche hinweg. Nach wie vor gebe es keine befriedigenden Antworten zur Regelung des Arbeitszeitengesetzes, zum Fachkräftemangel oder zum Wettbewerb durch die Sharing Economy. Der HDV-Chef plädierte für einen stärkeren Zusammenhalt und einen gemeinsamen Auftritt insbesondere der wichtigen Branchenverbände.

Podiumsdiskussion: Das Image der Branche

In einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion unter der Leitung des renommierten Publizisten Dr. Hajo Schumacher wurde die Imagefrage kontrovers diskutiert. Mit dabei warenAlexander Aisenbrey, Geschäftsführer der Öschberghof GmbH in Donaueschingen, der baden-württembergische Dehoga-Präsident Fritz Engelhardt, der Politiker und Mitglied des Bundestages Dr. Hermann Otto Solms, Lorenz ter Veen, COO der Derag Livinghotels, sowie Guido Zeitler, Vorsitzender der Gewerkschaft NGG. Während die Politik den Ruf der Hotellerie als „sehr gut“ einschätzte, bewerteten die Branchenvertreter das Bild in der Öffentlichkeit weniger positiv. Schlechte Bezahlung und schwierige Arbeitszeiten bestimmten das öffentliche Bild, was es nach Ansicht der Hoteliers dringend zu korrigieren gilt. Beim Thema Arbeitszeitgesetz forderte die Hotellerie einhellig eine realitätsnähere Lösung, was die Gewerkschaft NGG nicht mitträgt.

Laut Gewerkschaft sei dies nicht im Sinne der Arbeitnehmer. Einigkeit bestand in den Punkten Absenkung der Mehrwertsteuer und Erhöhung der Raten. Nur durch eine bessere Rentabilität der Betriebe sei es langfristig möglich, den Mitarbeitern auch monetär die gebührende Wertschätzung zukommen zu lassen. Die Podiumsteilnehmer setzten sich in der Frage des Fachkräfte- und Nachwuchsmangels dafür ein, auch in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit das Gastgewerbe intensiv als attraktiven Ausbildungsberuf und Arbeitsplatz zu bewerben. Fazit der Diskussion: Die Hotellerie verkauft sich weit unter Wert, muss politischer werden und in den eigenen Reihen den Teamgeist stärken.